Täglicher Nachrichtenüberblick
Entführter Tscheche: Außenminister Zaorálek spricht mit philippinischem Amtskollegen
Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) hat am Dienstag mit seinem philippinischen Amtskollegen Alberto del Rosario über die von Islamisten entführten Ausländer in Libyen gesprochen. Zu den neun Männern, die vom Ölfeld Al Ghani verschwanden, gehört auch ein Tscheche. Laut Zaorálek ist die philippinische ebenso wie die österreichische Seite davon überzeugt, dass der Islamische Staat hinter der Tat stecke. Dies sagte der tschechische Außenminister nach einem Telefonat mit del Rosario. Weiter fehlen Prag Informationen zur Lage des entführten Tschechen. Wie Zaorálek bereits am Montag im Fernsehen mitteilte, steht sein Ministerium aber in Kontakt mit dem österreichischen Krisenstab.
Neben dem Tschechen werden auch ein Österreicher, vier Philippiner, zwei Bangladeschi und ein Ghanaer vermisst. Das österreichische Außenministerium informierte am Montag darüber, dass eine Gruppe ausländischer Arbeiter am Freitag beim Angriff auf das Ölfeld Al Ghani von den IS-Milizen entführt worden sei.
Kirchen erhielten im Rahmen der Restitution Zehntausende Grundstücke
Der tschechische Staat hat den Kirchen und Glaubensgemeinschaften des Landes im vorigen Jahr 23.639 Grundstücke zurückgegeben. Das teilte das Kulturministerium am Dienstag mit. Damit wurde bisher nur knapp ein Viertel der Anträge auf Rückgabe bewilligt. Ferner gingen 403 Gebäude und 4426 Gegenstände wie Gemälde an die ursprünglichen Eigentümer zurück.
Regierung und Parlament in Prag hatten im Jahr 2012 beschlossen, das in der Zeit des Kommunismus zwischen 1948 und 1989 enteignete Kircheneigentum herauszugeben. Ein Teil wird auch durch Entschädigungszahlungen entgolten. Im Gegenzug werden die direkten Zahlungen des Staates unter anderem für Priestergehälter schrittweise abgeschafft.
Verkehrsministerium sucht neuen Betreiber des Kfz-Registers
Das Verkehrsministerium sucht einen neuen Betreiber des zentralen Fahrzeugregisters. Beim Betrieb des Registers war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu technischen Problemen gekommen. Erst mit der Firma ICZ als derzeitigem Betreiber wurde das Problem behoben. Der bestehende Vertrag läuft jedoch zu Ende September aus. Die Auftragssumme für weitere vier Jahre liegt zwischen 60 und 184 Millionen Kronen (2,22 bis 6,81 Millionen Euro).
Anfang 2012 hatte das Fahrzeugregister eine neue Software erhalten. In der Folge kam es immer wieder zu Totalausfällen der Software.
Tschechische Schüler nehmen erneut an Pisa-Studie teil
Die tschechischen Schüler werden in diesem Jahr erneut für die sogenannte Pisa-Studie getestet. Dies gab die Schulinspektion bekannt. Ende März und Anfang April sollen dabei 15-jährige Jugendliche von rund 200 Schulen in vier Wissensbereichen geprüft werden. Dabei geht es um Naturwissenschaften, Mathematik, Leseverständnis und Problemlösungen. Insgesamt beteiligen sich 34 Staaten der OECD an der Pisa-Studie.
Außerdem sollen im Rahmen der TIMS-Studie das mathematische und naturwissenschaftliche Grundverständnis von Schülerinnen und Schülern zu Ende der vierten Klasse getestet werden. Daran werden landesweit 160 Grundschulen teilnehmen. Die Ergebnisse beider Untersuchungen sollen erst im kommenden Jahr veröffentlicht werden.
Konferenz in Prag erinnert an Armenier-Genozid
Internationale Wissenschaftler beschäftigen sich bei einer Konferenz an der Prager Karlsuniversität mit dem Genozid an den Armeniern in der osmanischen Türkei. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Dienstag stehen juristische und politische Aspekte dieses Völkermords während des Ersten Weltkriegs. Zu den Gästen der Konferenz gehört der Vizepräsident des armenischen Parlaments, Eduard Scharmasanow. Im Tschechischen Musikmuseum in Prag wurde zudem am Montag eine Ausstellung eröffnet zum 100. Jahrestag des Beginns des Völkermordes an den Armeniern.
