Täglicher Nachrichtenüberblick

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Außenminister Zaorálek kritisiert Trump für Nato-Äußerung

Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) hat den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump für eine Aussage über die Nato kritisiert. Die gegenseitige militärische Hilfe unter den Mitgliedsstaaten des Verteidigungsbündnisses anzuzweifeln, sei ein gefährlicher Gedanke, so Zaorálek am Rande eines Besuchs in den USA. Trump hatte in einem Interview für die Zeitung „New York Times“ gesagt, dass die USA möglicherweise unter seiner Präsidentschaft einigen Nato-Ländern nicht zu Hilfe kommen würden, sollten sie von Russland angegriffen werden. Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) erklärte beim Treffen der Visegrád-Staaten in Warschau am Donnerstag, es liege im Interesse der gesamten Staatengruppe, dass die Nato stabil sei.

Europäische Kommission verklagt Tschechien wegen Sondermülls, der in Polen lagert

Die Europäische Kommission hat Tschechien wegen Sondermülls verklagt, der in Polen lagert. Es handelt sich um 20.000 Tonnen eines Gemischs aus den Öllagunen in Ostrava / Ostrau, die nach Katowice gebracht wurden. Die tschechischen Behörden haben das Gemisch als Brennstoff deklariert und verweigern die Rücknahme. Sie verweisen auf eine Registrierung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA). Die Europäische Kommission hat sich aber der Meinung Warschaus angeschlossen und hält das Gemisch für gefährlichen Abfall. Da Tschechien die Rücknahme verweigere, sei man vor den Gerichtshof der EU gezogen, heißt es in einer Pressemitteilung der Kommission vom Freitag.

Flüchtlingskrise: Innenministerium will erneut Polizisten nach Ungarn schicken

Wegen der Flüchtlingskrise will das Innenministerium erneut 50 tschechische Polizisten zum Grenzschutz nach Ungarn schicken. Zudem soll der Einsatz von 40 weiteren Polizeibeamten in Mazedonien verlängert werden. Sie sollen bis 11. September bleiben. Über einen entsprechenden Vorschlag will Innenminister Milan Chovanec in der kommenden Woche das Regierungskabinett abstimmen lassen. Dies schrieb der Sozialdemokrat über den Kurznachrichtendienst Twitter. Laut Chovanec haben Ungarn und Mazedonien selbst um die Entsendung der Polizisten gebeten.

Seit Ende vergangenen Jahres waren tschechische Polizeibeamte bereits zu neun Einsätzen im Ausland. Neben Mazedonien handelte es sich um Slowenien, Griechenland und Ungarn.

Tschechischer Hochschulrat unterstützt türkische Akademiker

Der tschechische Hochschulrat setzt sich für die türkischen Akademiker ein, die infolge der Säuberungswelle nach dem vereitelten Militärputsch ihre Universitäten verlassen mussten. Man fordere die tschechische Regierung auf, sich eindeutig hinter diese Akademiker zu stellen, heißt es in einer Erklärung des Hochschulrates vom Freitag. Die türkischen Staatsvertreter müssten die Autonomie der Universitäten und die akademischen Freiheiten respektieren, schreibt der Hochschulrat. In der Erklärung wird an die Erfahrungen mit Säuberungen an tschechoslowakischen Hochschulen aus der Zeit von Nationalsozialismus und Kommunismus erinnert.

Unzufrieden mit rigider Flüchtlingspolitik: Abgeordnete verlässt Partei Ano

Aus Unzufriedenheit mit der rigiden Flüchtlingspolitik der tschechischen Regierung hat die Abgeordnete Kristýna Zelienková die Partei Ano verlassen. Dies schreibt die Presseagentur ČTK. Die 41-jährige Politikerin kündigte auf ihrem Facebook-Profil an, kommende Woche ihre Entscheidung näher zu erläutern.

Im vergangenen Herbst hatte Kristýna Zelienková beklagt, dass sich die Regierung in der Flüchtlingskrise meist negativ äußere. Es fehlten positive Vorschläge und der Wille zum Kompromiss innerhalb Europas.

Tschechien hat 2015 rund 250 Mio. Euro aus EU-Fonds nicht genutzt

Die Tschechische Republik hat im vergangenen Jahr 6,8 Milliarden Kronen (ca. 250 Millionen Euro) aus EU-Fonds nicht genutzt. Das gab die Ministerin für Regionalentwicklung, Karla Šlechtová (parteilos), am Freitag bekannt. Ihr Ressort ist für die Nutzung europäischer Gelder verantwortlich. Im Januar hatte das Ministerium noch mit einer schlechteren Ausschöpfungsquote gerechnet. Damals nannte Šlechtová 10 Milliarden Kronen, und zu Mitte vorigen Jahres sogar bis zu 36 Milliarden Kronen.

