Symphonieorchester des Tschechischen Rundfunks dreimal für Musikpreise Anděl nominiert

Anfang April werden in Tschechien wieder die Musikpreise Anděl (Engel) vergeben, es sind die wichtigsten Branchenauszeichnungen hierzulande. Auch das Symphonieorchester des Tschechischen Rundfunks (SOČR) ist nominiert – und das sogar dreimal.

Präsentation der neuen CD des SOČR | Foto: Khalil Baalbaki,  Tschechischer Rundfunk

Die Rundfunksymphoniker sind in zwei Kategorien vertreten. Im Bereich Klassik mit der CD-Box „Má vlast“ (Mein Vaterland), die das gesamte symphonische Werk von Bedřich Smetana vereint, sowie mit „Zapomenuté české klavírní koncerty“, also vergessenen Klavierkonzerten tschechischer Komponisten. Zudem ist im Bereich Jazz noch eine Live-Einspielung des Orchesters zusammen mit dem All-Stars-Quintett des Bassisten Jaromír Honzák nominiert. Und zwar handelt es sich um Honzáks achtteilige Suite „The Blues of a String Hanging in the Wind“ (zu Deutsch: Der Blues einer im Wind hängenden Saite).

Die Box „Má vlast“, die das Rundfunkorchester unter Leitung seines Chefdirigenten Petr Popelka eingespielt hat, wartet mit einer Neuinterpretation von Smetanas bekannten Kompositionen auf. Sie ist bereits von Kritikern im In- und Ausland eingehend gelobt worden.

Vergessene Klavierkonzerte

Die vergessenen tschechischen Klavierkonzerte sind eine Kooperation mit dem Pianisten Marek Kozák. Er war vergangene Woche im Übrigen im Sudetendeutschen Haus in München mit einem Klavierrezital zu hören und am Samstag in Zürich. Der 31-jährige Nachwuchsmusiker hat mehrere Preise gewonnen, unter anderem in Bremen. Auf dem Album sind drei Werke versammelt. Es handelt sich um das Klavierkonzert Nr. 2 von Pavel Bořkovec, das der Prager Komponist 1949/50 schuf, zudem um das Klavierkonzert d-Moll, op. 7 von Vítězslava Kaprálová aus den Jahren 1934/35 sowie um das Konzert f-Moll für Klavier und Orchester, op. 6 von Karel Kovařovic. Und eben Letzteres möchte ich nun spielen. Kovařovic war ein Schüler von Zdeněk Fibich. Einen Namen machte er sich als Dirigent und Chef der Oper des Nationaltheaters in Prag. Sein Klavierkonzert von 1887 ist voller romantischer Spannung und virtuoser Passagen.

Autor: Till Janzer
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