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Außenminister Zaorálek: Tschechien hat keine Spur von Vermissten im Libanon

Die Regierung in Prag hat weiter keine Spur von den fünf Tschechen, die im Libanon vermisst werden. Es gebe weder eine Kontaktaufnahme durch mögliche Entführer, noch bestünden Informationen über den möglichen Aufenthaltsort der Vermissten. Dies sagte Außenminister Lubomír Zaorálek nach einer Sitzung des Krisenstabs am Dienstag. Tschechien erhalte bei der Fahndung aber weiter Hilfe von den libanesischen Behörden, hieß es.

Die Suche nach den fünf vermissten Tschechen war am Samstagmorgen angelaufen. Zuvor hatte die libanesische Polizei das Taxi und persönliche Gegenstände der Gruppe im Bekaa-Tal nahe der syrischen Grenze gefunden. Weil die Verschwundenen in Verbindung zu dem seit einem Jahr in Prag inhaftierten Libanesen Ali Fayad stehen, wird eine Entführung vermutet. Nach Angaben der libanesischen Presse handelt es sich bei den Vermissten um Fayads Rechtsanwalt, zwei Journalisten, einen Übersetzer und einen hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter sowie um Fayads Bruder Saib Munir Taan. Zaorálek wollte am Dienstag die Identität der Vermissten nicht bestätigen. Ali Fayad wartet in Prag auf seine Auslieferung in die USA. Er soll US-Fahndern, die sich als Farc-Terroristen aus Kolumbien ausgegeben hatten, vor einem Jahr Waffen und Kokain angeboten haben.

Umweltminister Brabec trifft österreichischen Kollegen: „Neustart der Beziehungen“

Umweltminister Richard Brabec (Partei Ano) hat sich am Dienstag mit seinem österreichischen Amtskollegen Andrä Rupprechter (ÖVP) zu Gesprächen getroffen. Die Unterredung im österreichischen Hardegg im Nationalpark Thayatal war die erste Begegnung von Umweltministern beider Länder seit sechs Jahren. Brabec bezeichnete dies als Neuanfang in den gemeinsamen Beziehungen der Ressorts. Tschechien und Österreich vertreten grundsätzlich unterschiedliche Ansichten zur Atomenergie. Das Gespräch habe sich aber nicht nur um dieses Thema gedreht, sagte Richard Brabec im Anschluss bei einer Pressekonferenz. Man habe hingegen weitere Treffen vereinbart, um gemeinsame Projekte anzustoßen, so der liberale Politiker. Brabec nannte unter anderem den Bau von Elektro-Ladestationen in den Thayatal-Nationalparks auf beiden Seiten der Grenze. Zur Atomenergie merkte der Minister an, für die österreichische Seite sei die Sicherheit der Meiler in Tschechien entscheidend.

Verfassungsgericht: Versicherungen müssen Gesamtpreis von Urlaubsreisen erstatten

Das tschechische Verfassungsgericht hat die Rechte der Kunden insolventer Reiseveranstalter gestärkt. Laut einem Urteilsspruch vom Dienstag müssen Versicherungen im Fall einer Insolvenz den Preis der Urlaubsreise in kompletter Höhe erstatten. Die Richter in Brno / Brünn wiesen damit eine Beschwerde der Versicherung Generali Pojišťovna ab. Diese hatte argumentiert, sie sei zur Erstattung der Reise nur in jener Höhe verpflichtet, die mit dem Reiseveranstalter ausgehandelt worden sei. Die Verfassungsrichter widersprachen dem aber. Die Kunden von Reiseveranstaltern seien durch öffentliches Recht geschützt, dies stehe über privatrechtlichen Verträgen.

Die Verfassungsrichter folgten einem Entscheid des Amtsgerichts für den zweiten Prager Stadtbezirk. Das Amtsgericht hatte in dem Fall des Kunden eines insolventen Veranstalters entschieden, der eine Reise im Wert von über 23.000 Kronen (870 Euro) gebucht hatte. Die Versicherung hatte ihm aber nur knapp 14.000 Kronen (510 Euro) erstattet.

Öffentliche Angestellte erhalten schon ab November höhere Löhne

Die öffentlichen Angestellten in Tschechien erhalten noch dieses Jahr höhere Löhne, und zwar ab November. Darauf haben sich Vertreter des Regierungskabinetts und der Gewerkschaften geeinigt. Noch nicht klar sei jedoch die Höhe des Lohnzuwachses, sagte Finanzminister Andrej Babiš (Partei Ano) nach den Gesprächen in Prag. Babiš hat drei Prozent höhere Bezüge vorgeschlagen. Das entspreche dem Lohnzuwachs, der ursprünglich für das kommende Jahr ausgehandelt worden sei, so der Finanzminister. Der Gewerkschaftsdachverband ČMKOS verlangt jedoch mehr, wie dessen Chef Josef Středula mitteilte. Im September wollen sich beide Seiten noch einmal an einen Tisch setzen, um eine Einigung zu erlangen.

Prag: Erster Teil der neuen Metrolinie D soll 2022 in Betrieb gehen

Der erste Teil der geplanten neuen Metrolinie D in Prag soll 2022 in Betrieb gehen. Wie die Prager Stadtführung am Dienstag entschieden hat, sollen auf dem neuen U-Bahn-Abschnitt fahrerlose Wagen verkehren. Die Baukosten würden damit zwar steigen, die folgenden Betriebskosten aber niedriger liegen, hieß es. Die Gesamtkosten für den Bau der Linie D werden auf 50 Milliarden Kronen (1,8 Milliarden Euro) geschätzt. In den ursprünglichen Plänen waren 30 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro) vorgesehen.

