Täglicher Nachrichtenüberblick

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Premier Sobotka: EU mit Großbritannien stärker

Die Europäische Union sei mit Großbritannien stärker, sagte der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) zum Referendum über den sogenannten Brexit. Eine Rückkehr zum Nationalismus wäre angesichts der schwierigen Weltlage ein Fehler und würde zu einer Spaltung des demokratischen Westens führen, so der Premier weiter. Laut Sobotka sind die Einflussmöglichkeiten des Vereinigten Königreichs auf das Weltgeschehen in einem vereinten Europa viel stärker.

Die Bürger des Vereinigten Königreichs entscheiden am Donnerstag über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Befürwortern und Gegnern des Brexit.

Agrarexperten fordern Sondersitzung der Regierung zur Lage der Landwirte

Der Agrarausschuss im Abgeordnetenhaus hat Premier Bohuslav Sobotka aufgefordert, unverzüglich eine Sondersitzung des Kabinetts zur Lage der Landwirte einzuberufen. Die Regierung müsse ein Hilfspaket für die Bauern auflegen, weil die Preise für Fleischprodukte dramatisch fielen, heißt es in einem Beschluss des Agrarausschusses. Die Mitglieder des Gremiums forderten Premier Sobotka zudem auf, in der EU über eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland zu verhandeln.

Laut Experten sind vor allem die Züchter von Kühen und Schweinen vom Preisverfall betroffen. Ihnen droht laut dem Agrarausschuss die Schließung der Betriebe.

Tschechien könnte Anreize für ausländische Investoren einschränken

Tschechien könnte die staatlichen Anreize für ausländische Investoren einschränken. Grund ist die sinkende Arbeitslosenrate, den neuesten Zahlen nach sind nur noch 4,1 Prozent der Bevölkerung ohne Beschäftigung. Wie Industrie- und Handelsminister Jan Mládek (Sozialdemokraten) bei einer Pressekonferenz in Prag sagte, könnten die Investitionsanreize beispielsweise auf strukturschwache Regionen beschränkt werden. Die tschechische Handelskammer schlug sogar vor, Anreize für ausländische Investoren vollständig abzuschaffen. Dies lehnte Minister Mládek am Donnerstag jedoch ab.

Sicherheitsrat tritt nicht außerplanmäßig zusammen

Der tschechische Sicherheitsrat tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht außerplanmäßig vor dem 20. Juli zusammen. Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) lehnte einen früheren Termin ab. Der Sicherheitsrat könne nicht wegen einer konkreten Sachfrage einberufen werden, so der Premier.

Zuvor forderten die Koalitionspartner der Sozialdemokraten wegen der geplanten Polizeireform eine vorzeitige Einberufung des Sicherheitsrats. Bohuslav Sobotka möchte die Angelegenheit jedoch auf Regierungsebene lösen.

Mládek: Tschechien energietechnisch gut abgesichert

Tschechien muss sich im Notfall keine Sorgen um die Energiesicherheit machen. Dies hat Industrieminister Jan Mládek (Sozialdemokraten) am Donnerstag erklärt. Bei Öl und Gas könne man auf unterschiedliche Quellen zurückgreifen, und bei den Kernkraftwerken reichten die Brennstoffvorräte für mindestens drei Jahre, so der Minister. Tschechien bezieht zurzeit Erdöl und Erdgas vor allem aus Russland und Norwegen.

Mládek unterstrich auch eine weitere Priorität der tschechischen Energiepolitik. Man wolle verstärkt ins Ausland expandieren. Der tschechische Energieriese ČEZ erwägt bereits Investitionen in Deutschland, Polen und der Slowakei. Derzeit ist der Konzern auf dem Balkan stark aktiv.

Lidové noviny: Regierung verwirft Öko-Steuer auf Altfahrzeuge

Die tschechische Regierung verzichtet auf die Einführung einer Öko-Steuer auf Altfahrzeuge und die Erhöhung der Gebühren bei der Anmeldung von älteren Gebrauchtfahrzeugen. Dies gab Umweltminister Richard Brabec (Partei Ano) in der Tageszeitung Lidové noviny bekannt. Als Grund dafür führte Brabec die Folgen der sogenannten Dieselgate-Affäre an.

Bisher gilt eine Öko-Steuer auf Autos mit Euro-1- und Euro-2-Standard. Diese kann je nach Fahrzeug 3000 bis 5000 Kronen (110 bis 185 Euro) betragen. Diese Summen sollten erhöht sowie eine neue Steuer für Fahrzeug mit Euro-3-Standard eingeführt werden.

