Sparta Prag verpasst nach drei Jahren erstmals die Champions League

Seyfo Soley, Bernd Thijs und Belli Dagano, KRC Genk, Foto:CTK

Endlich wieder europäischer Fußball, endlich wieder eine Abwechslung von den Ängsten und Schrecken des Hochwassers sowie den Folgeschäden, die die Jahrhundertflut in Tschechien hinterlassen hat. So dachten zumindest knapp 13.000 Menschen, die am Dienstagabend den Weg in das Prager Sparta-Stadion gefunden hatten, und Hunderttausende an den Fernsehschirmen, als sie das Rückspiel der 3. Runde in der Qualifikation zur Champions League zwischen Sparta Prag und dem belgischen Meister KRC Genk verfolgten. Mit welchem Ausgang, das verrät Ihnen mein Kollege Lothar Martin.

Seyfo Soley, Bernd Thijs und Belli Dagano, KRC Genk, Foto:CTK
Die Ausgangssituation war klar, die Aufgabe schwer: der tschechische Rekordmeister musste die Begegnung mit drei Toren Unterschied gewinnen, um zum vierten Mal in Folge in die Hauptrunde der Champions League einziehen zu können. Diesen Rucksack hatten sich die Schützlinge von Trainer Jozef Jarabinský durch die unnötige 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel von vor 14 Tagen in Genk aufgeladen. Da waren sie - wohl auch unter den frischen Eindrücken des Hochwassers in der Heimat stehend - zum Teil gedanklich abwesend, wehrten sich zu wenig und nutzten ihre Chancen nicht.

Auch in Prag erspielte sich Sparta gleich zwei klare Einschussmöglichkeiten, die jedoch Bundesliga-Rückkehrer Miroslav Baránek kläglich versiebte. Und so kam es in Minute 26 zu dieser Situation:

Dies war auch der Halbzeitstand und die Qualifikation zur Champions League schien gelaufen. Zumal Mares und Zelenka für Sparta noch zweimal "nur" den Pfosten getroffen hatten. Doch nach dem Seitenwechsel erlebten die Zuschauer, darunter 350 beim Hochwassereinsatz sehr aktive Rettungskräfte und Polizisten, noch eine dramatische Zuspitzung. Zwischen der 56. und 59. Minute waren gleich drei Tore zum Zwischenstand von 2:2 gefallen. Und in der 64. Minute passierte dies:

Vor lauter Begeisterung hatte sich auch meine Wenigkeit in der Spielzeit etwas vertan. Aber warum auch nicht. Es war endlich der Qualifikationsfight geworden, den man sich gewünscht hatte und der in Minute 84 diese Fortsetzung fand:

Karel Poborky und Didier Zokora, Foto:CTK
Leider kam dieses Tor nicht mehr zustande, so dass die Belgier aufgrund der Auswärtstorregel mit viel Glück und Geschick die Champions League erreichten. Für Sparta Prag bleibt diesmal nur der UEFA-Cup. Zu den Gründen für das Scheitern sagte Sparta-Coach Jarabinský:

"Ich muss sagen, entscheidend war, dass wir weder in Genk noch hier zunächst keine unserer Chancen genutzt haben, obwohl wir weit mehr davon hatten als der Gegner. Vor allem in der 1. Halbzeit ließen wir mehrere klare Gelegenheiten aus. Ich muss aber das Engagement der Mannschaft hervorheben. Sie vollbrachte eine Leistung, wie sie sich gehört, wenn man um den Einzug in die Champions League kämpft."

Das erklärte Ziel wurde also verfehlt von den Sparta-Fußballern, die Sympathie der Zuschauer aber haben sie zurückgewonnen. Darüber hinaus zeigte auch der glückliche Sieger des Duells, der KRC Genk, wahre Größe. Vor der Begegnung nämlich hatte ein Verantwortlicher des belgischen Teams einem Vertreter der tschechischen Stiftung "Mensch in Not" einen Scheck in der Höhe von 250.000 Kronen für die Hochwassergeschädigten in Tschechien überreicht.