Pardubice und sein historischer Stadtkern

Rathaus (Foto: Klára Stejskalová)

Bei einem Besuch der Stadt in Ostböhmen kann man durch malerische Gässchen im denkmalgeschützten Zentrum streifen und einen Blick vom Grünen Tor werfen.

Grünes Tor  (Foto: Klára Stejskalová)

Der Name des Stadttors spielt auf die Verkupferung seines Turmdaches an, die sich durch Wind und Wetter verfärbt hat. Der charakteristische Turm wurde nach einem großen Brand in Pardubice im Jahr 1538 errichtet. Unten durch das Tor führt der Weg zum historischen Pernstein-Platz (Pernštýnské náměstí) mit seinen Häusern aus der Spätgotik und Renaissance. Am bekanntesten ist jedoch das barocke Jona-Haus (Nr. 50), seine Fassade ziert ein großes plastisches Relief. Dieses verweist auf die biblische Legende vom Wal, der den Propheten Jona verschluckt.

Jona-Haus  (Foto: Kristýna Maková)
Pestsäule  (Foto: Klára Stejskalová)

Eine weitere Dominante am Platz ist das Rathaus. Dabei handelt es sich eigentlich um den historistischen Umbau von drei Bürgerhäusern aus den Jahren 1892 bis 1894. An der Fassade des Rathauses sind die Köpfe tschechischer Könige abgebildet. Und zwischen den Fenstern im zweiten Stock befinden sich allegorische Fresken der menschlichen Tugenden.

Mitten auf dem Pernstein-Platz steht außerdem eine sechs Meter hohe barocke Pestsäule von 1695. Sie wurde von einem unbekannten italienischen Künstler geschaffen.

Renaissance-Schloss

Schloss Pardubice  (Foto: Klára Stejskalová)

Eine weitere Sehenswürdigkeit befindet sich in einem Park nahe der Elbe: das Schloss von Pardubice. Der Renaissance-Bau steht am Ort einer früheren Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. 1491 gelangte die Stadt in die Hände von Wilhelm II. von Pernstein, und dieser ließ die Burg zu einem vierflügeligen Palast umbauen und mächtige Mauern darum errichten. So entstand ein Herrschersitz, halb Burg, halb Schloss, mit einem Festungssystem auf dem Höhepunkt spätgotischer Baukunst. Der letzte private Eigner des Schlosses in der frühen Neuzeit war Jaroslav von Pernstein, er musste es an Kaiser Ferdinand I. verkaufen. Heute hat dort das Ostböhmische Museum seinen Sitz.

Moderne Architektur

Stadttheater  (Foto: Klára Stejskalová)

Doch nicht nur alte Baustile kennzeichnen das Zentrum von Pardubice. Auch aus dem frühen 20. Jahrhundert lässt sich einiges finden. So zum Beispiel das Jugendstil-Stadttheater von 1909. Und neben dem Grünen Tor entstand zwischen 1914 und 1917 die Städtische Sparkasse. Sie wurde vom Architekten František Roith entworfen. Zudem hat Stararchitekt Josef Gočár auch in Pardubice deutliche Spuren hinterlassen – unter anderem mit der sogenannten Anglobanka, die 1924 fertiggestellt wurde. Eines von Gočárs funktionalistischen Meisterstücken ist das ehemalige Grandhotel, dessen erster Gast im Jahr 1931 der damalige tschechoslowakische Staatspräsident Tomáš Garrigue Masaryk war. Das Grandhotel war auch der Mittelpunkt alles kulturellen Lebens in Pardubice. Heute dient das Gebäude schnöderen Dingen: Nach einem Umbau wurde es 1997 als Einkaufszentrum wiedereröffnet.

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Autor: Till Janzer
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