Smetanas Litomysl: Großer Beifall für Torsten Kerl

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Mit einem Galakonzert des deutschen Tenors Torsten Kerl ist am Sonntag das zweiwöchige internationale Opernfestival "Smetanas Litomysl" zu Ende gegangen.

Ausverkaufter Schlosshof in Litomysl  (Foto: Autorin)
Einen lange dauernden Beifall mit Standing Ovations hat Torsten Kerl geerntet. Der Beifall im ausverkauften Schlosshof galt nicht nur dem jungen Opernstar, sondern auch der Mezzosopranistin Elena Batoukova, die unter anderem in einigen Opernduetten mit ihrem Mann Torsten Kerl auf dem Podium stand. Der Tenor, der in New York, Wien, München, Salzburg und in weiteren berühmten Opernhäusern der Welt auftritt, sang in Litomysl Arien aus Opern von Richard Wagner, Carl Maria von Weber, Georges Bizet, Petr Iljitsch Tschaikowski und Erich Korngold. Torsten Kerl hat bis auf eine Arie das ganze ursprünglich angekündigte Programm gesungen, obwohl er, wie der Konzertveranstalter gemeldet hat, erkältet war. Vor dem Konzert im Geburtsort von Bedrich Smetana fragte ich den Tenorsänger, der einst als Oboist angefangen hatte, nach seiner ersten großen Rolle:

"Ich hatte Engagement in einem kleinen Theater in Deutschland, und da habe ich Rollen gesungen, die - wie der Intendant gesagt hat - keiner singen wollte, weil die entweder zu klein waren oder zu kompliziert und klein waren. Dann habe ich Engagement in einem größeren Haus bekommen, und die haben mich gefragt, ob ich mal was Großes machen würde, denn dafür könnte ich engagiert werden. Sie haben gesagt, es gebe einen Komponisten, der hieße Smetana und der hätte die Oper ´Die verkaufte Braut´ geschrieben. Für mich war es klar: Smetana kannte ich gut, weil ich mal Orchestermusiker war und die Ouvertüre oft im Orchester gespielt habe. Aber die Oper kannte ich nur von Fritz Wunderlich, und sie hat mir sehr gut gefallen. Meine erste große Rolle war dann Jenik / Hans in der Verkauften Braut. Wir haben dreißig Vorstellungen gemacht, und das war sehr viel. Und meine zweite Oper war eine russische Oper. Meine beiden ersten großen Partien waren also im slawischen Fach."

Torsten Kerl sagte, er bewundere Smetanas Musik sehr. Es war aber kein Höflichkeitsklischee gegenüber den Gastgebern in Litomysl.

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"Aus meiner Orchesterzeit habe ich vor allem die Moldau gekannt. Aus den deutschen Opernhäusern oder auch aus anderen Operntheatern kenne ich nur `Die verkaufte Braut`. Ich habe außerhalb von Deutschland öfters schon mal Janacek gesungen. Das wurde natürlich in Tschechisch aufgeführt. Aber Smetana wird selten gespielt - außer der Verkauften Braut - das ist eine Ausnahme. Leider ist es so. Ich finde, dass Smetana in Deutschland zu den meist unterschätzten Komponisten gehört. Smetana ist ein Komponist, der wunderschöne Musik geschrieben hat, die auch sehr eigenständig ist - genauso wie Antonin Dvorak ganz eigenständig ist. Was mir an Smetana gefällt - auch wenn ich es mittlerweile kaum noch singe, weil ich dafür nicht mehr engagiert werde, da ich mit Wagner und Strauss meistens genug zu tun habe - ich finde, dass es eine so unglaublich positive Musik ist. Es ist eine Art von Musik, die einen sofort mitreißt. Es ist eine Musik, die selbst in den schlimmsten Lebensphasen etwas Positives ausstrahlt. Man merkt, wenn man die Verkaufte Braut hört, das kann eigentlich gar nicht schlecht ausgehen kann."

Torsten Kerl, hat während des Gesprächs erklärt, er könne sich zum Beispiel vorstellen, mal Smetanas Dalibor zu singen.