Täglicher Nachrichtenüberblick
Staatsanwalt: Opfer des Amokläufers von Uherský Brod waren auf der Stelle tot
Die Opfer des Amokläufers von Uherský Brod / Ungarisch Brod waren „praktisch alle auf der Stelle tot“. Keiner der acht Getöteten hätte länger als einige Minuten überlebt, dies hätten die Obduktionen gezeigt, sagte der zuständige Staatsanwalt, Roman Kafka, am Sonntag in einer Talkshow des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Kafka bestätigte zudem, dass der Attentäter allem Anschein nach unter psychischen Störungen litt.
Der 62-jährige Schütze hatte am Dienstag im Restaurant „Družba“ in Uherský Brod wahllos auf die Gäste geschossen und sich anschließend selbst getötet. Sieben Männer und eine Frau starben im Kugelhagel. Eine weitere Frau wurde schwer verletzt und wird in einem Krankenhaus behandelt. Einzig ein Mann, der zu der Zeit auf der Toilette des Restaurants war und sich dort eine Stunde lang versteckte, blieb unverletzt.
Sudetendeutsche Landsmannschaft streicht Rückgabeforderungen aus Satzung
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft (SL) hat aus ihrer Satzung jene Passagen gestrichen, in denen sie die „Wiedergewinnung der Heimat“ und die Rückgabe oder Entschädigung von konfisziertem früheren Eigentum gefordert hatte. Tschechische Politiker hatten in der Vergangenheit wiederholt diese Passagen kritisiert. Die Delegierten einigten sich an diesem Wochenende in München stattdessen darauf, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Partnerschaft mit den tschechischen Nachbarn zum zentralen Ziel der SL zu erklären. Die Verbrechen an der deutschsprachigen Minderheit der Tschechoslowakei und ihre Vertreibung werden zwar weiter als Unrecht bezeichnet, zugleich bekennen sich die Sudetendeutschen zur Mitverantwortung an der Verfolgung von Tschechen durch das nationalsozialistische Regime und am Holocaust.
Justizministerin Válková scheidet aus dem Amt
Justizministerin Helena Válková (Partei Ano) scheidet am Sonntag offiziell aus ihrem Amt. In der zweiten Märzwoche soll ihr bisheriger Stellvertreter Robert Pelikán (35) zu ihrem Nachfolger ernannt werden. Válková hatte ihren Rücktritt wegen mangelnder Unterstützung aus der eigenen Partei eingereicht. Die 64-jährige Jura-Professorin will aber weiter ihr Abgeordnetenmandat wahrnehmen, zudem möchte sie wieder zu ihrer Hochschul-Arbeit zurückkehren, wie die Presseagentur ČTK berichtete.
Prager Verkehrsbetriebe bieten alle Zeitkarten wieder als Papier-Coupons an
Seit Sonntag bieten die Prager Verkehrsbetriebe alle Zeitkarten auch wieder als Papier-Coupons an. Damit reagiert das Unternehmen auf den Rechtsstreit um die sogenannte Opencard, die als elektronische Fahrkarte gilt. Seit einigen Wochen sind schon die Monats- und Dreimonatskarten in Papierform erhältlich.
Die Opencard wird in Prag von über eine Million Passagieren des öffentlichen Nahverkehrs genutzt und ist schon seit längerem Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen der Betreiberfirma eMoneyServices (EMS) und der Stadt Prag. EMS, das die Rechte an der Karte besitzt, verlangt von Prag ausstehende Lizenzgebühren in Höhe von umgerechnet mehr als sechs Millionen Euro. Die Stadt weigert sich, die Summe zu bezahlen. Mitte Februar ordnete das Prager Stadtgericht mit einer einstweiligen Verfügung an, dass EMS weiterhin für die reibungslosen technischen Betrieb der Opencard sorgen müsse.
Über ein Drittel der tschechischen Bienenvölker hat Winter nicht überlebt
Rund 35 Prozent der Honigbienen haben in Tschechien nicht den Winter überlebt. Vor allem die Milbenkrankheit Varroose hat den Völkern zugesetzt, wie der tschechische Imkerverband in einer Einschätzung veröffentlicht hat. Laut Verbandspräsident Miloslav Peroutka könnten sich die Gesamtverluste der tschechischen Imker auf bis zu einer Milliarde Kronen (36 Millionen Euro) belaufen. Insgesamt 603.000 Bienenvölker von 53.500 Imkern waren vor dem Winter hierzulande gezählt worden. Etwa 200.000 Völker sollen eingegangen sein.
Ähnliche Epidemien hatte es in Tschechien bereits 2007 und 2008 gegeben. Damals war auch jeweils rund ein Drittel der Bienenvölker eingegangen. Die Erneuerung des Standes dauerte danach mehrere Jahre.
Langlauf: Lukáš Bauer holt Silber im letzten WM-Rennen der Karriere
Langläufer Lukáš Bauer hat im letzten WM-Rennen seiner Karriere die Silbermedaille gewonnen. Über 50 Kilometer klassisch musste sich der 37-jährige Tscheche am Sonntag in Falun nur Petter Northug geschlagen geben. Der Norweger kam in 2:26:02,1 Stunden ins Ziel, Bauer hatte 1,7 Sekunden Rückstand. Der Marathon wurde erst auf der Zielgeraden entschieden. Bauer konnte dabei unter anderem den Angriff von Titelverteidiger Johan Olsson aus Schweden abwehren. Es ist die einzige Medaille des tschechischen Teams bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Schweden und die erste seit Bauers Silber über 15 Kilometer klassisch bei der WM in Liberec / Reichenberg.
Lukáš Bauer hat in seiner Karriere zudem drei Medaillen bei Olympia geholt. Außerdem gewann er 2007/08 den Gesamtweltcup und zweimal die Tour de Ski.
Tennis: Šafářová gewinnt in Doha sechsten Titel ihrer Karriere
Lucie Šafářová hat das WTA-Turnier in Doha gewonnen und damit den sechsten Titel ihrer Karriere geholt. Im Finale besiegt sie am Samstag die weißrussische Weltranglisten-Erste Viktoria Azarenko mit 6:4 und 6:3. Damit wird die 28-jährige Tschechin in der neuen Weltrangliste, die am Montag veröffentlicht wird, auf Rang elf klettern. So hoch war Šafářová bisher noch nie positioniert.
Das Wetter am Montag, 2. März
Am Montag ist es in Tschechien teils stark, teils wechselnd bewölkt, mit zunächst Regen und später Schauern. Die Schneefallgrenze sinkt im Laufe des Tages von 1000 auf 600 Meter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 5 bis 9 Grad Celsius, im Osten des Landes bis zu 11 Grad. In Höhenlagen um 1000 Metern leichte Pluswerte. Es weht zunächst ein leichter Wind aus Südwest, der im Laufe des Tages auffrischt und auf West dreht.







