Sportreport

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Ahoi und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zum Sportreport von Radio Prag. Am Mikrofon begrüßt Sie Lothar Martin.

Nun, heute ist ja erst Mitte der Woche und noch nicht Freitag bzw. Samstag, werden sich vielleicht einige unserer Stammhörer fragen, die den Sportreport zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet haben. Aber für alle, die unsere Programmhinweise möglicherweise noch nicht vernommen haben oder aus liebgewonnener Gewohnheit für den heutigen Sendetag einfach auf das Wirtschaftsmagazin und nicht den Sportreport eingestellt sind, möchte ich noch einmal die mit der Uhrenrückstellung am vergangenen Sonntag in Kraft getretenen Änderungen des Programms von Radio Prag kurz wiederholen: der Sportreport wird ab sofort nicht mehr freitags/samstags, sondern zu den Sendezeiten am Mittwoch Nachmittag bzw. Donnerstag Vormittag ausgestrahlt, und zwar wie gehabt, einmal aller zwei Wochen, nun aber im Wechsel mit dem Wirtschaftsmagazin, das auf seinem angestammten Sendeplatz verweilt, aber nunmehr auch nur noch 14-tägig ausgestrahlt wird. Das bisher im Wechsel mit dem Sportreport ausgestrahlte Verkehrsmagazin "Mobil ans Ziel" entfällt, während an den ursprünglichen Sendeplatz von Sportreport und Mobil ans Ziel nun die neue Sendereihe "Im Spiegel der Medien" rückt, die wöchentlich produziert wird.

Doch nun geht's sportlich weiter. Und da haben wir ihnen für die heutige, erste Ausgabe des Sportreports zum neuen Sendetermin gleich die in der Welt und besonders in Mitteleuropa populärste und meistdiskutierte Sportart zu bieten: "König" Fußball. Und das aus gutem Grund. Also bleiben sie dran!


Der beliebteste Sport auch in Tschechien, das Fußballspiel, feiert hierzulande dieser Tage ein großes Jubiläum - das 100-jährige Bestehen des hiesigen Fußballverbandes. Weil dem so ist, wollen auch wir - zumindest in gestraffter Form - an einige tolle Erfolge und Meilensteine des tschechischen Fußballs erinnern. Und derer gab es in der Tat nicht wenige, im Gegenteil: sogar erstaunlich viele für das vergleichsweise im Weltmaßstab kleine Land.

Das Gründungsdatum des Fußballverbandes war der 19. Oktober 1901, als sich im Gasthaus "U zlatý váhy" (Zur goldenen Waage) in Prag zehn hauptstädtische Fußballklubs zusammenfanden, um einen eigenen Verband ins Leben zu rufen. Doch das stolze und einmalige 100-jährige Jubiläum wird nicht nur um das Gründingsdatum herum gefeiert, sondern eigentlich das ganze Jahr über begangen. So hat man auch, wie Verbandssprecher Jaroslav Kolár vor Journalisten äußerte, schon im Februar eine feierliche Vollversammlung des Verbandes abgehalten - des Verbandes, der seit der Teilung mit der Slowakei 1993 inzwischen die Bezeichnung Böhmisch-Mährischer Fußballverband (CMFS) trägt. Darüber hinaus wurde auf Initiative der Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" eine inoffizielle tschechische Elf des Jahrhunderts gewählt, der u.a. solch großartige Spieler wie der Vizeweltmeister und europäische Fußballer des Jahres 1962 Josef Masopust, der mit über 5000 in seiner Karriere erzielten Toren weltbeste Torjäger aller Zeiten, der legendäre Josef Bican, oder aber der beste tschechische Kicker der Gegenwart und einer der teuersten in der Welt, Pavel Nedved, angehören.

Und damit sind wir im Schnelldurchlauf auch schon im Jahr 2001 angekommen, in dem der beliebteste und erfolgreichste tschechische Klub wieder für Furore sorgt. Wer die europäische Champions League verfolgt, weiß auch schon, wenn ich meine.


Wie auf Bestellung zu den Festwochen des tschechischen Fußballs zelebriert der traditionsreichste Klub und mit 27 Titeln auch Rekordmeister des Landes, der AC Sparta Prag, zur Zeit in der Königsklasse des europäischen Fußballs durchaus attraktiven Fußball. Und erfolgreichen dazu. Denn vor dem abschließenden und mit Spannung erwarteten Gruppenspiel am Mittwochabend gegen den FC Bayern München stehen die Prager noch ungeschlagen und punktgleich mit dem Cupverteidiger nahezu identisch an der Tabellenspitze. Und analog den vielgerühmten Bayern blieb auch Sparta seit Wochen in der nationalen Meisterschaft ohne Niederlage, ja sogar ohne Gegentor. Fakten, die auch den Welttrainer des Jahres 2000, den international geschätzten Ottmar Hitzfeld, nicht verborgen geblieben sind, der Radio Prag auf die Frage, wie er das aufstrebende junge Team von Sparta Prag beim Hinspiel in München wahrgenommen habe, antwortete:

Der durchaus vorhandene Respekt der Bayern gegenüber der Leistungsentwicklung des tschechischen Meisters zeigt sich auch darin, dass Ottmar Hitzfeld auf der Pressekonferenz im Prager Mariott-Hotel auf die Frage von Radio Prag zur Zukunft der Champions League u.a. für die Verringerung des Startkontingents der großen europäischen Ligen zugunsten von aufstrebenden und ambitionierten Nationen plädierte:

Man sieht und hört also, dass die gute fußballerische Entwicklung von Mannschaften und Ländern in Europa durchaus wahrgenommen wird von der Fußballprominenz und das solche Entwicklungen auch nicht selten Veränderungen im Wettbewerbs- oder Spielmodus nach sich ziehen. Wir aber freuen uns erst einmal auf ein schönes Spiel zwischen dem von Bayern geförderten AC Sparta Prag und den großen Bayern und werden Ihnen in unseren aktuellen Sendungen auch über dieses hiesige "Großereignis" berichten.