Verkehrsminister plant 16 sichere Schwimmbereiche auf Moldaustauseen

Die Stauseen der Moldau sollen sicherer werden für Schwimmer. Auf den Seen Orlík und Slapý entstehen deswegen insgesamt 16 umgrenzte Schwimmbereiche. Dies hat Verkehrsminister Dan Ťok (parteilos) entschieden. Hintergrund ist ein tödlicher Unfall vor knapp zwei Wochen, bei dem ein Jet-Ski in ein Ruderboot raste. Eine junge Frau kam dabei ums Leben. In den geplanten Schwimmbereichen sollen keine Motorboote fahren dürfen, zudem müssen sie in einer 50 Meter breiten Sicherheitszone die Geschwindigkeit auf zehn Stundenkilometer drosseln.

Messerattacke in Prager Einkaufszentrum – Opfer zufällig ausgesucht

Nach einer tödlichen Messerattacke auf eine Frau in einem Prager Einkaufszentrum geht die tschechische Polizei davon aus, dass das Opfer zufällig ausgewählt wurde. Die 54-Jährige war am Donnerstag beim Einkaufen in einem Warenhaus im Stadtzentrum erstochen worden. Die mutmaßliche Täterin sei wenige Stunden zuvor aus der Psychiatrie entlassen worden, teilte eine Polizeisprecherin am Freitag mit. Die Waffe habe sie sich direkt in dem Geschäft besorgt, sagte die Beamtin. Die 33-Jährige hätte die Klinik am Morgen in stabilisiertem Zustand verlassen, stellte ein Sprecher der Psychiatrie klar. Erst vor einem Jahr hatte ein Mann mit psychischen Problemen in Tschechien eine junge Bibliothekarin mit einem Messer umgebracht.

Polizeipräsident beim Rasen erwischt

Polizeipräsident Tomáš Tuhý ist beim Rasen erwischt worden. Der ranghöchste Polizist in Tschechien ging seinen Kollegen ins Netz, als er in Ostrava / Ostrau mit seinem Dienstwagen deutlich zu schnell fuhr. Er sei bereit, vollumfänglich zusammenzuarbeiten und wie jeder Bürger die Folgen zu tragen, teilte der 44-Jährige am Freitag mit. Mit welchem Tempo er unterwegs war, wollte er nicht preisgeben. Ein Verfassungsrichter des Landes, der mit 96 Kilometern pro Stunde innerorts unterwegs war, kam derweil ungestraft davon. Der „Rekordmann“, wie ihn die Polizei nannte, ist durch Immunität geschützt.

Fußball: Slavia Prag erreicht nächste Qualifikations-Runde der Europa League

In der Qualifikation zur Fußball-Europa-League hat Slavia Prag die dritte Runde erreicht. Im Rückspiel der zweiten Runde bezwangen die Prager am Donnerstagabend vor eigenem Publikum den FC Levadia Tallinn aus Estland mit 2:0. Die Tore für die Rot-Weißen erzielten der tschechische Nationalspieler Milan Škoda und der niederländische Stürmer Gino van Kessel, der erst vor kurzem verpflichtet wurde. Mit diesem Resultat revidierten die Prager die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel, dank des Auswärtstors gelangten sie in die nächste Runde. Dort treffen sie auf den Rio Ave FC aus Portugal.

In der dritten Qualifikationsrunde starten in der kommenden Woche auch alle anderen tschechischen Vertreter in die neue Saison der europäischen Wettbewerbe. Meister Viktoria Pilsen und Vizemeister Sparta Prag wollen sich dabei für die Gruppenphase der Champions League, Slovan Liberec und der FK Mladá Boleslav für die in der Europa League qualifizieren.

Basketball: Satoranský wird vierter Tscheche in der NBA

Basketballspieler Tomáš Satoranský ist vom spanischen Top-Klub Barcelona in die nordamerikanische NBA gewechselt. Der 24-jährige Aufbauspieler unterschrieb einen Vertrag bei den Washington Wizards. Mit dem Drei-Jahres-Vertrag soll Satoranský – unbestätigten Meldungen zufolge – insgesamt neun Millionen Dollar einnehmen. Satoranský ist nach Jiří Zídek, Jiří Welsch und Jan Veselý der vierte Tscheche, der in der nordamerikanischen Profiliga spielen wird.

Das Wetter am Samstag, 22. Juli

Am Samstag ist es in Tschechien heiter bis wolkig. Vor allem im Südwesten des Landes sind örtliche Schauer oder Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei Werten zwischen 25 und 29 Grad Celsius, im Südosten bis zu 31 Grad. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 21 Grad Celsius erreicht.