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Präsident Zeman ernennt Finanzexperten Rusnok zum neuen Premier

Der Ökonom und ehemalige Finanzminister Jiří Rusnok ist neuer tschechischer Premier. Staatspräsident Miloš Zeman ernannte den 52-Jährigen am Dienstag zum Chef einer Übergangsregierung. Der Wirtschaftsfachmann von der Zeman nahestehenden Partei SPOZ soll ein Expertenkabinett zusammenstellen und das Land zu neuen Wahlen führen. Rusnok folgt auf Petr Nečas, der Konservative war vor einer Woche wegen eines Bespitzelungs- und Korruptionsskandals zurückgetreten. Das neue Kabinett muss innerhalb von 30 Tagen um das Vertrauen der Abgeordneten bitten. Die Parlamentsparteien haben aber allesamt ausgeschlossen, eine Expertenregierung zu unterstützen.

Zeman begründete die Ernennung von Rusnok unter anderem damit, dass er handeln musste. Der Präsident bezeichnete seinen Schritt zudem als besten Weg zu vorgezogenen Neuwahlen. Diese könnten im September stattfinden, deutete Zeman an. Vorgezogene Neuwahlen werden von allen drei Oppositionskräften unterstützt, nicht aber von den Koalitionsparteien, die über eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus verfügen.

Rusnok will bis in 14 Tagen ein Regierungskabinett zusammenstellen

Der neue Premier Jiří Rusnok plant bis in 14 Tagen ein Regierungskabinett aus parteilosen Ministern zusammenzustellen. Das sagte Rusnok nach seiner Ernennung am Dienstag auf der Prager Burg. Als Prioritäten seiner Expertenregierung nannte der Wirtschaftsexperte die Ausarbeitung eines Haushaltsentwurfs, ein System für die Abschöpfung von EU-Fördergeldern und Hilfsmaßnahmen für die Hochwassergeschädigten.

Koalitionsparteien sammeln 101 Unterschriften für Regierung mit Němcová

Die drei Koalitionsparteien kritisieren die Entscheidung von Staatspräsident Zeman, einen eigenen Kandidaten zum Premier zu ernennen. Kurz vor der Ernennung präsentierten sie zudem im Abgeordnetenhaus eine knappe Mehrheit für eine Übergangsregierung mit Miroslava Němcová von der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) an der Spitze. Man habe 101 Unterschriften gesammelt, sagte Němcová am Dienstag gegenüber Journalisten. Persönlich habe sie dies Zeman auch mitgeteilt, sagte die derzeitige Chefin des Abgeordnetenhauses. Neben den insgesamt 100 Parlamentariern von ODS, Top 09 und Lidem im 200-köpfigen Abgeordnetenhaus unterschrieb auch der unabhängige Abgeordnete Michal Doktor.

Gegenüber Journalisten warnte Němcová, dass die Koalitionsparteien keinen Haushaltsentwurf unterstützen wollen, der von einer Expertenregierung ausgearbeitet wurde. Zemans Vorgehen zöge daher ein Haushaltsprovisorium nach sich.

Zurückgetretener Nečas wird Tschechien beim EU-Gipfel vertreten

Der zurückgetretene Premier Petr Nečas wird Tschechien beim EU-Gipfel zu Ende der Woche noch einmal vertreten. Dies teilte ein Regierungssprecher mit. Der am Dienstag von Staatspräsident ernannte Nachfolger von Nečas, Jiří Rusnok, werde erst nach der Ernennung seines Kabinetts zu Auslandsreisen aufbrechen. Vorher lägen alle Vertretungsansprüche im Ausland bei der bisherigen Regierungskoalition, so der Sprecher.

Meteorologen warnen wegen Dauerregens vor Hochwasser

In Tschechien steigt wegen Dauerregens die Hochwassergefahr. An einigen Orten ist es bereits am Dienstag zu kleineren Überschwemmungen gekommen. Straßen und Gärten wurden überflutet, nachdem Bäche oder Flüsse über die Ufer traten. Besonders betroffen sind Ostböhmen, Südmähren und Nordböhmen. An einigen Flüssen besteht die höchste Hochwasser-Alarmstufe, so zum Beispiel an der Elbe unterhalb des Riesengebirgs-Orts Špindlerův Mlýn / Spindlermühle oder an der Jizera in Jablonec / Gablonz. In Prag wurden vorsorglich einige Uferpromenaden der Moldau geschlossen. Da es in ganz Tschechien weiterhin regnet, warnen die Meteorologen vor Hochwasser auch in weiteren Regionen.

