Täglicher Nachrichtenüberblick
Innenminister Chovanec bringt Referendum über Flüchtlingsaufnahme ins Spiel
Innenminister Milan Chovanec hält ein Referendum in Tschechien über die Frage von EU-Quoten zur Aufnahme von Flüchtlingen für möglich. Der Sozialdemokrat bezeichnete dies in einer Talkshow des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens am Sonntag als eine Möglichkeit, um auf den Druck der Europäischen Kommission zu einer einheitlichen Migrationspolitik zu antworten. Brüssel hat in der vergangenen Woche eine „Einwanderungsagenda“ vorgestellt, bei der insgesamt 40.000 schutzbedürftige Flüchtlinge nach einem Schlüssel auf alle 28 EU-Mitgliedsländer verteilt werden sollen. Die tschechische Regierung lehnt diese Quotenregelung ab und möchte, dass in Europa das Prinzip der freiwilligen Aufnahme von Flüchtlingen beibehalten werde.
Politiker gedenken der KZ-Opfer in Theresienstadt
Politiker und ehemalige Häftlinge aus Tschechien haben der Befreiung des nationalsozialistischen Ghettos und Konzentrationslagers Terezín / Theresienstadt vor 70 Jahren gedacht. Auf dem Friedhof der Gedenkstätte legten am Sonntag Staatspräsident Miloš Zeman und Premier Bohuslav Sobotka Kränze nieder. Es sei die Pflicht der Lebenden, gemeinsam an die Toten zu erinnern, sagte in einer bewegenden Rede der Leiter des Mahnmals, Jan Munk. Seine Eltern hatten die KZ-Inhaftierung überlebt. Präsident Zeman sagte, Theresienstadt sei als „Warnung vor Hass“ zu verstehen. Nach schlimmen Erfahrungen mit Rassen- und Klassenhass müsse die Gesellschaft heute religiöser Intoleranz begegnen. Der Linkspolitiker verglich den Terror der Miliz Islamischer Staat (IS) dabei mit dem Holocaust.
Im Ghettos und KZ Theresienstadt starben während der Nazi-Besatzung rund 33.500 überwiegend jüdische Häftlinge; mehr als 80.000 wurden in Vernichtungslager deportiert.
Finanzministerium will mit Gesetzesänderungen gegen Spielsucht kämpfen
Das tschechische Finanzministerium plant, per Gesetzesnovellen die Anzahl der Spielhöllen im Land auf 15 bis 20 Prozent des bisherigen Standes zu senken. Dies sagte Staatssekretär Ondřej Závodský aus dem Finanzministerium am Sonntag bei einer Polit-Talkshow im Fernsehen. Laut Závodský liegen dem Legislativrat der Regierung seit vergangener Woche eine Novelle des Gesetzes über das Glückspiel und des Steuergesetzes vor. Mit den geplanten Gesetzänderungen soll vor allem die hohe Zahl Spielsüchtiger bekämpft werden. Rund 150.000 Menschen sind hierzulande angeblich spielsüchtig und von der Spielsucht gefährdet.
Kroatische Polizei nimmt erneut Liberland-Gründer Jedlička fest
Die kroatische Polizei hat am Samstag erneut den Tschechen Vít Jedlička bei dem Versuch festgenommen, das Territorium des von ihm selbst ausgerufenen Staates „Liberland“ zu betreten. Wie vor einer Woche musste der 31-jährige Politiker eine Geldstrafe von 2400 Kun (310 Euro) zahlen. Zusammen mit Jedlička wurden zehn weitere Personen verhaftet. Vít Jedlička hat Mitte April ein 6,5 Quadratkilometer großes Niemandsland zwischen Kroatien und Serbien zur „Freien Republik Liberland“ erklärt. Das tschechische Außenministerium hat sich vergangene Woche in einer Stellungnahme vom Vorgehen Jedličkas distanziert.
Ausstellung über die Luxemburger in Ostrau
Im mährisch-schlesischen Ostrava / Ostrau wird seit Sonntag eine Ausstellung über das Herrschergeschlecht der Luxemburger gezeigt. Die Schau im Museum Dolní Vítkovice konzentriert sich auf die Bedeutung der Luxemburger für die Böhmischen Länder im Mittelalter (1308 bis 1437). Es handelt sich um eine der ersten Veranstaltungen, mit denen an den 700.Geburtstag des römisch-deutschen Kaisers und böhmischen Königs Karl IV. im kommenden Jahr erinnert wird.
Eishockey-WM: Tschechien verliert Spiel um Platz drei gegen USA
Das tschechische Eishockey-Nationalteam hat bei der Heim-WM keine Medaille errungen. Im Spiel um Platz drei unterlagen die Gastgeber um Superstar Jaromír Jágr den USA mit 0:3. Den Weltmeister ermitteln Kanada und Russland unter sich, die Begegnung startete erst nach Redaktionsschluss dieser Nachrichtenausgabe.
Vor den beiden abschließenden WM-Begegnungen wurden zwei ehemalige tschechische Eishockey-Stars geehrt: Der legendäre Torhüter Dominik Hašek und der langjährige Nationalmannschaftskapitän Robert Reichel, die beide unter anderem großen Anteil am Olympiasieg 1998 in Nagano hatten, wurden in die Hall of Fame des Eishockey-Weltverbandes IIHF aufgenommen.
Eishockey-WM: Veranstalter mit Ausrichtung des Turniers „absolut zufrieden“
Der Chef des tschechischen Eishockeyverbandes, Tomáš Král, hat die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Prag und Ostrava / Ostrau als unerwarteten Erfolg bezeichnet. Er sei mit dem Verlauf der WM „absolut zufrieden“, so Král am Sonntag, dem letzten Spieltag des Turniers, gegenüber Journalisten. Auch wegen des neuen WM-Besucherrekords erwarten die Veranstalter einen Gewinn von möglicherweise mehr als einer Million Euro von der Weltmeisterschaft. Král sprach von der „besten WM in der Geschichte der Titelkämpfe“. Das Budget des Turniers liegt bei 650 bis 700 Millionen Kronen (23,5 Millionen bis 25,4 Millionen Euro).
Das Wetter am Montag, 18. Mai
Am Montag ist es in Tschechien meist heiter bis wolkenlos. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 15 Grad Celsius erreicht, im Böhmerwald auch bis zu 17 Grad.







