Radio-Sinfonieorchester Prag und Josef Špaček entdecken Bohuslav Martinů
Die Violine stand dem tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů besonders nahe. Fünf seiner Stücke sind für dieses Soloinstrument und Orchester bestimmt. Der Geiger Josef Špaček und der Dirigent Petr Popelka entdecken mit dem Radio-Sinfonieorchester Prag auf einer neuen CD zum zweiten Mal gemeinsam die Musik von Martinů. Nach ihrem gefeierten Album mit dessen Konzert für Violine, Klavier und Orchester präsentieren sie nun ihre Interpretation von Martinůs zwei Violinkonzerten.
Bohuslav Martinů komponierte das Violinkonzert Nr. 2 im Jahr 1943 im Exil in den USA. Bei der Entstehung des Werkes war der berühmte Violinist Mischa Elman dabei. Nachdem er Martinůs Symphonie Nr. 1 mit dem Boston Symphony Orchestra im Januar 1943 gehört hatte, war er so beeindruckt, dass er sich gleich am nächsten Tag mit dem Auftrag für ein Violinkonzert an den Komponisten wandte. Martinů war einverstanden. Da er Elman noch nie spielen gehört hatte, wurde eine Probe organisiert, bei der der Virtuose für den Komponisten vorspielte. Martinů zeigte danach keine Reaktion, sodass Elman seine Bitte für abgelehnt hielt. Allerdings legte der Komponist Ende August die Partitur eines Konzerts vor, in dem er die charakteristischen Merkmale von Elmans Spiel respektierte. Die Premiere fand am 31. Dezember 1943 in Boston statt, mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Sergei Koussevitzky.
Das Violinkonzert Nr. 2 setzt die romantische Dvořák-Tradition fort. In den langen melodischen Abschnitten dominieren der Klang und die Lyrik der Solovioline. Jeder einzelne Teil des Violinensolos müsse in sich bereits das gesamte musikalische Schema, das gesamte Konzert enthalten, schrieb Martinů im Programmheft zur Uraufführung.
Verbunden
-
Tschechisches Crescendo: Glanzstücke der Klassik
2024 ist das Jahr der tschechischen Musik. Denn viele große tschechische Komponisten haben eine Vier am Ende der Jahreszahl ihres Geburts- oder Todestages.