Gesundheitsminister veröffentlicht Ergebnisse einer Ärzte-Zählung

Das Gesundheitsministerium hat die Ergebnisse der ersten offiziellen Zählung von Ärzten in Tschechien veröffentlicht. Demnach waren im vergangenen Jahr insgesamt knapp 42.000 Ärztinnen und Ärzte hierzulande tätig. Zudem waren gut 83.000 Menschen in der Krankenpflege beschäftigt. Verglichen mit vorherigen innoffiziellen Datenerhebungen haben die Zahlen im Jahresvergleich leicht zugenommen. Die größte Ärztedichte herrschte in Prag, in der tschechischen Hauptstadt kamen 149 Menschen auf einen Arzt, die geringste im Kreis Mittelböhmen, dort waren es 361 Menschen.

Durchschnittlich verdiente ein Arzt in einem staatlichen Krankenhaus 66.400 Kronen (2460 Euro) im Monat, das Krankenpflegepersonal kam auf 31.000 Kronen (1150 Euro).

Neue Flugverbindung zwischen Prag und Shanghai

Zwischen Prag und der chinesischen Metropole Shanghai verkehrt erstmals eine direkte Flugverbindung. Die Fluggesellschaft China Eastern Airlines bietet die Flüge planmäßig dreimal wöchentlich an. Man erhoffe sich durch die Verbindung mehr chinesische Touristen in Tschechien, so Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten).

Seit vergangenem Jahr existiert bereits eine direkte Flugverbindung der Fluggesellschaft Hainan Airlines zwischen Prag und Peking. Zudem bietet Sechuan Airlines unregelmäßige Charterflüge nach Chengdu an, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Sichuan.

Prager Verkehrsbetrieb wollen Preise neu bewerten

Die Fahrkarten des Prager öffentlichen Personennahverkehrs werden teils wohl teurer. Man wolle in der zweiten Jahreshälfte darüber verhandeln, sagte dazu der stellvertretende Oberbürgermeister Petr Dolínek (Sozialdemokraten). Zunächst werde man aber noch die Ergebnisse einer Studie der städtischen Verkehrsorganisation Ropid abwarten.

Die Preise für die halbstündigen Einzelfahrkarten und die Zeitkarten sollen laut Dolínek nicht steigen. Eine Preiserhöhung wäre somit für die bei Touristen beliebten Tages- oder Drei-Tages-Karten möglich. Die Diskussion um eine Preiserhöhung hat davor der neue Vorsitzende der Prager Verkehrsbetriebe, Martin Gillar, angestoßen. Im europäischen Vergleich seien die Preise für die überdurchschnittlich hohe Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs in Prag viel zu niedrig, so der Manager. Die Prager Verkehrsbetriebe nehmen durch den Ticketverkauf jährlich mehr als vier Milliarden Kronen (150 Millionen Euro) ein.

Tschechische Wissenschaftler geben Band über Familie Rosenberg auf Deutsch heraus

652 Seiten stark und 2000 Kronen (74 Euro) teuer – das ist eine neue Monografie über das böhmische Adelsgeschlecht der Rožmberk / Rosenberger. Rund 30 tschechische Wissenschaftler um den Leiter des Amts für Denkmalpflege, Petr Pavelec, in České Budejovice / Budweis haben nun den Band „Die Rosenberg – Eine Mitteleuropäische Magnatenfamilie“ auf Deutsch herausgegeben.

Die Rosenberger waren ein böhmisches Adelsgeschlecht mit ihrer Stammburg im Südböhmischen Rožmberk / Rosenberg. Im 15. Jahrhundert zählten sie zu den einflussreichsten Adelsfamilien in Böhmen. Das Geschlecht erlosch im Jahre 1611 im Mannesstamm mit dem Tod von Peter Wok von Rosenberg.

Fußball: Verbandspräsident spricht Nationaltrainer Vrba das Vertrauen aus

Fußballverbandspräsident Miroslav Pelta hat Nationaltrainer Pavel Vrba uneingeschränktes Vertrauen ausgesprochen. Unter Vrbas Leitung hätten die tschechischen Fußballer gute Leistungen gezeigt, nur das EM-Spiel gegen die Türkei sei misslungen, resümierte Pelta am Donnerstag in Prag. Seiner Meinung nach soll der Nationaltrainer das Team auch in der WM-Qualifikation führen, in der Tschechien unter anderem auf Deutschland trifft.

Das tschechische Team ist am Dienstag bei der Europameisterschaft ausgeschieden. Nach einer 0:2-Niederlage gegen die Türken wurden die Tschechen Letzte der Gruppe D. Pavel Vrba sagte nach dem Spiel, er sehe keinen Grund, als Nationaltrainer aufzuhören.

Das Wetter für Freitag, 24. Juni

Am Freitag ist es in Tschechien heiter bis sonnig. Erst am späteren Nachmittag oder Abend kann es bei zunehmender Bewölkung vereinzelt zu Gewittern kommen. Es wird sehr heiß bei Tageshöchsttemperaturen von 32 bis 36 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter bis zu 28 Grad Celsius.