Täglicher Nachrichtenüberblick
Polizei ermittelt nach Brandanschlag auf Haus von Verteidigungsminister Stropnický
Die tschechische Polizei untersucht einen Brandanschlag auf das Haus des tschechischen Verteidigungsministers Martin Stropnický (Partei Ano). Unbekannte Täter hätten am Sonntag vier Flaschen mit einer entzündlichen chemischen Mischung geworfen, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen sei der Vorfall erst jetzt bekanntgegeben worden, hieß es. Minister Stropnický war zum Tatzeitpunkt nicht im Haus, allerdings weitere Familienmitglieder. Informationen der tschechischen Presse, dass aus den Flaschen Flammen schlugen und gelöscht wurden, konnte der Polizeisprecher weder bestätigen noch dementieren.
Die Hintergründe des Anschlags sind bislang unklar. Der Anschlag zeige eine Radikalisierung bestimmter Gruppen, die gegen die Werte kämpften, für die er stehe, sagte der Minister.
Sorgerechtsfall Michalák: Präsident Zeman schreibt norwegischem König
Im Sorgerechtsfall Michalák hat sich Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman mit einem Brief an den norwegischen König Harald V. gewandt. Zeman bittet den Monarchen darin, sich für eine Lösung einzusetzen, die das Interesse der Kinder berücksichtige. Die beiden Söhne der tschechischstämmigen Familie waren den Eltern wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch vor vier Jahren weggenommen worden. Sie sind in Pflegefamilien untergebracht. Der Missbrauchsverdacht bestätigte sich zwar nicht, dennoch durften die Kinder nicht zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren. Zeman verweist in seinem Brief darauf, dass die tschechisch-norwegischen Beziehungen und das Bild Norwegens in der Tschechischen Republik durch den Fall seit langem belastet seien. Dies gab ein Sprecher des Präsidenten am Dienstag in Prag vor Journalisten bekannt.
Christdemokraten beschließen Boykott von Russlandreisen
Die tschechischen Christdemokraten wollen bis auf Weiteres jegliche Politikerreisen nach Russland boykottieren. Dies gelte, solange der Kreml die Ukraine weiter destabilisiere, gab Christdemokratenchef Pavel Bělobrádek bekannt. Den Beschluss haben Vorstand und Fraktion der Regierungspartei getroffen, zudem schlossen sich die christdemokratischen Europaabgeordneten aus Tschechien an. Weiterer Grund für den Boykott sei das Einreiseverbot nach Russland für 89 Politiker aus Europa, hieß es. Zu den europäischen Politikern gehören auch vier Tschechen. Die etwaige Teilnahme an Gesprächen auf neutralem Boden mit russischer Beteiligung schließen die Christdemokraten jedoch laut Bělobrádek nicht aus.
Inflation lag im Mai bei 0,7 Prozent
Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im Mai um 0,7 Prozent im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres gestiegen. Dies ist die höchste Inflationsrate seit Oktober vergangenen Jahres. Gegenüber dem Vormonat April stiegen die Preise um 0,3 Prozent. Besonders zum Preisanstieg beigetragen hat die Teuerung bei Kraftstoffen, Kartoffeln sowie bei Kuraufenthalten. Das Tschechische Statistikamt gab die Zahlen am Dienstag bekannt. Die Entwicklung entsprach den Erwartungen der Analysten. Sie hatten mit einem Preisanstieg von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gerechnet.
Nationalbankchef Singer erwartet sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Löhne
Der Gouverneur der tschechischen Nationalbankchef, Miroslav Singer, erwartet sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Löhne. Im kommenden Jahr dürfte die Arbeitslosenrate auf Werte unter sechs Prozent sinken, sagte Singer am Dienstag bei einer Diskussion mit Industrieunternehmern im mährischen Brno / Brünn. Im Mai lag die Arbeitslosenquote in Tschechien bei 6,4 Prozent. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt werde auch die Höhe der Löhne pushen, glaubt der Nationalbankchef. Dass die Löhne sich noch nicht erhöht haben, bezeichnete Singer als „große Überraschung“ seit dem Ende der Wirtschaftskrise.
Europäischer Rechnungshof kritisiert Projekte für Schiffsverkehr
Der Europäische Rechnungshof kritisiert Tschechien wegen angeblicher Geldverschwendung bei Projekten für den Schiffsverkehr. Dies berichtet die Presseagentur ČTK. Prag habe seit 2001 mehrere Millionen Euro für unterschiedliche Vorhaben ausgegeben, ohne dass dabei die Schiffbarkeit der Gewässer hierzulande verbessert worden sei, bemängelt der Rechnungshof. Konkretes Missfallen ernteten unter anderem der Bau einer funktionsunfähigen Zugbrücke über die Elbe im mittelböhmischen Kolín sowie der Bau eines Hafens für Privatboote an der Moldau.
