Ostrava Days 2025: Neue Musik aus Tschechien und der Welt

Petr Kotík und die Ostrava-Bande

Wer an die mährisch-schlesische Stadt Ostrava / Ostrau und Musik denkt, dem kommt wohl als erstes das Festival Colours of Ostrava in den Sinn, zu dem alljährlich die Größen der nationalen und internationalen Rock- und Popszene anreisen. Dieser Tage findet in der Stadt aber eine ganz andere Musikveranstaltung statt: die Ostrava Days – ein Festival der Neuen Musik für Orchester.

Foto: Zentrum für Neue Musik Ostrava

Die Ostrava Days haben seit ihrer Gründung im Jahr 2001 über 250 Künstler aus 28 Ländern der Erde zusammengebracht. In diesem Jahr reisen wieder etliche Musiker und Komponisten aus dem In- und Ausland an. Aufgeführt werden große orchestrale Werke, Chorkonzerte in der Kathedrale, geboten wird aber auch ein Abend mit algorithmischen Kompositionen. Und wie jedes Jahr findet im Vorfeld eine Sommerschule für Nachwuchskomponisten statt.

Petr Kotík bei der ersten Orchesterprobe | Foto: Martin Popelář,  Ostrava Days Festival

Künstlerischer Leiter des Festivals ist bis heute Petr Kotík, der die Veranstaltung 2001 aus der Taufe hob. Der mittlerweile 83-jährige Komponist, Dirigent und Flötist wollte ein Programm schaffen, das gewissermaßen an den angesehenen Darmstädter Ferienkursen orientiert war. In der hessischen Großstadt gibt es seit 1946 eine Sommerschule für Komponisten und Instrumentalisten, bei der einst zahlreiche namhafte Vertreter der Szene wie Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez oder Luigi Nono die neuesten Trends vorgaben.

Luigi Nono,  1970 | Foto: Ostrava Days Festival

Von seinem Vorbild schaute sich Kotík einige positive Aspekte ab, so etwa die kompromisslose Dramaturgie. Drei Orchester gleichzeitig auf der Bühne? Ein Konzert, das drei oder vier Stunden dauert? Bei den Ostrava Days keine Seltenheit! Besonders wird das Programm auch, da die Grenzen zwischen den Teilnehmern verschwimmen: Die Werke von Nachwuchskünstlern werden gleichrangig neben denen etablierter Komponisten aufgeführt. Die überwiegende Zahl der Stücke wird dabei das erste Mal in Tschechien gespielt, oftmals handelt es sich um Uraufführungen.

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