Schmackhaftes in tschechischen Schulmensen

Foto: ČTK

Am Montag hat in Tschechien das neue Schuljahr begonnen. Gut vorbereitet auf den Start des Unterrichts sind auch die Schulmensen hierzulande. Bereits zum vierten Mal haben sie an einem Wettbewerb um das beste Gericht teilgenommen.

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Schulmensen hatten früher in Tschechien keinen guten Ruf: Ein Begriff, den viele Generationen aus ihrer Schulzeit kennen, ist „Uho“. Es ist die Abkürzung für „univerzální hnědá omáčka“, zu Deutsch etwa „braune Universalsoße“. Dahinter verbarg sich eine aus Pulver zubereitete Soße ohne besonderen Geschmack, in der entweder zerkochte Kartoffeln oder Nudeln schwammen. Derartige Vorstellungen von Schulkantinengerichten sind heutzutage jedoch überholt, wie sich auch beim Wettbewerb vorige Woche in Prag zeigte. Die Aufgabe der teilnehmenden Schulköche war es, ein gesundes Gericht so zuzubereiten, dass es Kindern schmecken sollte. Sieger war das „Huhn á la Fasan“. Zubereitet wurde das Essen von der Mensa der Fachschule „U Krbu“ in Prag. Alena Strosserová leitet den Wettbewerb.

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„Dieses Gericht gehörte zu den Favoriten, weil es wirklich etwas Besonderes war. Beim Kochen wurden neue technologische Verfahren angewandt, das war das Interessante daran. Es gab aber auch andere Gerichte, deren Zubereitung ungewöhnlich war: beispielsweise Fleischbällchen, die unter dem Siedepunkt gekocht wurden. Zu den Favoriten zählten auch Hühnerschenkel auf Honig oder Hackfleisch gefüllt mit Rosenkohl. Die Auswahl war groß und es war für die Jury nicht einfach, einen Sieger zu küren.“

In der Jury saßen neben Erwachsenen auch zwei Schüler von der Schule im Prager Stadtteil Žižkov, die die den Wettbewerb ausrichtete. Mit ihren Bewertungen haben die Schüler die anderen Juroren überrascht:

Alena Strosserová (Foto: Tschechisches Fernsehen)
„Die Erwachsenen waren in einigen Fällen davon überzeugt, dass das Gericht den Kindern gar nicht schmecken könne. Dabei haben sie sich allerdings geirrt und waren sehr erstaunt.“

Für die Teilnahme am Wettbewerb mussten die Schulmensen einige Bedingungen erfüllen. Vor allem musste das Gericht, das sie zum Wettbewerb angemeldet hatten, in der Schulküche regelmäßig serviert werden und es sollte zu den beliebtesten Gerichten der Schüler gehören. Laut Alena Strosserová wächst das Interesse am Wettbewerb ständig:

„Am Anfang nahmen 45 Schulmensen teil, in diesem Jahr haben sich bereits mehr als 90 Mensen angemeldet. Das Bildungsministerium und das Prager Rathaus haben die Schirmherrschaft übernommen, und sie wollen die Mensen auch weiterhin unterstützen.“

Zdeněk Pohlreich (Foto: Kirk, Wikimedia CC BY-SA 3.0)
Die Schulen sind jedoch meistens gezwungen, sehr billig zu kochen. Das komplette Menü dürfe nicht mehr als 34 Kronen (1,30 Euro) kosten, erklärten einige der Köchinnen und Köche. Der hierzulande populäre Starkoch Zdeněk Pohlreich meint, dass man zwar auch für diesen Preis ein relativ gutes Mittagessen zubereiten kann. Er schränkte jedoch ein:

„Ich denke, die Grundfrage lautet, warum es ausgerechnet 34 Kronen kosten muss. Das finde ich komisch. Es ist bestimmt nicht einfach, für diesen Preis ein Mittagessen zu kochen. Bei den heutigen Lebensmittelpreisen kommt es darauf an, wie kreativ die Chefs der Schulküchen und wie fähig die Köche sind, die für die Schüler kochen.“