Täglicher Nachrichtenüberblick
Preisabsprachen mit Händlern: Autohersteller Škoda zahlt Millionenstrafe
Der Autohersteller Škoda muss eine Kartellstrafe von 49 Millionen Kronen (1,78 Millionen Euro) zahlen. Laut den tschechischen Wettbewerbshütern hat Škoda in den Jahren 2011 und 2012 Preisabsprachen mit den Autohändlern getroffen. Damit verstieß die VW-Tochter sowohl gegen tschechisches als auch gegen europäisches Recht. In den Verträgen mit den Händlern hatte der Autohersteller aus Mittelböhmen eine Mindestmarge beim Verkauf von Neuwagen vorgegeben.
Die Strafe wurde bereits Ende Dezember verhängt. Erst jetzt veröffentlichte das Kartellamt aber seine Entscheidung. Demnach legte Škoda keine Berufung ein.
Leitungswasser in Prager Stadtteilen Dejvice und Bubeneč wieder trinkbar
Das Leitungswasser in den Prager Stadtteilen Dejvice und Bubeneč ist wieder trinkbar. Dies gab das tschechische Hygieneamt am Donnerstagnachmittag bekannt. Coliforme Bakterien und Viren im Trinkwasser der beiden Stadtteile hatten dazu geführt, dass seit vergangenem Samstag 460 Bewohner wegen Durchfall und Übelkeit ärztlich behandelt werden mussten. Die Wasserwerke haben darauf die betroffenen Teile des Leitungssystems durchgespült. Die Bakterien sollen laut neuesten Erkenntnissen ins Wasser geraten sein, weil bei Bauarbeiten die Kanalisation beschädigt wurde. Die neuesten Tests hätten ergeben, dass sich nun keine Bakterien und Viren mehr im Trinkwasser befänden, hieß es.
Verteidigungsministerium will israelische 3-D-Radaranlagen kaufen
Das tschechische Verteidigungsministerium will mobile 3-D-Radaranlagen von einer israelischen Firma kaufen. Dies berichtete die Wirtschaftszeitung E15 am Donnerstag. Das Ressort plane dafür jedoch nicht wie früher angekündigt eine öffentliche Ausschreibung, hieß es. Dabei dürften laut dem Bericht die israelischen Anlagen teurer sein als Konkurrenzprodukte aus den USA, Frankreich oder Schweden. Der Kauf soll durch ein Abkommen auf Regierungsebene besiegelt werden. Angeblich will das Kabinett 5,9 Milliarden Kronen (215 Millionen Euro) für die Anschaffung bereithalten. Die ersten Anlagen könnte Tschechien im übernächsten Jahr erhalten.
Tschechien klettert im IMD-Ranking zur Wettbewerbsfähigkeit
Die Tschechische Republik hat im internationalen Vergleich ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert. In der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste des Lausanner Managementinstituts IMD rangiert sie nun auf Platz 29, das sind vier Ränge über der Position des vergangenen Jahres. Tschechien liegt damit erneut in der ersten Hälfte der bewerteten Länder. In den vier Jahren zuvor war Tschechien in dem alljährlich veröffentlichten Ranking wegen der Wirtschaftskrise immer weiter zurückgefallen. In der neuen Rangliste haben die USA ihre Spitzenposition verteidigt, gefolgt von Hongkong und Singapur. Im Ranking des IMD werden 61 Länder nach über 300 Kriterien untersucht.
Finanzminister: Euro-Annahme nicht auf der Tagesordnung in Tschechien
Laut Finanzminister Andrej Babiš (Ano) steht die Annahme des Euro nicht auf der Tagesordnung in Tschechien. Als Gründe für seine Ablehnung nennt der Minister die Milliardensummen, die Tschechien nach dem Beitritt zur Eurozone in Rettungsfonds zahlen müsste, sowie die derzeitige Unfähigkeit der Eurozone, die Lage um Griechenland zu lösen. Babiš sagte dies bei einem Tag der tschechischen Wirtschaftskammer am Donnerstag in Prag. Präsident Miloš Zeman hat für den kommenden Sonntag ein Treffen einberufen, bei dem über eine beschleunigte Vorbereitung Tschechiens auf den Euro gesprochen werden soll. An dem Treffen sollen neben dem Staatsoberhaupt und dem Finanzminister auch der Premier und der Gouverneur der Zentralbank teilnehmen.
Streikgeprüfte Agentur für soziale Eingliederung erhält neuen Leiter
Der bisherige Leiter der Abteilung für Strafprävention beim Innenministerium, Radek Jiránek, soll die Agentur für soziale Eingliederung übernehmen. Der 41-jährige Jiránek setzte sich in einem Auswahlverfahren durch und tritt sein neues Amt in acht Tagen an, wie der Minister für Menschenrechte, Jiří Dienstbier, bekanntgegeben hat. Wegen der Abberufung des vorherigen Leiters der Agentur für soziale Eingliederung durch Dienstbier war ein großer Teil der Angestellten vorübergehend in Streik getreten. Die unzufriedenen Angestellten forderten vor allem mehr Unabhängigkeit vom Minister, dieser ist der Agentur übergeordnet. Vergangene Woche vermittelte zwar Premier Bohuslav Sobotka, trotzdem hat ein Fünftel der Angestellten seine Kündigung eingereicht. Die Agentur setzt sich vor allem für die benachteiligte Roma-Minderheit in Tschechien ein.
