Der Liedersammler aus dem Chodenland: Zum 150. Geburtstag von Jindřich Jindřich
Jindřich Jindřich war ein tschechischer Lehrer, Komponist und Volkskundler. In seiner ethnographischen Arbeit widmete er sein ganzes Leben der Kultur, den Bräuchen und der Musik der Choden.
Jindřich Jindřich, kam am 5. März 1876 in Klenčí pod Čerchovem in Westböhmen zur Welt. Wie sein Vater, war auch Jindřich Lehrer und unterrichtete fast sein ganzes Leben lang in Domažlice, dem Zentrum seiner Heimatregion Chodsko. Er zeigte schon in seiner Jugend ein ausgeprägtes musikalisches Talent, spielte Klavier, Orgel, Violine und weitere Instrumente. Jindřich war Privatschüler von Vítězslav Novák im Fach Komposition. Außerdem wirkte er als Konzertpianist, begleitete unter anderem Ema Destinnová, gründete Chöre, dirigierte und komponierte vor allem Vokalmusik. Dazu gehören etwa 170 Lieder mit Piano- beziehungsweise Orchesterbegleitung und 53 Chorwerke. Unter dem Titel Poklad Chodska (Der Schatz des Chodenlandes) gab Jindřich eine Sammlung von 102 Liedern und Tänzen der Choden in seiner Bearbeitung heraus. 1906 erschien seine Elegie für Streichorchester und 1911 die sinfonische Dichtung Svítání v horách (Die Morgendämmerung in den Bergen).
Jindřich Jindřich befasste sich auch mit der Volkskultur, den Bräuchen und der Musik der Volksgruppe der Choden. Mit Hilfe seiner Freunde schuf er eine umfangreiche Sammlung von Keramik, Glasmalerei, Trachten und Volksmöbeln, die heute im Jindřich-Jindřich-Museum in Domažlice aufbewahrt wird. Sein bedeutendstes Werk ist der 26-bändige ethnografische Almanach „Chodsko“. Die ersten vier Bände enthalten ein Wörterbuch des Choden-Dialekts, eine Grammatik und die Geschichte der Region. Die folgenden 22 Bände widmen sich dem Leben, den Bräuchen und der Volkskultur der Region. Zu ihren Traditionen gehört unter anderem die Dudelsackmusik mit ihrem typischen Gesang und Tanz. Jindřich publizierte die Ergebnisse seiner Tätigkeit als Liedersammler im neunbändigen Chodský zpěvník (Gesangbuch der Choden), das rund 4000 Texte und 1400 Melodien enthält.







