Täglicher Nachrichtenüberblick

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Protest gegen Babiš – Ultimatum bis Jahresende

Premier Andrej Babiš (Ano) müsse sich bis Ende des Jahres von der Agrofert-Holding trennen und Marie Benešová vom Posten der Justizministerin abberufen, oder selbst von seinem Amt als Premierminister zurücktreten. Das forderten die Organisatoren der Protestkundgebung vom Verein „Eine Million Augenblicke für die Demokratie“ am Samstag in Prag. Sollte Babiš dies nicht tun,werde man neue öffentliche Proteste organisieren, kündige der Vereinsvorsitzende Mikuláš Minář an.

Zur Demonstration haben sich laut Schätzungen der Organisatoren bis 300.000 Menschenauf der Letná-Ebene in Prag versammelt. Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemorkaten) sprach von 250.000 Demonstranten.

Politiker reagieren auf Großdemonstration gegen Premierminister

Premier Andrej Babiš (Ano) hat in Reaktion auf den Protest gegen seine Person hervorgehoben, dass in Tschechien Freiheit und Demokratie herrschten, die man sich vor 30 Jahren gewünscht hatte. Es sei toll, dass die Menschen ihre Meinung äußern könnten und dafür nicht verfolgt würden, so Babiš.

Präsident Miloš Zeman bezeichnete die Bürgerinitiative „Eine Million Augenblicke für die Demokratie“ bereits am Freitag als undemokratisch. Sie sei undemokratisch, weil sie die Entscheidungen der Staatsanwaltschaft und des Abgeordnetenhauses sowie sein Verfassuchsrecht auf Abolition bestreite, sagte Zeman gegenüber dem Nachrichtenportal parlamentnilisty.cz. Er lehnte es ab, sich mit Vertretern des Vereins zu treffen.

Vizepremier Jan Hamáček (Sozialdemorkaten) stellte sich nach der Demonstration hinter den Regierungschef und die Justizministerin. Die Forderungen seien nicht neu, sagte er gegenüber dem Tschechischen Fernsehen.

Unterstützung fand die Demo bei einigen Oppositionspolitikern.Unter anderem Vertreter der Piraten, der Partei Top 09 und des Bündnisses Stan nahmen daran teil.

Präsident Zeman eröffnet Tschechisches Haus in Bratislava

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hat am Samstag die slowakische Hautpstadt Bratislava besucht. Zusammen mit seiner slowakischen Amtskollegin Zuzana Čaputová hat er das Tschechische Haus dort eröffnet. Damit sei einer seiner Träume in Erfüllung gegangen, sagte Zeman. Das Tschechische Haus soll als Informations-, Kontakt- und Kulturzentrum für die slowaksiche Öffentlichkeit dienen und die Aktivität der im Nachbarland lebenden Tschechen fördern.

Die beiden Staatsoberhäupter legten zudem einen Kranz an der Gedenktafel nieder, die an einen Studtentenprotest in der slowakischen Hauptstadt am 16. November 1989 erinnert.

Joachim Gauck besucht Konzert zum Weltstudententag in Prag

Die Tschechische Philharmonie lädt am Samstagabend zu ihrem traditionellen Konzert zum Weltstudententag ein. Ein deutsch-tschechisches Musikprogramm wird von Ehrengästen aus Deutschland und Tschechien eingeleitet. Ex-Bundespräsident Joachim Gauck sowie der frühere tschechische Premierminister und langjährige Senatsvorsitzende Petr Pithart werden dabei ihre Reden halten.

Unter der Leitung von Robert Kružík spielt die Tschechische Studentenphilharmonie, die aus Mitgliedern der Tschechischen Philharmonie, der Orchesterakademie der Tschechischen Philharmonie und aus den Schülern und Studenten verschiedener Musikschulen besteht. Auf dem Programm stehen unter anderem der 3. und 4. Satz von Beethovens Schicksaalsinfonie und die Sinfonietta von Leoš Janáček.

Filmregisseur Vojtěch Jasný ist tot

Im Alter von 93 Jahren ist der Filmregisseur und Drehbuchautor Vojtěch Jasný gestorben. Das teilte die Familie am Samstag mit.

Jasný war in den 1960er Jahren ein führender Vertreter der sogenannten neuen Welle des tschechoslowakischen Films. Als sein bekanntestes Werk gilt „Alle guten Landleute“. Jasný setzt sich darin mit der Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft in der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg kritisch auseinander. Für den Streifen wurde er 1969 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

1970 emigrierte Jasný aus politischen Gründen aus der Tschechoslowakei. Er ging zunächst nach Österreich, wo er als Theaterregisseur am Burgtheater in Wien arbeitete, und später nach New York. Nach der Wende von 1989 kehrte er in seine Heimat zurück.

Tschechien gegen Ausweitung der Braunkohleförderung im polnischen Turów

Tschechien ist gegen die geplante Ausweitung des Braunkohletagebaus im grenznahen polnischen Turów. Das tschechische Umweltministerium hat am Freitag seine negative Stellungnahme veröffentlicht. Diese wurde in Zusammenarbeit mit dem Kreis Liberec / Reichenberg und dem Tschechischen geologischen Dienst erarbeitet.

Sollte sich die polnische Seite trozdem entscheiden, die Braunkohleförderung auszuweiten, fordert Tschechien finanzielle Kompensation für mögliche Umweltschäden beziehungsweise den Ausbau einer Dichtungswand gegen Absinken des Grudwassers.

Mit der Veröffentlichung der Stellungnahme der Tschechischen Republik wurde der internationale Prozess der Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) abgeschlossen, der 2015 gestartet wurde.

Wetter am Sonntag, den 17. November

Am Sonntag ist es in Tschechien leicht bewölkt, im nordwestlichen Teil des Landes bedeckt. Am Vormittag regnet es örtlich. Im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung vom Osten her ab. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 13 bis 17 Grad Celsius, im Westen und auf der Böhmisch-Mährischen Höhe nur bei 11 Grad Celsius.