Statistikamt: Ein Drittel der Familien kommt mit Einkommen nicht aus
Etwa ein Drittel der Familien mit Kindern kommt in Tschechien nur schwer mit seinem Einkommen aus. Bei Familien mit drei und mehr Kindern liegt der Anteil sogar bei 45 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 55 Prozent. Diese Angaben für das Jahr 2013 wurden am Donnerstag vom Tschechischen Statistikamt veröffentlicht. Demnach sind etwa 20 Prozent der Familien mit drei und mehr Nachkommen von Armut bedroht sowie etwa 30 Prozent der Alleinerziehenden. Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Person lag laut den Statistiken bei 153.000 Kronen (5600 Euro). Die höchsten Einkommen hatten Haushalten von Unternehmern und Gewerbetreibenden, gefolgt von Arbeitnehmern. Bei den Rentnern lag das durchschnittliche Jahreseinkommen bei 139.200 Kronen (5080 Euro). Fast 15 Prozent der Bürger Tschechiens drohe die soziale Ausgrenzung, hieß es, das sind etwa 1,5 Millionen Menschen.
23 Jahre Haft nach Säureangriff auf Ex-Freundin in Pilsen
Für einen Säureangriff auf seine Ex-Freundin ist ein Mann in Plzeň / Pilsen zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Kreisgericht der westböhmischen Stadt wertete die Tat am Donnerstag als versuchten Mord. Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass der heute 39-Jährige seiner Ex-Freundin vor ihrem neuen Haus aufgelauert und Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet hatte. Die damals 25-Jährige überlebte nur knapp, erlitt schwerste Verätzungen und erblindete völlig. Unter anderem führten Säurespuren auf seinen Schuhen zur Überführung des Täters. Er habe aus Eifersucht und verletztem Stolz gehandelt, sagte ein Sachverständiger vor Gericht aus.
Mehrsprachiges Theaterfest startet in Zittau
In Zittau beginnt am Donnerstag das mehrsprachige Theaterfestival „3LänderSpiel“. Bis Samstag werden dabei Ensembles aus dem Dreiländereck zwischen Tschechien, Polen und Deutschland auftreten sowie Gäste aus Prag, Plzeň / Pilsen und dem georgischen Tiflis. Eine Besonderheit in diesem Jahr sind zwei Uraufführungen trinationaler Stücke. So steht am Freitag die Komödie „Cudownie, Wundervoll, Úžasný“ auf dem Programm, und am Samstag folgt die Premiere des Jugendprojekts „Club 27“ mit Teilnehmern aus dem polnischen Jelenia Góra, dem nordböhmischen Liberec / Reichenberg und aus Zittau. Neben Theatervorstellungen sind auch Konzerte geplant, ein Gartenfest, eine Theater-Koch-Show und ein abschließendes Kulturpicknick.
Zeitzeuge des Ersten Weltkriegs: Ältester Mann Tschechiens stirbt mit 107 Jahren
Mit 107 Jahren ist der zuletzt älteste Mann Tschechiens gestorben. Stanislav Spáčil habe sich sogar noch an den Ersten Weltkrieg erinnern können, sagte der Bürgermeister von Křenovice, Jaromír Konečný. In der südmährischen Gemeinde hatte sich zuletzt seine Familie um Spáčil gekümmert. Stanislav Spáčil hatte im Zweiten Weltkrieg gegen Hitler gekämpft. Im April feierte er seinen 107. Geburtstag.
Fußball: Liberec holt tschechischen Pokal nach Elfmeterschießen
Die Fußballer des FC Slovan Liberec haben zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den tschechischen Pokal gewonnen. Im Finale am Mittwochabend in Mladá Boleslav / Jungbunzlau bezwangen sie den FK Baumit Jablonec nad Nisou im Elfmeterschießen. Nach 90 Minuten stand es im Pokalderby zwischen den beiden nordböhmischen Vereinen 1:1 unentschieden. Im Elfmeterschießen hatte Liberec mit 3:1 Treffern das bessere Ende für sich, damit wurde an den Pokalsieg aus dem Jahr 2000 angeknüpft. Der FC Slovan hat nun die Berechtigung, in der Vorrunde der Europa League anzutreten.
Tennis: Kvitová bei French Open in Runde drei, weitere Tschechinnen scheitern
Tennisspielerin Petra Kvitová hat bei den French Open die dritte Runde erreicht. Die Tschechin besiegte am Donnerstag nach fast zwei Stunden die Spanierin Silvia Soler Espinosa mit 6:7, 6:4 und 6:2. In der nächsten Runde trifft Kvitová auf Irina-Camelia Begu aus Rumänien. Drei weitere tschechische Spielerinnen schieden in der zweiten Runde in Paris hingegen aus. Karolína Plíšková verlor in drei Sätzen gegen die Rumänin Andreea Mitu, Lucie Hradecká scheiterte an der ehemaligen weißrussischen Weltranglistenersten Viktoria Asarenko, und Debütantin Denisa Allertová musste sich der Bulgarin Zwetana Pironkowa geschlagen geben.
Das Wetter am Freitag, 29. Mai
Am Freitag ist es in Tschechien meist stark bewölkt mit örtlichen Schauern, vereinzelt auch Gewittern. Nur in Mähren und Schlesien ist es zunächst noch heiter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 18 und 22 Grad Celsius, im Südosten bis zu 24 Grad. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 15 Grad Celsius erreicht.







