Dem Verbrechen auf der Spur: Neuer Forensik-Roboter hilft tschechischen Kriminalbeamten
Die tschechische Polizei hat einen neuen Hightech-Helfer an ihrer Seite. Es ist ein spezieller Roboter der Forensik, der hierzulande entwickelt wurde. Im September wurde die Erfindung von Europol ausgezeichnet, und seit Kurzem kommt er auch im Dienst zum Einsatz.
Mit dem Roboter lassen sich Fälschungen leichter entlarven. Er hilft aber auch, die Gründe für Unfälle jeglicher Art besser aufzuklären, indem Bruchstücke oder menschliches Gewebe genauer untersucht werden können. Erbium nennt sich der zweiarmige Freund der Polizei. Und er steht gerade vor einem abstrakten Ölbild, das wie ein Werk von František Kupka aussieht...
„An einem Arm ist die Strahlungsquelle, am anderen das Detektionsgerät. Der Roboter scannt entlang vorher definierter Koordinaten von rechts nach links und von oben nach unten, sodass das ganze Bild erfasst wird“, sagt Jana Zálišová von der Firma Radalytica, die an der Entwicklung dieses Helferleins beteiligt war.
Das Bild ist allerdings ein Falsifikat, und der Roboter soll beweisen, dass er dabei helfen kann, dies herauszufinden. Ivana Turková vom Kriminaltechnischen Institut der Polizei erläutert:
„Wir haben eine Sammlung von Falsifikaten angelegt, anhand derer wir lernen, Proben zu entnehmen und sie zu analysieren. Beim Test der Röntgenfunktion haben wir festgestellt, dass es sich um eine Übermalung handelt. Wir konnten so alle Roboterfunktionen ausprobieren, deswegen ist das Bild für uns von großem Wert.“
Bilder konnten die Forensiker auch schon früher röntgen. Allerdings gab es dafür im Institut nur eine stationäre Anlage mit einem kleineren Detektor. Damit ließ sich nicht in einem einzigen Arbeitsschritt das ganze Bild erfassen, so wie mit dem neuen Roboter. Durch ihn wurde die Prozedur nun beschleunigt. Vor allem aber beherrscht der Hightech-Helfer gleich mehrere Analyseverfahren.
„Gerade ist es hier ein UV-Detektor im Einsatz. Aber wir haben auch einen für Infrarotstrahlung, ein weiterer Empfänger ist für sichtbares Licht da und einer auch für Röntgenaufnahmen. Dafür müssen wir aber jeweils Kopf und Detektor an den beiden Roboterarmen austauschen. Wichtig ist, dass das untersuchte Stück nicht bewegt werden muss und wir nachher die Aufnahmen übereinanderlegen und auf einmal anschauen können“, so Jana Zálišová.
Die Kriminalbeamten haben in dem beschriebenen Fall die Möglichkeit, das gefälschte Bild Schicht für Schicht zu untersuchen. So können sie das hervorheben, was sie interessiert – wie zum Beispiel die chemische Zusammensetzung der Farben.
Die Konstruktion des Roboters ist angelehnt an jene von CT-Scannern in der Industrie, die tschechische Konstrukteure zum Beispiel an die Hersteller von Flugzeugen liefern. Für die Forensik seien die Eigenschaften jedoch deutlich verbessert worden, sagt David Malančuk von Radialytica:
„Zuvor hatten wir ein System, das uns Röntgenbilder geliefert hat. Durch die innovative und progressive Herangehensweise der Polizei konnten wir Infrarotlicht und UV-Licht integrieren sowie weitere bildgebende Methoden, die von ihr genutzt werden. So wurde eine multimediale Plattform geschaffen.“
Obwohl der Roboter bereits viel kann, wollen ihn die Hersteller und die Polizei gemeinsam noch weiterentwickeln.







