Oberbürgermeisterin von Brünn unterstützt Festival Meeting Brno und Sudetendeutschen Tag

Markéta Vaňková (zweite von links)

Das Stadtparlament von Brno / Brünn hat auf seiner Sitzung am Dienstag Position zum Sudetendeutschen Tag bezogen. Der wird in der Stadt Ende Mai stattfinden.

Foto: Festival Meeting Brno

Eine Gruppe von Menschen hat am Dienstag während der Sitzung im Brünner Rathaus mit Brüllen und auch vulgären Ausdrücken ihre Unzufriedenheit demonstriert. Es geht darum, dass in Brünn der Sudetendeutsche Tag stattfinden wird. Die Protestierenden bezeichneten es als eine Provokation, dass sich Deutsche wieder in Tschechien versammeln wollen. Außer den Gegnern sind jedoch auch einige Befürworter in den Saal gekommen. Auf ihren Transparenten stand beispielsweise „Brünn braucht einen Dialog“.

Milan Uhde | Foto: Festival Meeting Brno

Als einer der ersten ergriff der Dramatiker Milan Uhde das Wort, der aus der Stadt stammt. Er erinnerte daran, dass er während der NS-Herrschaft die Hälfte seiner Familie verloren hat. Trotzdem sei er davon überzeugt, dass es notwendig ist, nach Verständigung und Freundschaft zu suchen, so Uhde. Der Dramatiker unterstützt den Sudetendeutschen Tag in Brünn. Er sagte zu den Protestierenden:

„Ich bin davon überzeugt, dass das Übel, das in Mitteleuropa, der Tschechoslowakischen Republik und unseren Leben grassierte, nicht erblich ist. Das Übel als vererbbar anzusehen, ist unpassend und nicht gut.“

Der Sudetendeutsche Tag wird zum ersten Mal in der Geschichte in Tschechien ausgetragen. Seine 76. Auflage findet vom 22. bis 25. Mai statt. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wurde von den Veranstaltern des Festivals Meeting Brno eingeladen. Diese Initiative organisiert in Südmähren unter anderem den sogenannten Versöhnungsmarsch. Die Teilnehmer gehen dabei auf den Spuren von rund 20.000 Brünnern – überwiegend Frauen, Kindern und älteren Menschen –, die Ende Mai 1945 Jahren in Richtung der österreichischen Grenze getrieben wurden. Rund 1700 von ihnen sind damals auf dem Weg gestorben.

Auf der Sitzung im Brünner Rathaus am Dienstag ergriff anschließend die Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková (Bürgerdemokraten) das Wort.

„Es ist unsere Aufgabe, in die Zukunft zu blicken und uns zu bemühen, eine gemeinsame Sprache zu finden. Die europäischen Völker sollten in diesem Moment zusammenhalten. Ich bin davon überzeugt, dass das Festival Meeting Brno darauf abzielt – einschließlich der Tatsache, dass hier der Sudetendeutsche Tag stattfinden wird. Darum hat er meine volle Unterstützung.“

Die Stadtverordneten brachten danach ihre Bereitschaft zum Ausdruck, den Dialog fortzusetzen. Sie bezeichneten eine weitere Erfüllung der „Erklärung über die Versöhnung und eine gemeinsame Zukunft“ von 2015 für notwendig. Der von der Oberbürgermeisterin vorgelegte Entwurf wurde von 40 Stadtverordneten unterstützt. Dagegen waren die Vertreter der Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD). Die Mitglieder der Partei Ano enthielten sich der Stimme.

Autoren: Martina Schneibergová , Tomáš Kremr | Quelle: Český rozhlas
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