Amt für Cyber- und Informationssicherheit überwacht sicheren Verlauf der Wahlen

NÚKIB (Amt für Cyber- und Informationssicherheit)

Am Freitag um 14 Uhr sind rund 15.000 Wahllokale in ganz Tschechien geöffnet worden. Über acht Millionen Wähler können an diesem Tag und am Samstagvormittag über die politischen Vertretungen in den Städten und Gemeinden entscheiden. Gemeinsam mit den Kommunalwahlen finden auch die Wahlen zu einem Drittel des Senats statt.

Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

Fast 190.000 Kandidaten bewerben sich in ganz Tschechien um rund 62.000 Sitze in den knapp 6400 Kommunalvertretungen. In 27 Wahlkreisen wird am Freitag und Samstag zudem über die Mandate in der oberen Parlamentskammer entschieden. Alle zwei Jahre wird ein Drittel der Sitze im Senat neu besetzt.

Auf die Wahlen haben sich in diesen Tagen verschiedene staatliche Behörden intensiv vorbereitet. Das Innenministerium sorgte unter anderem dafür, den Menschen die Wahlzettel rechtzeitig zuzustellen. Zudem trägt das Ressort die Verantwortung dafür, dass alle Gemeindeverwaltungen über ausreichend Mitglieder in den Wahlkommissionen verfügen. In dieser Hinsicht habe es keine Probleme gegeben, teilte Tomáš Jírovec in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks mit. Er leitet im Innenministerium die Sektion für die Organisation von Wahlen.

Tomáš Jirovec | Foto: Innenministerium der Tschechischen Republik

„In diesem Jahr haben wir von den Bürgermeistern keine Beschwerden gehört, dass sie auf lokaler Ebene zu wenige Menschen für die Wahlkommissionen angeworben hätten. Die Parteien haben das Recht, ihre Vertreter in die Wahlkommissionen zu entsenden. Es ist vermutlich logisch, dass – im Vergleich zu anderen Wahlen – das Interesse für die Arbeit in einer Wahlkommission diesmal größer ist.“

Das Innenministerium hat zudem die Aufgabe, für einen sicheren Verlauf der Wahlen zu sorgen. Dieser wird von einer neu eingerichteten technischen Gruppe beaufsichtigt. Auch das Amt für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) bleibe in Bereitschaft, merkte sein Sprecher Jakub Neščivera an:

„Das Amt befasst sich seit längerer Zeit mit einem sicheren Verlauf der Wahlen. Unsere Aufgabe ist es, solchen Institutionen unter die Arme zu greifen, die die notwendigen Systeme betreuen. Sie müssen maximale Sicherheitsmaßnahmen treffen und gut vorbereitet sein, um einen ungestörten Verlauf der Abstimmungen zu garantieren.“

Mit den Institutionen meint der NÚKIB-Sprecher unter anderem das Tschechische Statistikamt (ČSÚ), das die Wahlergebnisse veröffentlicht. Was die Gefahr eventueller Cyberattacken betrifft, drohen nach Angaben von Jakub Neščivera vor allem die sogenannten DDos-Angriffe, bei denen die Hacker die Server mit Anfragen überfluten und damit außer Betrieb setzen.

„Für die Öffentlichkeit kann dies unangenehm sein, wenn sie keine Informationen über die Wahlen oder keine Hochrechnungen bekommen kann. Ich muss jedoch betonen, dass ein solcher Angriff keine Auswirkung auf das Wahlergebnis und die Stimmenauszählung hat.“

Foto: Jaroslav Svoboda,  ČTK

Auch die Mobilfunkbetreiber in Tschechien bereiteten sich auf eventuelle Cyberattacken vor. Sie rechnen mit häufigeren Angriffsversuchen auf staatliche Institutionen sowie private Organisationen. Dazu Patricie Šedivá von T-Mobile:

„Wir bereiten uns auf diese Situationen vor, indem wir das Monitoring und die regelmäßigen Tests unserer Systeme sowie die Überprüfung der Sicherheit stärken, um eine vielfach größere Belastung zu bewältigen.“

Autoren: Martina Schneibergová , Dominik Hron | Quelle: Český rozhlas
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