Regisseur und Drehbuchautor Jiří Krejčík gestorben

Jiří Krejčík (Foto: ČTK)

Er gilt als einer der Großen der tschechoslowakischen und tschechischen Kinematographie. Seit den 1940er Jahren hat er mehr als 40 Filme gedreht. Am Donnerstag ist der Film- und Theaterregisseur Jiří Krejčík im Alter von 95 Jahren in Prag gestorben.

Jiří Krejčík (Foto: ČTK)
Jiří Krejčík drehte 1947 seinen ersten Spielfilm. Als Vorlage diente ihm eine der „Kleinseitner Geschichten“ von Jan Neruda. Ein Durchbruch bei seiner Regiearbeit war das 1960 entstandene Filmdrama „Das höhere Prinzip“. Der Streifen spielte in der Zeit der Nazi-Okkupation. Zu Krejčíks bekanntesten Werken gehören die Filme „Pension für Junggesellen“ aus dem Jahr 1967 oder „Die göttliche Emma“,ein biografischer Film über die berühmte tschechische Operndiva Ema Destinnová.

Jiří Krejčík war auch Drehbuchautor und trat gelegentlich auch selbst in Filmen auf. Im Streifen „Das Wildschwein ist los“ von Jiří Menzel verkörperte er beispielsweise einen ewig hungrigen Metzger. Regisseur Jan Hřebejk besetzte in den 1990er Jahren die Rolle eines Arztes in seinem Film „Pelíšky“ / „Kuschelnester“ mit Krejčík. Laut Hřebejk eine sehr glückliche Idee:

„Das höhere Prinzip“
„Krejčík war nicht nur ein hervorragender Regisseur und charismatischer Schauspieler, sondern auch ein sehr guter Dramaturg. Er hat uns damals einige nützliche Ratschläge gegeben. Einer meiner Mitarbeiter kam auf die Idee, Krejčík als Schauspieler zu engagieren. Er war sich zuvor sicher, dass Krejčík das Drehbuch durchlesen und uns dann ausschimpfen werde. Und dies werde nur Positives für den Film bringen. Und genau so ist es dann auch passiert.“

Von Krejčíks Filmen sei ihm „Das höhere Prinzip“ am liebsten, sagt Hřebejk. Aber auch „Die göttliche Emma“ schätzt er sehr:

„Ich erinnere ich mich noch gut daran, wie die Zuschauer in den Kinos geklatscht haben, als der Film ´Die göttliche Emma´ aufgeführt wurde. Ich hielt Krejčík immer für einen sensiblen Mann, der sehr verletzbar war und auch oft von den anderen verletzt worden ist.“

„Die göttliche Emma“
In einem Gespräch für den Tschechischen Rundfunk im Jahr 2009 erklärte Jiří Krejčík:

„Rechne ich es zusammen, habe ich während des vergangenen kommunistischen Regimes insgesamt 28 Jahre meines schöpferischen Lebens verloren. Entweder konnte ich nicht drehen oder nur verschiedene nutzlose, kleine und überflüssige Reklamesachen.“

1998 wurde Jiří Krejčík für sein Lebenswerk mit dem tschechischen Filmpreis „Český lev“ ausgezeichnet und 2005 erhielt er für sein Lebenswerk beim internationalen Filmfestival in Karlsbad den Kristallglobus.