Stundenbuch des Fürsten Rohan: verlorene Handschrift in Exklusivausgabe
Sie ist sehr wertvoll und mehr als 500 Jahre alt. Das Stundenbuch des Fürsten Rohan wird in der Prager Nationalbibliothek aufbewahrt. Die illuminierte Handschrift wurde in diesen Tagen von der Gesellschaft Archa 90 als Faksimile herausgegeben und der Öffentlichkeit in Prag vorgestellt
„Wir haben dieses Buch von etwa sieben Handschriften ausgesucht, die uns die Nationalbibliothek für die Herausgabe angeboten hatte. Der Beweggrund war die Tatsache, dass das Buch einst verloren gegangen war und durch Zufall wieder gefunden wurde. Deswegen ist es im Vergleich mit anderen Handschriften dieses Genres einzigartig.“
Das Stundenbuch ließ der französische Adelige Pierre de Rohan-Gié um das Jahr 1500 für seine Bibliothek verfassen. Die Handschrift tauchte erst nach mehr als 100 Jahren wieder auf. Sie gehörte dann Charles de Rohan, der in die Geschichte als Marschall de Soubise (1715-1787) eingegangen ist und ein Günstling der einflussreichen Madame de Pompadour war. Im 19. Jahrhundert hat die Familie Rohan das Buch mit auf ihr Schloss Sychrov in Nordböhmen mitgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Eigentum der Familie konfisziert. Seit 1951 wird die Handschrift in der Nationalbibliothek aufbewahrt. Bei der Herausgabe des Faksimiles war am schwierigsten die goldene Farbe der Illuminationen entsprechend wiederzugeben, sagt Rudolf Kalovský:„Bei den Digitalaufnahmen des Originalswerks hat die goldene Farbe oft gelbliche oder bräunliche Töne. Im Buch gibt es Bilder in brauner Farbe mit goldenen Streifen, und dies kann dann der Grafiker auf dem Foto kaum unterscheiden. Er muss sich nach dem Gedächtnis richten: Dies ist das Schwierige daran, wenn man das Originalbuch nicht ständig zur Verfügung hat.“
Über Mangel an Interesse für die Exklusivausgabe des Stundenbuchs des Fürsten Rohan kann der Verlag nicht klagen. Da die Handschrift aus dem mittelalterlichen Frankreich stammt, ist das Interesse dem Herausgeber zufolge vor allem in Frankreich, aber auch in Russland und Spanien sehr groß.
Fotos: Martina Schneibergová









