Rentner häufigstes Opfer von Diebstählen und Betrügereien in Tschechien
Erst wenige Tage ist Tschechiens neuer Polizeipräsident Tomáš Tuhý im Amt. Mit der Wahl von Tuhý hofft Innenminister Milan Chovanec vor allem, dass nun endlich wieder mehr Stabilität einzieht in die Arbeit der Polizisten. Das ist auch nötig, denn neben den großen Schwerpunkten wie Drogenkriminalität und Extremismus, die es zu bekämpfen gilt, treibt auch die Kleinkriminalität immer neue Blüten. Bevorzugtes Opfer dabei sind die Rentner.
Die bestohlene Frau wird ihr Geld vermutlich nicht wiedersehen. Die Polizei konnte die Täter bisher nicht fassen, gewiss auch deshalb nicht, weil es der Rentnerin geht wie den meisten ihrer Altersgenossen: sie haben Schwierigkeiten, sich an die Täter zu erinnern. Das bedauert auch Polizist Václav Vlasák:
„Für unsere Arbeit ist es von Nachteil, dass die Betroffenen keine Informationen liefern können. Für den Täter ist das natürlich von Vorteil, denn er profitiert davon, dass die Opfer die Tat aus dem Gedächtnis verdrängen oder sich einfach nicht mehr daran erinnern können.“Die Opfer unter den Senioren werden meist von Verbrechern ausgespäht, die wie familiäre Banden operieren. Die älteren Leute hingegen sind oft einsam und vertrauensselig und damit leichte Beute. Rat und Hilfe in schweren Situationen können die Senioren indes durch die gemeinnützige Organisation Elpida bekommen. Sie ist unter anderem über eine kostenlose Hotline erreichbar, so der Direktor der Organisation, Jiří Hrabě:
„Bis zu 17 Prozent aller Fragen, die uns Senioren über diese Hotline stellen, betreffen solche Diebstahldelikte. Das entspricht, hochgerechnet auf ein Jahr, etwa 5000 Fällen. Neben Diebstählen und Betrügereien sind auch häusliche Gewalt und die Misshandlung von Rentnern an der Tagesordnung.“Im Rahmen ihrer Hilfstätigkeit bietet Elpida auch Vorträge für Senioren an. Dort werden sie darüber informiert, wie sie sich gegen aufdringliche Verkäufer und Betrüger zur Wehr setzen können.
„Wir sind dafür da, dass wir den Senioren eine vertrauensvolle Atmosphäre bieten, in der sie uns auch ihre Sorgen und Nöte anvertrauen“, ergänzt Hrabě.
Allein im Jahr 2013 haben die Täter etwa 30 Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) bei Senioren erbeutet.