OECD: Lehrkräfte in Tschechien alt, aber hoher Schulbildungsstand

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beschäftigt sich in ihrem Jahresbericht auch mit dem tschechischen Bildungssystem. So weist die OECD darauf hin, dass tschechische Lehrerinnen und Lehrer vergleichsweise alt seien. Zugleich bestehe wegen geburtenschwacher Jahrgänge keine Motivation, neue Lehrkräfte einzustellen. Lob findet hingegen der hohe allgemeine Schulbildungsstand. Insgesamt 92 Prozent der tschechischen Bürger haben eine Mittelschulbildung, der Durchschnitt in den OECD-Ländern liegt bei 72 Prozent. Außerdem lobt die Organisation, dass die Bildungsausgaben des tschechischen Staates gestiegen sind, trotz der ansonsten vorherrschenden Sparpolitik.

Verlagswesen: Unternehmer Babiš soll tschechische Tochter von Ringier Axel Springer gekauft haben

Der Unternehmer und Milliardär Andrej Babiš soll laut Medienberichten die tschechische Tochter des Verlagshauses Ringier Axel Springer gekauft haben. Bereits Ende vergangener Woche habe Babiš den Kaufvertrag unterschrieben, berichtete der Wirtschaftsserver e15 am Dienstag. Der Preis wurde bisher nicht offiziell genannt, laut dem Bericht soll er aber bei 4 Milliarden Kronen (160 Millionen Euro) liegen. Ringier gibt in Tschechien das Boulevardblatt „Blesk“ heraus sowie unter anderem die Fachtageszeitung „Sport“ und das Wochenmagazin „Reflex“.

Babiš selbst hat den Kauf dementiert. E15 verweist aber darauf, dass der Unternehmer noch jede seiner Akquisen im Vorfeld geleugnet habe. Andrej Babiš ist Eigner des Mischkonzerns Agrofert, der in Tschechien Marktführer im Bereich landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel ist.

In Prag werden Shakespeare-Festspiele eröffnet

Mit einer Neuinszenierung von Shakespeares „Sommernachtstraum“ werden am Dienstagabend auf der Prager Burg die Shakespeare-Festspiele eröffnet. Auf dem Programm des traditionellen Sommerfestivals stehen bis 7. September 153 Theatervorstellungen. Gespielt wird nicht nur in Prag, sondern auch in Brno / Brünn, Ostrava / Ostrau sowie in der Slowakei in Bratislava und in Zvolen. In Prag werden die Vorstellungen auf zwei Freilichtbühnen aufgeführt: in der Obersten Burggrafschaft auf der Prager Burg und im Hof des Palais Liechtenstein auf dem Kleinseitner Ring.

Fußball: Superpokalspiel zwischen Meister und Pokalsieger am 12. Juli

Meister Viktoria Pilsen und Pokalsieger FK Jablonec werden am 12. Juli um den tschechischen Superpokal spielen. Auf diesen Termin hätten sich beide Vereine geeinigt, gab der tschechische Fußballverband am Dienstag bekannt. Die Begegnung wird ab 17.45 Uhr in der Pilsner Doosan-Arena ausgetragen, das Tschechische Fernsehen überträgt live.

Fußball: Augsburg trennt sich von tschechischem Mittelfeldspieler Petržela

Mittelfeldspieler Milan Petržela verlässt den Fußball-Bundesligisten FC Augsburg. Der noch bis 2015 laufende Vertrag mit Petržela sei mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, teilte der Verein am Montag mit. Der tschechische Nationalspieler hatte in der vergangenen Saison zwölf Bundesliga-Partien für den FCA absolviert, alle in der Hinrunde. Zu weiteren Gründen für die Trennung machte der Klub keine Angaben, allerdings stand Petržela schon länger auf der Streichliste. Der 30-Jährige hatte bei seinen Einsätzen kaum überzeugen können und kämpfte zudem mehrfach mit Verletzungen.

Eishockey: Frolík und Rozsíval gewinnen mit Chicago Stanley Cup

Zwei tschechische Eishockeyspieler haben im Team der Chicago Blackhawks den Stanley Cup gewonnen. Stürmer Michael Frolík und Verteidiger Michal Rozsíval halfen dem NHL-Klub, die berühmte Trophäe zu holen. Am Montag setzten sich die Chicago Blackhawks in der letzten Spielminute mit 3:2 bei den Boston Bruins durch und entschieden die Finalserie mit 4:2 für sich. Es sei ein unglaubliches Gefühl, sagte der 25-jährige Frolík nach dem Sieg. Die Serie sei ausgeglichen gewesen, so der Spieler weiter. Rozsíval zeigte sich glücklich, dass er im Alter von 34 Jahren endlich den Stanley Cup gewinnen konnte. Insgesamt haben nun 24 tschechische Eishockeyspieler die berühmte Trophäe geholt.

Das Wetter am Mittwoch, 26.6.: bedeckt, Regen oder Schauer, bis 16 Grad

Am Mittwoch überwiegen in Tschechien dichte Wolken mit örtlich Regen oder Schauern. Im Norden und Nordosten des Landes sind die Niederschläge dauerhafter. Im Südwesten lockert im Laufe des Tages die Wolkendecke auf, dort bleibt es am Abend dann sogar trocken. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 12 bis 16 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 7 Grad Celsius erreicht.