Täglicher Nachrichtenüberblick
Treffen in Prag: Außenminister fordern Debatte der 27 Staaten über EU
Die Außenminister aus den Visegrád-Ländern haben sich mit ihren Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier aus Deutschland und Jean-Marc Ayrault aus Frankreich am Montag in Prag zu einer Krisensitzung getroffen. Es ging um die Folgen des Brexit. Tschechiens Außenminister Lubomír Zaorálek betonte, man stimme überein, dass die Debatte über die Zukunft der EU auf einer Plattform stattfinden müsse, die alle 27 EU-Staaten umfasse. Am Samstag hatten sich die sechs Gründungsstaaten des EU-Vorläufers EWG in Berlin getroffen, um über den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu beraten. Länder wie Estland fühlten sich davon übergangen.
Zaorálek nannte die EU „lebensnotwendig“ für Tschechien. Die falsche Antwort wäre eine übereilte Integration, die falsche Antwort wäre aber auch, so zu tun, als ob nichts passiert sei, sagte der Sozialdemokrat.
Antwort an Außenminister Zaorálek: Kommissionspräsident Juncker tritt nicht zurück
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werde sein Amt nicht niederlegen. Dies teilte ein Sprecher Junckers am Montag als Antwort auf den tschechischen Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) mit. Dieser hatte am Sonntag im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen Jean-Claude Juncker indirekt zum Rücktritt aufgerufen. Der EU-Kommissionspräsident sei derzeit „nicht der richtige Mann an seiner Stelle“, sagte Zaorálek. Man müsse fragen, wer in der EU für den Austritt Großbritanniens die Verantwortung trage, so der tschechische Außenminister in einer Fernsehtalkshow.
Tschechien stockt seine Hilfe für Syrien auf
Tschechien stockt seine Hilfsgelder für Syrien auf. Bis 2019 sollen insgesamt 195 Millionen Kronen (7,2 Millionen Euro) für das Bürgerkriegsland bereitgestellt werden. Dies hat das tschechische Regierungskabinett beschlossen. Mit den Geldern sollen Schulen, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen erneuert werden. An den entsprechenden Projekten werden tschechische Hilfsorganisationen, Firmen und Universitäten zusammen mit syrischen und internationalen Organisationen arbeiten. Über die Vorhaben soll eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe wachen.
Sobotka: Europa muss dem Nationalismus Stirn bieten
Europa erlebt nach der Meinung von Premier Bohuslav Sobotka eine Welle von Separatismus und Nationalismus. Der tschechische Regierungschef sagte dies in einem Interview gegenüber der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ am Wochenende. Die EU müsse flexibler und weniger bürokratisch werden, um der neuen Welle von Nationalismus die Stirn zu bieten, mahnte Sobotka. Er erwartet eine neue Etappe der europäischen Integration. Wenn Europa seine Bedeutung behalten wolle, sollte es nicht anfangen, sich zu spalten und dadurch selbst zu schwächen. Trotzdem sei die Entscheidung der Briten für den Austritt aus der EU nicht das Ende der Welt – und auch nicht das Ende der Union, führte er an. Er glaube, es gebe eine ganze Reihe von starken Argumenten dafür, mit dem europäischen Projekt fortzufahren. Unter anderem deshalb, weil die EU die beste Versicherung dagegen sei, dass sich die Gräuel des 20. Jahrhunderts wiederholen.
Regierung richtet Brexit-Arbeitsgruppe ein
Tschechien richtet eine Arbeitsgruppe zum Brexit ein. Sie soll die Position und die Prioritäten Prags in den Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU definieren. Dies teilte Premier Bohuslav Sobotka im Laufe der Kabinettssitzung am Montag mit. Der Staatssekretär für Europa-Angelegenheiten, Tomáš Prouza, soll die Gruppe leiten, berichtete die Presseagentur ČTK. Die Minister billigten weiter das Mandat, mit dem Premier Bohuslav Sobotka zum EU-Gipfel über den Brexit nach Brüssel reisen soll.
