Tschechischer Außenminister: Die Ukrainer verdienen sämtliche Unterstützung

Die Beitrittskandidaten sollten in die EU allmählich aufgenommen werden. Das sagte der tschechische Außenminister Jan Lipavský (Piraten) am Rande des Europa-Forums Wachau im Gespräch für die österreichische Nachrichtenagentur APA. Das Forum findet im Stift Göttweig seit Donnerstag statt. Laut dem Außenminister würde ein gemeinsamer Beitritt die „schnelleren Kandidaten“ bremsen. Jedem europäischen Land, das sich das wünscht und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, muss seinen Worten zufolge eine EU-Perspektive geboten werden. Die Ukraine ist laut Lipavský ein Sonderfall, weil sie von Russland, das „sich in ein faschistisches Regime verwandelte“, angegriffen wurde. Der Außenminister betonte, Putin führe einen imperialistischen Krieg gegen ganz Europa. Auch Tschechien sei das Ziel russischer hybrider Angriffe, so Lipavský. Die Ukrainer entschieden sich laut dem Außenminister für Demokratie und den „europäischen Lebensstil“ und verdienen darum die sämtliche Unterstützung von den EU-Ländern. Er erinnerte daran, dass Tschechien der Ukraine auch mit Waffenlieferungen hilft und dass es Zuflucht einer halben Million Geflüchteter aus der Ukraine bot.

Lipavský betonte, er wolle nie mehr einen Eisernen Vorhang zwischen Tschechien und Österreich erleben. Auch diese Tod bringende Grenze sei einst auf Befehl aus Moskau errichtet worden, so der Außenminister.