Bürgerinitiative: Hälfte des tschechischen Brots übersalzen
Jedes zweite Brot oder Brötchen in Tschechien enthält mehr Salz als empfohlen. Dies hat eine Bürgerinitiative (www.vimcojim.cz) bei einem Test herausgefunden. Von 20 Proben erfüllten nur elf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Salzgehalt und nur neun die Empfehlungen zu weiteren Inhalten wie Zucker, risikoreichen Fetten oder dem Gesamtenergiegehalt. Vor allem das normale tschechische gesalzene Hörnchen und das beliebte Kümmelbrot enthalten dem Test nach am meisten Salz. Wie Alena Šteflová von der Weltgesundheitsorganisation betonte, erhöht viel Salz in der Nahrung die Gefahr von Herz- und Gefäßerkrankungen sowie von Krebs.
Prager Restaurants verteidigen Michelin-Sterne
Die beiden Prager Restaurants Alcron im Hotel Radisson und La Degustation Bohême Bourgeoise haben jeweils ihren Michelin-Stern verteidigt. Beide Restaurants tragen die Auszeichnung seit 2012. Änderungen für Prag gab es im weltberühmten Gourmet-Führer bei der Auszeichnung Bib Gourmand, damit wird gutes Essen zu vernünftigen Preisen gelobt. Neu hinzugekommen ist das Restaurant Na Kopci. Alle fünf bisherigen Träger dieser Auszeichnung – Divinis, Aureole, Sasazu, Aromi und Sansho – wurden bestätigt.
Die Prager Adressen finden sich im englischsprachigen Michelin Main Cities of Europe. Dieser Gourmetführer erscheint Ende der Woche zum 34. Mal.
Zoologe: Zahl der Sumpfschildkröten in Tschechien nahe Null
In Tschechien leben nur noch wenige Exemplare der Europäischen Sumpfschildkröte. Darauf hat die Tierschutzorganisation Herpeta aufmerksam gemacht. Im Mittelalter habe es hierzulande in freier Wildbahn bis zu einer Million Exemplare der einzigen mitteleuropäischen Schildkrötenart gegeben, so Martin Šendera von Herpeta. Die Europäische Sumpfschildkröte ist 2015 das Reptil des Jahres in Deutschland.
In Tschechien befindet sich die größte Kolonie dieser Reptilienart in Südmähren im Stauseegebiet von Nové Mlýny / Neumühl. Dort seien 165 Exemplare gezählt worden, die aber ursprünglich aus Rumänien kämen, so Šendera. Weitere 20 bis 30 Stück befinden sich in der Gegend von Rakovník in Mittelböhmen. Die Organisation Herpeta bemüht sich darum, die Sumpfschildkröte wieder hierzulande heimisch zu machen.
Tschechische Städte planen öffentliche Erläuterungen zu Teilfinsternis der Sonne
Die Teilfinsternis der Sonne am 20. März soll in Tschechien an vielen Orten mit wissenschaftlichem Kommentar begleitet werden. In mehreren Städten seien Auftritte von Astronomen auf öffentlichen Plätzen geplant, berichtet die Presseagentur ČTK. Zudem finden entsprechende Veranstaltungen auch in den Planetarien des Landes statt. In Prag schiebt sich an dem Tag der Mond ab 9:57 Uhr vor einen Teil der Sonne. Um 10:45 Uhr ist dann die maximale Phase erreicht, bei der 74 Prozent der Sonne verdeckt sind. In der tschechischen Hauptstadt endet die Finsternis um 11:57 Uhr.
Ärzte warnen allerdings davor, mit bloßen Augen das Schauspiel zu verfolgen. Um keinen Augenschaden zu riskieren, sollten sich die Neugierigen eine Spezialbrille kaufen. Diese kann in den Planetarien erstanden werden.
Tennis: Ex-Davis-Cup-Spieler Hájek beendet Karriere
Der tschechische Tennisprofi Jan Hájek hat mit 31 Jahren seine sportliche Karriere beendet. Hájek war Mitglied des tschechischen Teams, das 2013 den Davis Cup gewann. Zu seinen größten individuellen Erfolgen gehören DER Einzug ins Halbfinale des Turniers in Bastad 2012 und der Sieg im Doppel zusammen mit Tomáš Berdych beim Turnier in Doha 2014. In der Weltrangliste schaffte es Hájek auf Rang 71. Aktuell liegt er auf Platz 446.
Das Wetter am Mittwoch, 11. März
Am Mittwoch ist es in Tschechien veränderlich bewölkt mit örtlichen Schauern, die oberhalb 500 Meter in Schnee übergehen. Es ist nicht mehr so warm wie noch zuletzt, bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 4 und 8 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter leichter Frost.







