Täglicher Nachrichtenüberblick

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Industrieminister: Staat wird Löhne in Kohleförderfirma OKD zahlen

Sollte die Kohleförderfirma OKD nicht imstande sein, ihren Beschäftigten weiter die Löhne auszuzahlen, würde der Staat diese Pflicht gemäß dem Gesetz übernehmen. Dies teilte Industrieminister Jan Mládek (Sozialdemokraten) am Donnerstag nach einem Treffen mit den Gewerkschaften mit. Entlassene Kumpel würden jedoch nur drei Monate Abfindungen erhalten und nicht ein Jahr lang, wie dies im Tarifvertrag festgelegt wurde, so Mládek. Der Minister geht davon aus, dass die Firma nur bis Juni zahlungsfähig sein wird.

Die OKD hat am Dienstag beim Kreisgericht in Ostrava / Ostrau einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Das Unternehmen hat mehr als 17 Milliarden Kronen (630 Millionen Euro) Schulden bei über 650 Gläubigern. Der Wert des Eigentums von OKD liegt bei knapp 7 Milliarden Kronen (260 Millionen Euro). Rund 11.000 Beschäftigten droht die Entlassung, die Regierung plant Hilfsprogramme.

Vizepremier Bělobrádek erläutert in „Der Welt“ den tschechischen Widerstand gegen Flüchtlingsquoten

Vizepremier Pavel Bělobrádek hat gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ den tschechischen Widerstand gegen die Flüchtlingsquoten erläutert. Die Entscheidung über die Quoten würde die Tschechen „an ein historisches Moment“ erinnern, so der Christdemokrat im Interview. Und zwar „dass ohne uns über uns entschieden wird“. Bělobrádek spielte damit auf das Münchner Abkommen von 1938 an, mit dem Hitler die Tschechoslowakei zur Abgabe der Sudetengebiete gezwungen hatte. Pavel Bělobrádek widersprach auch der Interpretation, dass Tschechien keine Flüchtlinge aufnehmen wolle. Es seien eher die Flüchtlinge, die nicht nach Tschechien wollten. Der Politiker aus Prag lobte Kanzlerin Merkel zwar für die Aufnahme von Flüchtlingen vom Balkan. Zugleich betonte er, dass man sich aber nun auf die Hilfe für die Flüchtlinge außerhalb Europas konzentrieren müsse.

Politiker kritisieren Treffen von Kreishauptmann mit „Nachtwölfen“

Mehrere tschechische Politiker bezeichnen den freundlichen Empfang für die umstrittene russische Motorradgang „Nachtwölfe“ durch den südmährischen Kreishauptmann Michal Hašek (Sozialdemokraten) als Schande oder Fehler. Hašek hatte am Dienstag zusammen mit 80 Bikern der Putin-nahen Motorradgang einen Kranz am russischen Kriegerdenkmal in Brno / Brünn niedergelegt und danach mit ihnen für Fotografen posiert. Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) sagte dazu, die „Nachtwölfe“ würden bei ihm keinerlei Sympathien wecken. Seine Parteikollegen Michaela Marksová (Ministerin für Arbeit und Soziales) und Jan Hamáček (Vorsitzender der Abgeordnetenkammer) erklärten, sie würden sich nicht mit der Gang treffen. Der Vorsitzende der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Petr Fiala, nannte Hašeks Vorgehen unangemessen. Ein demokratischer Politiker sollte sich überlegen, mit wem er sich treffe, so Fiala.

Die „Nachtwölfe“ setzen nun ihre umstrittene Motorrad-Tour in der Slowakei und in Österreich fort. Am Samstag sollen sie in Prag eintreffen.

Umstrittene russische Motorradgang „Nachtwölfe“ plant Prag-Fahrt

Bei ihrer Europatour will die umstrittene russische Motorradgang „Nachtwölfe“ am Samstag durch Prag fahren. Die Fahrt findet auf Einladung der befreundeten Red Eyed Crüe statt und soll unter anderem zweimal über den Wenzelsplatz führen. Die tschechische Polizei teilte mit, dass sie die zweistündige Fahrt überwachen werde.

Die „Nachtwölfe“ stehen dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin nahe und vertreten extrem nationalistische Ansichten. Am Dienstag hatte sich der südmährische Kreishauptmann Michal Hašek trotzdem mit ihnen getroffen. Dafür wurde der Sozialdemokrat sowohl von Parteifreunden, als auch von weiteren Politikern kritisiert.

Gemeinsame Streifen von Soldaten und Polizisten bleiben bis Ende Mai

Die umstrittenen gemeinsamen Streifen von Polizisten und Soldaten in tschechischen Großstädten sollen bis Ende Mai aufrechterhalten werden. Dies sagte Innenminister Milan Chovanec bei einem Seminar über Terrorismus in Prag. Der Sozialdemokrat begründete die Aufrechterhaltung mit einer Konferenz der Interpol, die von 18. bis 20. Mai in Prag stattfinden wird.

Die tschechische Regierung hatte nach den Anschlägen in Brüssel am 22. März beschlossen, jeweils zwei Soldaten zusammen mit einem Polizisten auf Streife gehen zu lassen, und zwar in Prag, Brno / Brünn und Ostrava / Ostrau. Kritik hatte es von mehreren Seiten gegeben. Die konservative Oppositionspartei ODS bezeichnete die Maßnahme beispielsweise als überzogen.