Der erste Teil der Linie D soll die bestehende Metrostation Pankrác und die noch zu bauende Station Depo Písnice im Süden Prags miteinander verbinden. Später soll die Trasse im Norden bis Náměstí míru führen.

Hydrologen: Schlimmste Trockenheit in Tschechien seit 2003

Tschechien erlebt die schlimmste Trockenheit seit zwölf Jahren. Betroffen seien sowohl die Wasserläufe als auch das Grundwasser, sagte der stellvertretende Leiter des Hydrometeorologischen Instituts in Prag, Jan Daňhelka. Auch sei kein Ende in Sicht, da in nächster Zeit kein anhaltender und ergiebiger Regen erwartet werde, so der Hydrologe. Der bisherige Verlauf der Trockenheit ähnle der Lage im Jahr 2003. Eine Hundertjahrestrockenheit zeichne sich bisher aber noch nicht ab. Daňhelka verwies dabei auf das Jahr 1947 sowie auf drei extrem trockene Jahre in den 1930ern.

Am Dienstag purzelten erneut Temperaturrekorde hierzulande. Am wärmsten war es dabei in Strážnice / Straßnitz in Südmähren, dort wurden 35,6 Grad Celsius gemessen. Dies waren 0,6 Grad mehr als beim bisherigen Rekord vom 21. Juli 2006.

Conchita Wurst kommt zur Prague Pride

Stargast der Prague Pride wird in diesem Jahr Conchita Wurst. Wie die Veranstalter am Montag mitteilten, beginnt das Festival der sexuellen Minderheiten am 10. August mit einem Konzert auf der Prager Schützeninsel. Neben Wurst treten dabei auch die amerikanische Band Village People und die tschechischen Künstler Aneta Langerová und Jaro Smejkal auf. Das Festival für rechtliche Gleichstellung und die gesellschaftliche Akzeptanz von Homo-, Bi- und Transsexuellen sowie Transgendern findet in Prag zum fünften Mal statt. In diesem Jahr steht es unter dem Motto „Wir sind alle gleich warm“. Die Prague Pride endet am 15. August mit einem Umzug durch die Prager Innenstadt. Die Veranstalter rechnen dafür mit rund 10.000 Teilnehmern.

Jonathan Meese performt in der Prager Nationalgalerie

Der deutsche Aktionskünstler Jonathan Meese tritt am Dienstagabend in der Prager Nationalgalerie auf. Um 20 Uhr zeigt er im Messepalast (Veletřní palác) im Stadtteil Holešovice eine Performance mit dem Titel „‘You‘, Living in the Erzbox: L.O.V.E de LARGE (Visiontelefon)“. Außerdem ist Meeses Installation „My Über Daddys“ zu sehen. Mit dem Auftritt wird die Ausstellung „Künstler und Propheten“ in der Nationalgalerie eröffnet. Sie widmet sich den spirituellen Vorbildern und Inspirationsquellen von Künstlern wie František Kupka, Egon Schiele, Joseph Beuys und Friedensreich Hundertwasser. Die umfangreiche Ausstellung zeigt über 400 Exponate, darunter Gemälde, Zeichungen, Lithographien und umfangreiches Dokumentationsmaterial. Kuratiert wurde sie von Pamela Kort für das Frankfurter Museum Schirn, in Prag zu sehen ist die Schau bis zum 18. Oktober.

Jazzpianist Herbie Hancock sagt Konzert in Prag ab

Der amerikanische Jazzpianist Herbie Hancock hat sein Konzert in Prag abgesagt. Der Mitbegründer des Jazzrock und Fusion Jazz sollte am Freitag im Forum Karlín einen Soloauftritt bestreiten. Aus organisatorischen Gründen könne der Auftritt nicht stattfinden, teilten die Veranstalter am Dienstag ohne weitere Erläuterungen mit. Das Eintrittsgeld werde zurückerstattet, hieß es.

Das Konzert wäre der insgesamt vierte Auftritt von Herbie Hancock auf tschechischem Boden geworden. Erstmals kam der frühere Pianist der Band von Miles Davis 1986 nach Prag. Zuletzt war er vergangenes Jahr mit seinem Quartett beim Jazzfestival im südmährischen Brno / Brünn zu sehen und zu hören.

Tennis: Tschechisches Davis-Cup-Team gegen Indien um Klassenerhalt

Das tschechische Davis-Cup-Team spielt in Indien um den Verbleib in der Weltgruppe der 16 besten Tennisnationen. Damit haben die Schützlinge von Davis-Cup-Kapitän Jaroslav Navrátil eine lösbare Aufgabe erhalten. Indien liegt aktuell auf dem 21. Platz der Weltrangliste und hat keinen Spieler unter den Top 100 der ATP-Tour. Die Relegation wird vom 18. bis 20. September ausgetragen. Im Jahr 1997 trafen die Tschechen schon einmal auf Indien, damals siegten sie in Příbram knapp mit 3:2 nach Spielen.

Das Wetter am Mittwoch, 22. Juli

Am Mittwoch ist es in Tschechien überwiegend sonnig oder leicht bewölkt. Am Abend können vor allem im böhmischen Landesteil die Wolken auch dichter sein, mit örtlich Schauern oder Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 31 bis 35 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 25 Grad erreicht, im Böhmerwald bis zu 28 Grad.