„Beentry“ will nach Deutschland: Tschechische App hilft Imkern
Die Bienenzucht wird von Menschen seit mehreren Jahrtausenden betrieben. Heute werden jedoch auch in diesem Bereich moderne Technologien eingesetzt. Denn Imker gehen nicht mehr mit Bleistift und Papier zu den Bienenstöcken, sondern mit einem Handy oder Tablet.
Digitale Technologien, einschließlich Künstlicher Intelligenz, bieten heute wertvolle Hilfe im Umgang mit den Bienen. Zudem ermöglichen sie, die Bienenvölker mit Kameras und Sensoren aus der Ferne zu überwachen.
Er klicke etwas an und sehe dann Daten zu seinen neun Bienenstöcken, also wann er dort gewesen sei, was er gemacht habe, auch Fotos gebe es dazu, beschreibt der Imker und Programmierer Vít Zaoral aus Olomouc / Olmütz. Er nutzt eine App namens „Beentry“, die von ihm und seinen Kollegen vom Team PunkHive entwickelt wurde. Zaoral erläutert:
„Wichtig ist, dass der Imker sofort erfährt, was zu tun ist. Denn die Bienenzüchter notieren dies oft in einem Heft und finden sich in den Notizen aber nicht zurecht. Hier hingegen ist alles sehr übersichtlich. Wenn die Imker zum Bienenstock kommen, machen sie einen neuen Eintrag, können auch Fotos hinzufügen und so dokumentieren, was zu sehen ist.“
Zaorals Kollege Ivo Šnyrych fügt hinzu, inzwischen hätten auch andere Imker begonnen, ihre Anwendung „Beentry“ zu nutzen:
„Zunächst war das für uns ein Hobby, das wir neben unserer Arbeit betrieben haben. Letztes Jahr haben wir beschlossen, dass das Projekt ein Potenzial hat, das wir ausschöpfen sollten.“
Mit der Smartphone-App sowie der Web-Anwendung führen Imker elektronische Aufzeichnungen über ihre Bienenstöcke und Bienenvölker, deren Erkrankungen und Behandlungen sowie über die Honigernte. Die App könne auch bei Imkern außerhalb Tschechiens auf Interesse stoßen, sagt Martin Janíček. Deshalb wird nun geplant, sie auch in Deutschland anzubieten:
„Jedes Land hat seinen eigenen Stil der Bienenzucht. Es gibt unterschiedliche Bienenstöcke, unterschiedliche Honigarten und so weiter. Es geht daher nicht nur darum, die Anwendung zu übersetzen. Wir haben ein universales System entworfen, um nicht nur nach Europa, sondern in die ganze Welt expandieren zu können.“
Das Potential von „Beentry“ wurde auch vom Innovationszentrum des Kreises Olmütz gewürdigt. Bei dem von diesem Zentrum organisierten Wettbewerb „Startup Academy“ wurde dem Team der erste Preis verliehen. Dennoch werde die App weiter ausgebessert, betont Martin Janíček:
„Das Imkern nun auch bei der jüngeren Generation im Trend liegt, wollen wir sie auch an sie anpassen. Ältere Imker arbeiten eher mit Bleistift und Papier. Aber wir wollen eine moderne Anwendung anbieten, wobei auch die Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Unsere Vision ist, mittels der Daten aus der Nutzung der App eine Art smarten Berater anzubieten.“
Die App soll so nicht nur einen Daten-Überblick, sondern auch eine Entscheidungs- und Planungshilfe für die Pflege von Bienenvölkern bieten.
Die Olmützer IT-Experten haben in der Vergangenheit bereits eine Anwendung namens „Nahlas sršeň“ zum Auffinden gefährlicher asiatischer Hornissen oder einen Rechner für die Zubereitung von Zuckerlösungen für Bienen namens „Včelkulačka“ entwickelt.







