In Ostrava abgelehnt - in der Met gefeiert: zum 70. Geburtstag von Eva Randova

Eva Randova (Foto: CTK)

Ihre hervorragende dunkle Mezzosopranstimme hat sie in das Mekka aller Opernliebhaber - auf die Bühne der Metropolitan Opera in New York - gebracht. Sie sang aber auch in der Mailänder Scala, in der Oper in Paris und vor allem in Deutschland - in Stuttgart, Nürnberg und in München. Die Anfänge der weltberühmten Opernsängerin Eva Randova waren jedoch gar nicht einfach. Am Silvestertag feierte die Diva ihren 70. Geburtstag.

Eva Randova  (Foto: CTK)
Eva Randova erinnert sich heute an ihren schwierigen Beginn im Operngesang mit Humor. In einigen tschechischen Opernhäusern wurde ihr Anfang der sechziger Jahre gesagt, sie habe keine gute Stimme, nicht einmal für den Chorgesang. Die ehemalige tschechoslowakische Meisterin im Schwimmen und Sport- und Mathematiklehrerin wurde dann von Dirigent Zdenek Kosler für das Opernhaus in Ostrava / Ostrau engagiert, wo sie bis 1968 wirkte. Auch dort stellte jedoch der so genannte Künstlerrat fest, dass dies "keine Stimme für Ostrava sei". Wie sich später Dirigent Kosler erinnerte, traf diese Behauptung damals auch zu. 1970 nahm Randova das Angebot aus Nürnberg an und begann so gleich ihre internationale Karriere. In Deutschland war sie Jahre lang Solistin an der Staatsoper in Stuttgart. Hier wurde ihr mittlerweile auch der Titel einer Kammersängerin verliehen. Obwohl Randova nie emigriert ist und ihren tschechoslowakischen Reisepass behielt, verschwand ihr Name in der kommunistischen Tschechoslowakei für lange Jahre von der Opernszene.

Eva Randova sang inzwischen neben Deutschland auch im Covent Garden in London, in der Mailänder Scala und in der Pariser Oper. Anfang der achtziger Jahre brillierte sie als Fricka in Wagners Rheingold in der Metropolitan Opera in New York, wo sie danach noch öfter gesungen hat. Zu Randovas beliebtesten Rollen gehörten Eboli in Verdis Don Carlos und Santuzza in Mascagnis Cavalleria rusticana. Die Musikkritiker halten sie für eine phänomenale Küsterin in Janaceks Jenufa und eine hervorragende Kabanicha in der Oper Katja Kabanova desselben Komponisten.

Eva Randova war von 1995 bis 1998 Intendantin der Staatsoper in Prag. Sie hilft gerne jungen talentierten Künstlern, so beispielsweise bei internationalen Sommerkursen. Diese organisiert sie an einer Grundschule mit künstlerischer Ausrichtung im nordböhmischen Usti nad Labem / Aussig. Die Schule trägt den Namen dieser namhaften tschechischen Mezzosopranistin, die ihre professionelle Karriere inzwischen beendet hat.