Einzigartiger Fund: Fragment einer Bronzerüstung aus Südmähren

Torso einer Bronzerüstung aus der frühen Bronzezeit

Das Stadtmuseum in Brno / Brünn hat über einen einzigartigen archäologischen Fund aus der jüngeren Bronzezeit – der Zeit des legendären Trojanischen Kriegs – informiert.

Es handelt sich um das Fragment einer Bronzerüstung. Sie gehört zu jenem Schatz, der an einem geheim gehaltenen Ort in Südmähren dank der Zusammenarbeit von Archäologen mit der Öffentlichkeit gefunden wurde. Die Experten haben gerade die Analyse des wertvollen Fragments beendet. Das Museum wird die Rüstung bald öffentlich präsentieren. Dies teilte ein Museumssprecher der Presseagentur ČTK am Montag mit.

Torso einer Bronzerüstung aus der frühen Bronzezeit | Foto: Museum der Stadt Brno

Der Fund stammt von archäologischen Forschungen aus dem Jahr 2023, die das Stadtmuseum Brünn gemeinsam mit dem Regionalmuseum in Mikulov und Vereinen von Metallsuchern durchgeführt hat. Einer der Mitarbeiter fand an einem Ort, der weiter geheim gehalten wird, eine Speerspitze, eine Sichel, eine Nadel und einige Metallfragmente. Die Gegenstände waren absichtlich beschädigt und zusammen vergraben, möglicherweise als Bestandteil eines Opferrituals. Unter den Artefakten befand sich auch ein unauffälliges gefaltetes Blech. Erst bei sorgfältigen Analysen wurde seine wirklich Bedeutung enthüllt: Es handelt sich um einen Teil eines Brustpanzers.

Wie der Archäologe Aleš Navrátil vom Brünner Stadtmuseum erläutert, gelang es mit einem 3D-Scanner, das Blech digital zu „glätten“ und seine Form und Verzierungen zu identifizieren. Laut dem Experten handelt es sich erst um das zweite bekannte Exemplar eines Bronzepanzers, der auf dem Gebiet Tschechiens gefunden wurde.

Zbyněk Šolc | Foto: Zdeněk Truhlář,  Český rozhlas

Die Rüstung ist 3200 Jahre alt. Sie stammt aus derselben Zeit, in die die Experten den von Homer beschriebenen Kampf um Troja datieren. Bronzene Rüstungsteile konnte sich nur die Kriegerelite leisten. Die Herstellung erforderte spezielle handwerkliche Fertigkeiten. Der Leiter des Brünner Stadtmuseums, Zbyněk Šolc, sagte, der Fund bestätige, wie wichtig die langfristige Zusammenarbeit von Forschern mit der Öffentlichkeit sei. Dank dessen lassen sich laut dem Museumsleiter wertvolle Gegenstände finden und schützen, die neue Erkenntnisse über die Geschichte liefern.

Autor: Martina Schneibergová | Quelle: ČTK
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