Neue Regeln am Prager Flughafen: Zwei-Liter-Flasche im Flugzeug erlaubt

Das Reisen vom Václav-Havel-Flughafen ist bequemer geworden. Seit dem Sommer dürfen elektronische Geräte beim Sicherheitscheck in der Tasche bleiben, und nun entfällt auch das lästige Auspacken von Flüssigkeiten. Zudem wird die 100-Milliliter-Regel gekippt.

Für Flugreisende haben bislang strenge Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck gegolten. Diese durften nur in Behältern mit einem Volumen von bis zu 100 Millilitern ins Flugzeug mitgenommen werden. Die Europäische Union hat im Juli diese Vorgabe gelockert und Sicherheits-Scanner einer neuen Generation zugelassen, die flüssige Sprengstoffe zuverlässig erkennen können. Diese Hightech-Ausrüstung wird nun schrittweise an den Flughäfen Europas eingesetzt. Seit dem 1. Oktober wird sie auch in Prag genutzt. Ondřej Táborský ist Manager der Sicherheitskontrollen am Václav-Havel-Flughafen:

Ondřej Táborský | Foto: Tschechisches Fernsehen,  ČT24

„Ab jetzt ist es möglich, eine Flasche von bis zu zwei Litern im Handgepäck zu haben. Ich möchte betonen, dass es sich wirklich um eine Flasche pro Person handelt, nicht um zwei Liter pro Person in zwei kleineren Flaschen. Das hängt mit der Kapazität des Geräts zusammen.“

Die hochmodernen CT-Röntgengeräte sind am Flughafen Prag im Mai dieses Jahres eingeführt worden. Derzeit gibt es dort sechs dieser Geräte, zwei weitere sind für nächstes Jahr geplant. Die Neuerung brachte schon im Sommer mehr Komfort für Flugreisende. Da die neuen Scanner Flüssigkeiten und Elektronik im Handgepäck durchleuchten können, müssen diese nicht mehr separat aus dem Gepäck genommen werden. Ondřej Táborský:

Foto: Tschechisches Fernsehen,  ČT24

„Schampon, Duschgel und weitere Kosmetik werden weiterhin im transparenten Plastikbeutel befördert. Sowohl diese als auch die Zwei-Liter-Flasche müssen aus dem Handgepäck aber nicht mehr ausgepackt werden. Das Gepäck wird als solches auf das Transportband gelegt, und die neue Technologie ermöglicht die Kontrolle direkt im Gepäck.“

Soweit der Sicherheitsmanager. Er erläutert zudem, was das Personal während des Sicherheitschecks am Bildschirm sehen kann:

„Anders als bei den alten Röntgengeräten ist das Gepäck dreidimensional zu sehen. Dies geht darauf zurück, dass es sich um einen Computertomografen handelt, der eine Raumanalyse durchführt.“

Gleichzeitig läuft auch die Analyse aller Materialien, was die Aufspürung von festen und flüssigen Sprengstoffen ermöglicht:

Václav-Havel-Flughafen | Foto: Ondřej Tomšů,  Radio Prague International

„Wir können die einzelnen Objekte im Gepäck sehen. Die Bildgebung ist sehr detailliert, so dass wir auch sehr dünne Drähte registrieren können, was für die Erkennung von Sprengvorrichtungen wichtig ist. Gleichzeitig ist das Bild in Farbe. Das Gerät erkennt drei Kategorien – organische Substanzen, anorganische Substanzen und Metalle, wobei jeder Kategorie eine Farbe zugeordnet wird.“

Als erste haben die Flughäfen in Rom und Mailand die Umrüstung komplett abgeschlossen. In diesem Herbst und im nächsten Jahr kommen auch weitere Flughäfen in Europa dazu. In Prag gelten die neuen Regeln für das Terminal 2, von dem die Maschinen zu Zielorten im Schengenraum starten.

Autoren: Markéta Kachlíková , Jakub Vik
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