Umfrage: Tschechen unterstützen Atomkurs ihres Landes
Die Mehrheit der tschechischen Bürger unterstützt den Atomkurs ihres Landes, dies hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM ergeben. Demnach halten 45 Prozent der Befragten den derzeitigen Anteil der Kernenergie an der Stromproduktion für richtig, weitere 22 Prozent befürworten sogar einen höheren Anteil. Ebenfalls 22 Prozent hätten hingegen lieber eine Senkung des Anteils. Mehr Menschen sprechen sich auch für einen Ausbau des Atomkraftwerks Temelín aus (44 Prozent), als dagegen sind (39 Prozent). Entsprechend wurde zudem die Frage nach den Ängsten vor der Nutzung der Atomenergie beantwortet: 23 Prozent der Tschechen haben gar keine Ängste, 40 Prozent leichte Ängste, 24 Prozent mittelgroße und nur neun Prozent große Ängste.
Umfrage: Deutschkenntnisse helfen in Westböhmen auf dem Arbeitsmarkt
Menschen mit Deutschkenntnissen haben in Westböhmen Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Denn deutsche Firmen im Kreis Plzeň / Pilsen suchen sprachkundige Mitarbeiter. Dies hat eine Umfrage ergeben, an der 118 Unternehmen mit deutschem Kapital und die Handelskammern von beiden Seiten der Grenze teilgenommen haben. Insgesamt haben sich 150 Firmen mit deutschem Kapital bereits im Kreis Pilsen angesiedelt, sagte Richard Brunner von der Industrie- und Handelskammer Regensburg der Presseagentur ČTK.
Deutsche und österreichische Institutionen haben in Tschechien vor vier Jahren eine Initiative gestartet, um das Deutschlernen zu fördern. Dabei hatte der damalige deutsche Botschafter in Prag, Detlef Lingemann, auch darauf hingewiesen, dass die Kenntnis des Deutschen karrierefördernd sein könne. Laut Schätzungen beschäftigen deutsche und österreichische Firmen in Tschechien mehr als 150.000 Menschen.
Ausstellung „Prag in Fotografien“ zeigt Bilder von Amateur-Fotografen
Unter dem Titel „Prag in Fotografien“ („Praha fotografická“) ist im Altstädter Rathaus in Prag eine Ausstellung eröffnet worden. Gezeigt werden dabei Bilder von Hobbyfotografen, über 1000 Aufnahmen wurden im Rahmen eines entsprechenden Wettbewerbs eingeschickt. Eine Jury wählte die Bilder von 55 Teilnehmern aus. Mit den Fotos werden einige Ereignisse des vergangenen Jahres in Prag reflektiert, aber auch der Wandel der tschechischen Hauptstadt. Es handelt sich um den 19. Jahrgang des Wettbewerbs. Beurteilt wurden vier Kategorien, und zwar die Schönheit Prags und ihre Verwandlungen, Menschen in Prag, Probleme Prags und Chronik der Hauptstadt. Für dieses Jahr wurden zwei zusätzliche Kategorien ausgeschrieben, und zwar Handel sowie Prager Altstadt. Den Hauptpreis erhielt Eliška Rafajová für ihr Bild „Verborgene Bewegung der Metropole“.
Eishockey: Neue Korruptionsvorwürfe gegen Nationaltrainer Růžička
Wie der Tschechische Rundfunk (ČRo) in seinen Inlandssendungen berichtete, bestehen neue Korruptionsvorwürfe gegen den tschechischen Eishockeynationaltrainer Vladimír Růžička. Der Coach soll bei seiner Anstellung bei Slavia Prag von Eltern junger Spieler Geld dafür gefordert haben, dass ihre Söhne einen Profivertrag im Verein erhalten. Das Geld habe er entweder selbst oder über einen Bekannten gefordert, hieß es. Der Rundfunk hat dazu Interviews mit den Eltern geführt, die Gespräche wurden am Dienstag teils anonymisiert ausgestrahlt. Růžička habe sich bisher zu den Vorwürfen nicht äußern wollen, berichtete der ČRo. Der tschechische Eishockeyverband hat wegen der Vorwürfe für Mittwoch eine Sondersitzung seines Vorstands anberaumt.
Im April war bereits ein ähnlicher Korruptionsvorwurf gegen Růžička bekannt geworden. Demnach soll der Eishockeytrainer 500.000 Kronen (18.000 Euro) von einem Vater gefordert haben, damit dessen Sohn bei Slavia spielen dürfe. Der Vater hatte dies mit versteckter Kamera aufgenommen.
Das Wetter am Mittwoch, 10. Juni
Am Mittwoch ist es in Tschechien heiter bis wolkig mit vereinzelt schwachen Regenschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius, in Westböhmen nur 17 bis 21 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 13 Grad, in den Beskiden auch 16 Grad Celsius erreicht.







