Tschechien erfüllt dieses Jahr drei Maastricht-Kriterien für Annahme des Euro
Die Tschechische Republik wird laut dem Minister für Arbeit und Soziales, Marian Jurečka (Christdemokraten), die ersten drei Maastricht-Kriterien für die Einführung des Euro voraussichtlich noch in diesem Jahr erfüllen. Jurečka sagte dies in einer Diskussionssendung des Tschechischen Fernsehens am Sonntag. Ihm zufolge muss einer Entscheidung über die Annahme des Euro eine lange Expertendiskussion vorausgehen. In der Regierungskoalition gebe es derzeit dazu keinen Konsens, betonte der Minister.
Die Vize-Gouverneurin der Tschechischen Nationalbank (ČNB), Eva Zamrazilová, ist der Ansicht, dass der Entscheidung ein breiter politischer Konsens vorausgehen muss. Es wäre ein Fehler, wenn eine Regierung die Einführung des Euro, die Jahre dauern werde, vorantreiben und eine andere Regierung den Prozess stoppen würde, sagte Zamrazilová in einer Sendung des privaten TV CNN Prima News.
Nach Ansicht von Alena Schillerová, der stellvertretenden Vorsitzenden der oppositionellen Partei Ano, die die Einführung des Euro ablehnt, soll über die Annahme der europäischen Währung in einem Referendum entschieden werden. Die Partei Ano würde eine solche Volksbefragung vorbereiten, sagte Schillerová in einer Sendung des privaten Fernsehsenders Nova.
Die Debatte zur Euro-Einführung in Tschechien hatte jüngst Staatspräsident Petr Pavel ins Rollen gebracht. In seiner Neujahrsansprache hatte er dazu aufgefordert, dass das Land konkrete Schritte unternehmen müsse, um die Gemeinschaftswährung hierzulande einzuführen.