Regierung vereinfacht Ausbildung für Krankenpflegepersonal
Die Ausbildung von Krankenpflegepersonal soll in Tschechien einfacher werden. So sollen Schwestern und Pfleger mit Fach-Abitur künftig nur ein Jahr an einer Fachhochschule studieren müssen, um die volle Qualifizierung zu erreichen. Das Modell 4+1 ersetzt das derzeitige System, bei dem die Pfleger nach dem Abitur noch ein dreijähriges Bachelor-Studium absolvieren müssen. Ziel der Reform ist, mehr Krankenpflegepersonal zu gewinnen und möglichst schnell einsetzen zu können. Laut Premier Bohuslav Sobotka handelt es sich um einen „weiteren wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Gesundheitswesens“.
Künstlergruppe schneidet geklaute Präsidentenstandart in Tausend Stücke
Die Künstlergruppe Ztohoven hat die Standarte des tschechischen Präsidenten in über eintausend Stücke zerschnitten. Diese Stücke sollen an Menschen im ganzen Land geschickt werden. Damit gebe man die Standarte dem tschechischen Volk zurück, teilte ein Sprecher der Gruppe mit. Die Aktionskünstler hatten im vergangenen September die Präsidentenstandarte auf der Prager Burg eingeholt und stattdessen riesige rote Boxershorts gehisst. Die Kanzlei von Staatspräsident Miloš Zeman hat Ztohoven deswegen verklagt, der Prozess wurde vergangene Woche in Prag eröffnet. Die Versendungsaktion bezeichnete ein Sprecher Zemans am Montag als „Schweinerei“.
Spitzmaulnashorn aus Dvůr Králové wird in Tansania ausgesetzt
Ein Spitzmaulnashorn aus dem Zoo im ostböhmischen Dvůr Králové nad Labem / Königinhof an der Elbe ist in Tansania eingetroffen. Eliška, ein Weibchen dieser bedrohten Tierart, soll im Naturschutzgebiet Mkomazi ausgesetzt werden. Dies teilte ein Mitarbeiter des Zoologischen Gartens am Montagmorgen mit. Im Jahr 2009 wurden bereits drei Nashörner aus Dvůr Králové nach Tansania gebracht. Damit sollen die Bestände der Rhinozerosse in Ostafrika gestärkt werden, die Tiere sind von Wilderern fast ausgerottet worden.
Der Zoo in Dvůr Králové hat eine erfolgreiche Spitzmaulnashornzucht. Insgesamt 43 Kälber wurden dort bereits geboren.
Tennis: Kvitová kehrt in die Top Ten der Welt zurück
Tennisspielerin Petra Kvitová ist zurück in den Top Ten der Welt. Kurz vor Start des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon liegt die Tschechin auf Rang zehn der Weltrangliste. Vor sechs Wochen war Kvitová erstmals nach fünf Jahren aus den Top Ten gefallen. Ihr half nun, dass die Schweizerin Belinda Bencic den achten Rang nicht halten konnte.
Bei den Männern ist Tomáš Berdych weiter Tschechiens bester Spieler. Er nimmt Platz neun in der Welt ein.
Volleyball: Tschechin Hodanová verstärkt Dresdner SC
Die Außenangreiferin Eva Hodanová verstärkt den deutschen Volleyball-Meister und Pokalsieger Dresdner SC. Die 22 Jahre alte tschechische Nationalspielerin wechselt von PVK Olymp Prag an die Elbe und unterschreibt einen Vertrag bis 2018. Das gab der DSC am Montag bekannt. Sie ist nach Mittelblockerin Barbora Purchartová und Regisseurin Lucie Smutná die dritte Spielerin aus dem Nachbarland, die in der kommenden Saison für die DSC-Damen auflaufen wird.
Das Wetter am Dienstag, 28. Juni
Am Dienstag ist Tschechien wettermäßig zweigeteilt. Im böhmischen Landesteil überwiegen Wolken mit örtlichen Schauern. In Mähren und Schlesien ist es heiter bis sonnig, nur am Nachmittag sind dort vereinzelt Schauer möglich. Am Abend lassen die Niederschläge nach, und auch in Böhmen klart es auf. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen 21 und 25 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter maximal 17 Grad Celsius.







