Reparatur von Straßenschäden mit tschechischer Mikrowellen-Technik
Eine Mikrowelle und die Ausbesserung von Straßen. Auf den ersten Blick besteht da kein Zusammenhang. Doch eine in Tschechien erfundene und nun auch erprobte Technik verbindet beides miteinander. Unter anderem wurde sie in Österreich und der Schweiz vorgeführt.
Jetzt im Sommer werden hierzulande mehr als 55.000 Kilometer Straßen für den Winter präpariert. Das heißt, es müssen vor allem Schlaglöcher ausgebessert werden. Der größte Teil des Netzes umfasst Landstraßen der 2. und 3. Klasse. Auf ihnen kommt eine Technik zum Einsatz, die in Tschechien erfunden wurde…
„Die größere der beiden Maschinen hier ist die entscheidende. Sie hat eine Mikrowelle, wie sie auch in der Küche genutzt wird – nur dass dort nicht Essen erwärmt wird, sondern der Asphalt rund um das Schlagloch. So verbindet sich der bestehende Asphalt besser mit dem Bitumen, mit dem das Loch aufgefüllt wird“, erläutert Ondřej Rušikvas auf einer der Straßen Prags. Er ist Verkaufsleiter der Firma Futtec, die das neue Verfahren erfunden hat.
Fugenfreier Belag
Karel Kučera vom Straßenbauunternehmen Inpros bedient das Gerät. Zusammen mit seinen Kollegen hat er es über das Straßenloch geschoben:
„Hier auf dem Display ist zu sehen, wie lange es dauert, um den Asphalt auf 110 bis 120 Grad zu bringen. Es sind zehn Minuten. In dieser Zeit erhitzen meine Kollegen das Auffüllmaterial im Auto.“
Auch das geschieht in der Mikrowelle. Allerdings soll der Bitumen bis zu 170 Grad erreichen. Durch den Temperaturunterschied würden sich der bestehende Asphalt und das Auffüllmaterial besser miteinander verbinden, erläutert Kučera. Er beschreibt, wie das Gerät zum Erhitzen des Asphalts funktioniert…
„Es hat zwölf Hochvakuumröhren, die Hitze erzeugen. Sie wandeln elektrische Energie in Mikrowellen um und erreichen dadurch, dass die Moleküle im Asphalt anfangen zu vibrieren und heiß zu werden“, so Kučera.
Dann ist nach einem Piepton die gewünschte Temperatur des Asphalts erreicht. Und das Auffüllmaterial kann in das Loch geschüttet werden. Danach wird dieses mit einem Vibrationsstampfer festgedrückt. Dazu Rušikvas von der Firma Futtec:
„Das ist jetzt die finale Phase, wenn sich der erhitzte Rand des Asphalts durch das Andrücken mit dem Auffüllmaterial verbindet. Genau das bedeutet, dass die Entstehung von Fugen verhindert wird, der Belag ist also fugenfrei.“
Vorführungen in Österreich und der Schweiz
Und so dringt kein Wasser in die Fahrbahn. Jan Rýdl von der tschechischen Autobahn- und Straßendirektion (ŘSD) findet das überzeugend. Er weist darauf hin, dass die Schlaglöcher den Erfindern zufolge eben nicht nur oberflächlich behoben würden:
„Diese Art des Verfahrens bietet eine dauerhaftere Behebung der Schäden als vor allem jene, die im Winter genutzt werden. Die Ausbesserung hält problemlos zwei bis drei Jahre, vielleicht auch sogar vier.“
Nach wenigen Stunden ist der Asphalt dann so weit heruntergekühlt, dass die Autos wieder glatt über die Stelle fahren können.
Diese Technik zum Ausbessern von Schlaglöchern hat Futtec seit Februar dieses Jahres ebenso in anderen Ländern vorgeführt. Dazu gehören Österreich, die USA, die Niederlande oder Italien. Auch in der Schweiz gab es eine Präsentation, über die sogar das tschechische Außenministerium auf seiner Website berichtete. Sie fand Ende Juni statt – auf dem Areal von „Tiefbau Stadt Bern“.







