Musikfestival denkt an Nachhaltigkeit: Aus Blumen für Künstler wird ein Blumenbeet beim Seniorenheim
Am Sonntag ging das Internationale Musikfestival „Smetanova Litomyšl“ („Smetanas Litomyšl“) mit einem Konzert des Radio-Symphonieorchesters Prag zu Ende. Während der vergangenen drei Wochen standen fast 50 Veranstaltungen auf dem Programm, bei denen Musik verschiedener Genres erklang.
Das Motto der Festspiele war diesmal die Natur. Und diesem Motto entsprach auch eine etwas ungewöhnliche Neuheit – die Künstler bekamen für ihre Leistung nach dem Konzert keine Schnittblumen, sondern Topfpflanzen. Dabei wurde ihnen angeboten, entweder den Topf mit nach Hause zu nehmen oder diesen aber der Stadt zu überlassen. Die Festivalveranstalter wollen die Dauerblumen nämlich auf einem Beet vor dem Seniorenheim in Litomyšl anpflanzen.
Aneta Fišerová arbeitet im Marketing der Festspiele. Gegenüber Radio Prag International sagte sie, auf die Idee sei Festivaldirektor Michal Medek gekommen.
„Zuerst dachten wir daran, Bäume anzupflanzen. Nach verschiedenen Überlegungen und Diskussionen mit dem Stadtrat kamen wir aber zum Schluss, dass wir die hiesigen Beete verschönern und erweitern könnten. Konkret haben wir die Fläche beim hiesigen Seniorenheim ausgesucht. Dies passte gut zur Zusammenarbeit des Festivals mit dem ‚Komitee des guten Willens – Olga-Havlová-Stiftung‘. Denn das diesjährige Benefizkonzert ist mit der Unterstützung von Senioren in der Region verbunden. Daher hielten wir es für sinnvoll, ein ,Smetana-Beet‘ vor dem Seniorenheim anzulegen.“
Das Gespräch mit Aneta Fišerová entstand zwei Tage vor dem Abschluss der Festspiele. Wie haben die Künstler auf die Blumengeschenke bisher reagiert?
„Es freut uns sehr, dass die Idee recht positive Reaktionen hervorgerufen hat. Die Künstler sind von den Blumen so begeistert, dass viele von ihnen diese mit nach Hause nehmen. Bisher haben wir etwa 400 Blumentöpfe verteilt. Nur etwa ein Zehntel von ihnen ist hiergeblieben. Die Künstler nehmen die Blumen mit und wollen sie zu Hause anpflanzen, um sich an das Festival zu erinnern.“
Auf dem neuen Beet werden laut Fišerová vielleicht weniger Blumen angepflanzt als ursprünglich gedacht. Die Festivalveranstalter haben ihren Worten zufolge mit dem Bürgermeister von Litomyšl daher vereinbart, kommendes Jahr das Beet noch zu erweitern. Fišerová betonte zudem, sie kenne kein ähnliches Projekt in Tschechien.
„Lange vor dem Festival haben wir die Mezzosopranistin Václava Krejčí Housková, die aus Litomyšl stammt, gefragt, wie ihr die Idee mit den Blumen im Topf und dem Beet gefällt. Und sie erzählte uns, sie bekomme in der Normandie immer Rosen, nehme sie mit und pflanze sie in ihrem Garten an.“
Bei der Wahl passender Blumen ließ sich das Festivalteam von Experten vom Florea-Zentrum in Litomyšl beraten. Dabei wurden bestimmte Bedingungen gestellt. Aneta Fišerová dazu:
„Die Blumen sollten in der Zeit der Festspiele blühen. Es sollten Dauerblumen sein, die widerstandsfähig sind. Zudem mussten wir berücksichtigen, dass sie keine Allergien verursachen. Wir haben anschließend überprüft, ob unsere Blumenauswahl – Lavendel, Pfingstrosen und Hortensien – richtig war. Wir freuen uns darauf, dass uns die Künstler Videos schicken, wie sie die Blumen anpflanzen und wie es diesen dann ergeht.“
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