Tschechische Nationalbank korrigiert Konjunkturprognose

Die Tschechische Nationalbank hat ihre Konjunkturprognose korrigiert. Für dieses Jahr stufte sie die Aussichten herab, für kommendes hingegen nach oben. So dürfte die tschechische Wirtschaft laut den Nationalbankern in diesem Jahr um 2,3 Prozent zulegen, 2017 aber sogar um 3,4 Prozent. Dies teilte Nationalbank-Gouverneur Miroslav Singer am Donnerstag nach einer Sitzung des sogenannten Bankenrates mit. In ihrer Prognose von Februar hatte die Nationalbank noch mit 2,7 Prozent Wachstum in diesem, aber nur mit 3,0 Prozent im kommenden Jahr gerechnet.

Schriftsteller Jiří Stránský erhält Arnošt-Lustig-Preis

Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker Jiří Stránský wird mit dem Arnošt-Lustig-Preis geehrt. Der 84-jährige Autor hat sich in seinen Werken mit dem kommunistischen Regime als dessen entschiedener Gegner auseinandergesetzt. Stránský nimmt die Auszeichnung am Donnerstag in Prag aus den Händen von Premier Bohuslav Sobotka entgegen. Der Preis wurde 2011 von der Tschechisch-Israelischen Handelskammer zum Andenken an den berühmten Prosaisten Arnošt Lustig gestiftet. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die sich für die Gesellschaft eingesetzt und Mut, Tapferkeit, Menschlichkeit sowie Sinn für Gerechtigkeit bewiesen haben.

Umfrage: Tschechische Kinder verbringen täglich zwei Stunden draußen

Tschechische Kinder verbringen täglich etwa zwei Stunden draußen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Median unter Kindern und Eltern. Eine Stiftung für Stadtplanung hatte die Umfrage in Auftrag gegeben. Den Antworten nach unterscheiden sich die Aufenthaltsorte der Kinder stark. Einige sind eher im Grünen unterwegs, andere in den Straßen. Zwei Drittel der Kinder zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Umfang der Zeit, die sie draußen verbringen. Mehr als die Hälfte der Eltern wünscht sich hingegen, dass ihr Nachwuchs länger draußen ist. Die Umfrage zeigt zudem, dass sich Kinder in der Schulzeit viel zu selten außerhalb der Schulgebäude bewegen.

Ausstellung präsentiert Geschichte des Emmaus-Klosters in Prag

Im Benediktiner-Kloster Emauzy / Emmaus in Prag ist am Donnerstag eine Ausstellung eröffnet worden. Sie präsentiert das Emmaus-Kloster als wichtiges geistiges Zentrum der Prager Neustadt und europäisches Zentrum slawischer Kultur im 14. Jahrhundert. Die Ausstellung wurde von der tschechischen Akademie der Wissenschaften konzipiert. Gezeigt werden unter anderem Faksimile wertvoller Handschriften und ein Modell des Klosters im Mittelalter. Das Emmaus wurde 1347 von Karl IV. gegründet. Er lud Mönche aus Kroatien ein, um dort slawische Gottesdienste nach römischer Liturgie zu lesen.

Nach Stinkefinger: 1900 Euro Strafe für Pilsen-Fußballer Limberský

Weil er der gegnerischen Mannschaft den Stinkefinger gezeigt hatte, muss Fußballprofi David Limberský von Viktoria Pilsen 50 000 Kronen (knapp 1900 Euro) Strafe zahlen. Zudem solle er einem fremden Verein bei der Nachwuchsförderung helfen, entschied die Disziplinarkommission des tschechischen Fußballverbands am Donnerstag. Der Nationalspieler entschuldigte sich für den Vorfall beim 3:0-Sieg der Pilsener gegen Sparta Prag am 24. April. Ferner muss der 32-Jährige wegen vier Gelben Karten ein Spiel aussetzen. Im vorigen September hatte Limberský wegen eines Autounfalls unter Trunkenheit die Kapitänsbinde beim tschechischen Fußballmeister abgeben müssen.

Tennis: Berdych erreicht in Madrid das Viertelfinale

Tennisspieler Tomáš Berdych hat beim Masters-Turnier in Madrid das Viertelfinale erreicht. Im Kampf um die Runde der besten Acht besiegte der Tscheche am Donnerstag den Spanier David Ferrer mit 7:6 und 7:5. Im Viertelfinale trifft Berdych auf den Briten Andy Murray.

Bei den Frauen sind Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká hingegen ausgeschieden. Sie verloren jeweils ihre Viertelfinalduelle gegen Martina Hingis aus der Schweiz sowie Sania Mirza aus Indien.

Volleyball: Liberec verteidigt Titel

Die Volleyballspieler von Dukla Liberec haben den tschechischen Titel verteidigt. Am Mittwochabend holten sie den entscheidenden vierten Sieg im Finalduell, sie gewannen mit 3:1 Sätzen in Brno / Brünn. Für Dukla ist es insgesamt der vierte tschechische Titel, dazu kommen noch 14 tschechoslowakische Meisterschaften.

Das Wetter am Freitag, 6. Mai

Am Freitag ist es in Tschechien heiter bis sonnig. Vorübergehend können die Wolken aber auch dichter sein, dann sind Schauer möglich. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen 19 und 23 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 13 Grad Celsius erreicht.