Täglicher Nachrichtenüberblick

Premier Sobotka dementiert Präsident Zeman: Keine Feuerwehr zum Grenzschutz

Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) hat die Worte von Staatspräsident Miloš Zeman dementiert, demnach die Feuerwehr zum Schutz der tschechischen Grenzen vor Flüchtlingen berufen werden könnte. Diese Interpretation sei weit von der Realität entfernt, sagte Sobotka bei einer Talkshow im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen. Für Vorfälle an der Grenze gebe es die Polizei, und möglicherweise könnten auch Soldaten berufen werden.

Präsident Zeman hatte am Freitag bei einem Besuch in der Grenzgemeinde České Velenice / Gmünd-Bahnhof in Südböhmen gesagt, dass die Feuerwehr „mit Wasserwerfern“ eingesetzt werden könnte, sollten Flüchtlinge in größerem Ausmaß über die grüne Grenze kommen.

Schüsse auf tschechischen Reisebus in Frankreich – sechs Verletzte

Aus bisher ungeklärten Gründen ist in Südfrankreich auf der Autobahn A 7 auf einen tschechischen Reisebus geschossen worden. Bei dem Vorfall am Samstagabend nahe Montélimar wurden sechs Menschen durch die Scherben splitternder Fenster verletzt und mussten in örtliche Krankenhäuser gebracht werden. Fünf von ihnen konnten am Sonntag die Reise mit Ersatzbussen fortsetzen. Eine Frau wurde am Sonntagmittag weiter behandelt, berichtete der Tschechische Rundfunk in seinen Inlandssendungen. Im Reisebus waren 70 tschechische Urlauber aus Spanien.

Laut polizeilichen Ermittlern wurde der obere Bereich des zweistöckigen Busses durch zwei Kugeln getroffen. Die Schüsse seien wohl auf einer Brücke über die Autobahn A 7 abgegeben worden, hieß es. Tschechische Diplomaten gehen davon aus, dass der tschechische Bus nur aus Versehen getroffen wurde.

Regierungsbericht: Kuba größter Schuldner Tschechiens

Tschechien hatte Ende 2015 Außenstände in Gesamthöhe von 37,1 Milliarden Kronen (1, 38 Milliarden Euro) von anderen Staaten. Größter Schuldner ist dabei Kuba. Dies geht aus einem Bericht hervor, den Finanzminister Andrej Babiš (Partei Ano) dem Regierungskabinett am kommenden Mittwoch vorlegen will. Wegen Zinsen und Devisenkursschwankungen nahm die Höhe der Außenstände gegenüber 2014 um rund 2,1 Milliarden Kronen (78 Millionen Euro) zu.

Kuba hatte Ende 2015 knapp sieben Milliarden Kronen (260 Millionen Euro) Schulden gegenüber Tschechien, dahinter folgte das ehemalige Jugoslawien mit 4,1 Milliarden Kronen (150 Millionen Euro). Laut dem Bericht wurde im vergangenen Oktober mit Kuba verhandelt. Demnach erkennt der sozialistische Inselstaat seine Schulden an, bittet aber um den Erlass eines Teils der Außenstände.

Wallfahrtsareal Svatá Hora bei Příbram nach Restaurierung wiedereröffnet

Das Wallfahrtsareal Svatá Hora bei Příbram ist nach Restaurierungsarbeiten am Sonntag wiedereröffnet worden. Kardinal Dominik Duka las die Messe, zur Eröffnung kamen mehrere Hundert Gläubige, darunter auch viele aus Deutschland. Rund ein Jahr lang waren vor allem die Fassaden und Dächer der Gebäude ausgebessert worden. Die Anlage wurde zwischen 1658 und 1709 im Stil des Barocks gebaut, die Kirche und der Kreuzgang entstanden unter anderem nach Entwürfen von Julian Ignaz Dientzenhofer. Die Restaurierungsarbeiten kosteten rund 190 Millionen Kronen (sieben Millionen Euro), der größte Teil konnte durch EU-Zuschüsse gedeckt werden.

Musikwagen in Prager Metro an Juni-Wochenenden

Auf der Prager Metrolinie A fährt im Juni an Wochenenden ein Musikwagen. Erstmals wird er am jetzigen Sonntag eingesetzt. Ab 19 Uhr spielt dort das Prager Filmorchester Melodien aus den Science-Fiction-Klassikern Star Wars, Star Trek und 2001: Odyssee im Weltraum. An den darauffolgenden beiden Wochenenden ist jeweils samstags und sonntags zwischen 19 und 22 Uhr freie Bühne in dem U-Bahn-Wagen. Mit der fahrbaren Musikbühne soll für die beiden Festivals United Islands of Prague und Metronome geworben werden. Sie finden am 25. und 26. Juni statt. Bei United Islands treten insgesamt über 100 Bands und Solo-Musiker auf.

Fußball: Tschechien verliert EM-Generalprobe gegen Südkorea

Das tschechische Fußballnationalteam hat die Generalprobe für die Europameisterschaft in Frankreich verloren. Die Mannschaft um Kapitän Tomáš Rosický unterlag Südkorea mit 1:2 vor eigenem Publikum im Prager Stadion Eden. Tschechien zeigte dabei zwei unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Hälfte geriet das Team nach einem direkt verwandelten Freistoß von Bit-Garam Yoon und einem weiteren Treffer durch Hyun-Jun Suk nach einem Ballverlust von Rosický mit 0:2 in Rückstand. In der zweiten Hälfte drückten die Tschechen. Es reichte aber nur zum Anschlusstreffer nach einem abgefälschten Schuss von Verteidiger Marek Suchý, auch weil Theodor Gebre Selassie in der 60. Minute nach einer gelb-roten Karte vom Platz musste.

Tschechien trifft bei der EM in Gruppe D auf Spanien, Kroatien und die Türkei. Den Auftakt bildet am Montag, 13. Juni, in Toulouse die Partie gegen die Titelverteidiger von der iberischen Halbinsel.

Beachvolleyball-EM: Sluková / Hermannová verlieren Finale gegen deutsche Titelverteidigerinnen

Bei der Beachvolleyball-Europameisterschaft im schweizerischen Biel haben Markéta Sluková und Barbora Hermannová überraschend Silber gewonnen. Im Finale unterlagen sie am Sonntag den deutschen Titelverteidigerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst mit 14:21 und 15:21. Für den tschechischen Beachvolleyball ist es die erste Medaille von einem großen Turnier seit 2002. Markéta Sluková und Barbora Hermannová spielen erst seit neun Monaten zusammen.

Das Wetter am Montag, 6. Juni

Am Montag ist es in Tschechien meist heiter. Im böhmischen Landesteil können im Laufe des Tages die Wolken auch dichter sein, dann sind örtlich Schauer oder Gewitter möglich. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen Werte zwischen 20 und 24 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter maximal 16 Grad, in den Beskiden nur bis 13 Grad.