Täglicher Nachrichtenüberblick

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Coronakrise: Staatspräsident Zeman ruft Tschechen zum Durchhalten auf

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hat seine Landsleute zum Durchhalten in der Coronakrise aufgerufen. Er befürworte den restriktiven Kurs, den die Regierung eingeschlagen haben, sagte das Staatsoberhaupt am Sonntag in einer Talkshow, die vom privaten TV-Sender Prima ausgestrahlt wurde.

Laut Zeman hat sich die liberalere Herangehensweise im Kampf gegen das Coronavirus nicht bewährt. In Ländern wie zum Beispiel Schweden verstärke sich die Epidemie, wohingegen sie hierzulande schwächer werde, führte der Präsident aus. Tschechien hat Mitte März bereits Ausgeh- und Kontaktbeschränkungen sowie eine Mundschutzpflicht eingeführt.

In einer kleinen Oster-Ansprache kurz vor dem Interview warb Miloš Zeman für Freundschaft, Liebe, Respekt und Solidarität unter den Menschen. Nur so könne die „angeschlagene tschechische Gesellschaft“ wieder gesunden, sagte der Staatspräsident.

Tschechische Regierung veröffentlicht am Dienstag Exit-Strategie für Einzelhandel und Dienstleistungen

Die tschechische Regierung will nach der Kabinettssitzung am Dienstag ihre Strategie aus den Corona-Restriktionen für Einzelhandel und Dienstleistungen vorstellen. Dies sagte Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (parteilos) am Sonntag in einer Talkshow des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Demnach soll die Lockerung in drei Wellen verlaufen.

Wegen der Corona-Pandemie müssen seit 14. März in Tschechien die meisten Geschäfte geschlossen bleiben. Ausgenommen sind vor allem der Lebensmittelhandel, Drogerien und Apotheken. Branchenverbände haben in den vergangenen Tagen wiederholt kritisiert, dass die Regierung noch kein Konzept für eine Wiederöffnung der Geschäfte veröffentlicht hat.

Epidemiologe Prymula: Keine Lockerungen bei 400 Corona-Neuerkrankungen am Tag

Sollte die Zahl der Corona-Neuerkrankungen am Tag auf Werte um 400 steigen, werde die Regierung die Lockerungen der Maßnahmen stoppen. Dies sagte der Epidemiologe Roman Prymula am Sonntag in einer Talkshow des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen. Eventuell müssten dann sogar einige Beschränkungen erneuert werden, so der Staatssekretär im Gesundheitsministerium.

In dieser Woche schwankte die Zahl der Neuinfektionen in Tschechien zwischen 163 am Freitag und 295 am Mittwoch. An den Osterfeiertagen vermeldete die Polizei vermehrt Verstöße gegen die restriktiven Auflagen in Tschechien, das heißt gegen die Kontakt- und Ausgehbeschränkungen sowie gegen die Mundschutzpflicht, die auch im Freien gilt.

Tschechische Berufspendler protestieren an Grenze zu Deutschland

Unzufriedene tschechische Berufspendler haben sich am Samstagnachmittag an der Grenze zu Deutschland zu Protesten getroffen. Vor den Übergängen Pomezí/Schirnding und Folmava/Furth im Wald parkten mehrere Dutzend Autos mit Protestplakaten, berichtete das Nachrichtportal Novinky.cz. Die Pendler kritisierten, dass die tschechische Regierung ihnen wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz in Deutschland verboten hat. Die Polizei wertete die Zusammenkünfte als Verstöße gegen die Ausgehbeschränkungen. Man habe Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, wurde eine Polizeisprecherin zitiert.

Berufspendler müssen nach der neuesten Regelung jeweils zwei Woche in Deutschland oder Österreich bleiben, wenn sie weiter in ihrem Job arbeiten wollen. Sollten sie danach zurückkommen, müssen sie für zwei Wochen in Quarantäne. Die Betroffenen haben sich deswegen zur Interessensgruppe „Pendler ohne Grenzen“ zusammengeschlossen. Ihrer Bitte um Erleichterungen für Härtefälle hatte Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) in der vergangenen Woche abgewiesen.

Ostern: Mehr Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen und Mundschutzpflicht in Tschechien

An den Osterfeiertagen sind in Tschechien die Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen und die Mundschutzpflicht angestiegen. Die Zahl der Fälle habe 50 Prozent über dem Normalstand gelegen, gab die Polizei am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt. Am Karfreitag und Karsamstag sprachen die Beamten demnach jeweils 600 Verwarnungen aus.

Zum einen hätten häufig Menschenansammlungen aufgelöst werden müssen, in denen gemeinsam Alkohol getrunken worden sei, hieß es. Zudem hätten viele den Mundschutz nicht aufgesetzt, sondern um den Hals baumeln lassen, so die Bilanz der Polizisten.

Am Samstag hatte der Epidemiologe Roman Prymula bereits beklagt, dass sich die Menschen in Tschechien zu undiszipliniert verhalten würden, seit die Regierung am Donnerstag die bisherigen Verbote etwas gelockert hat. Dies könne bös enden, sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium.

Baufirmen in Tschechien schreiben Verluste wegen Coronakrise

Wegen des Shutdowns infolge der Coronakrise haben 82 Prozent der Baufirmen auf dem tschechischen Markt finanzielle Verluste erlitten. Für dieses Jahr erwartet die Branche daher im Schnitt einen Umsatzrückgang von im Schnitt 26 Prozent, wie aus einer Umfrage der Marktforscher von CEEC Research hervorgeht.

Demnach planen die meisten betroffenen Baufirmen, die Verluste aus eigenen Reserven auszugleichen. Nur ein Fünftel will die von der Regierung angebotenen zinslosen Kredite nutzen. CEEC Research hat für seine Ergebung insgesamt 60 Bau-Unternehmen auf dem tschechischen Markt befragt.

Das Wetter am Montag, 13. April

Am Ostermontag ist es in Tschechien zunächst meist heiter. Im Laufe des Tages werden die Wolken dichter, und von Norden setzen Schauer ein. Vereinzelt sind auch Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 16 bis 22 Grad Celsius.