Täglicher Nachrichtenüberblick

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Präsident Zeman vergleicht IS mit Nazi-Deutschland und warnt vor „Super-Holocaust“

Staatspräsident Miloš Zeman hat die Terrormiliz „Islamischer Staat“ mit dem nationalsozialistischen Deutschland der 1930er Jahre verglichen. Der IS habe dieselbe Natur, es drohe ein „Super-Holocaust mit mehreren Hundert Millionen Toten“. Dies sagte Zeman bei einer Konferenz zum Gedenken an den Holocaust am Dienstag in Prag. Das tschechische Staatsoberhaupt rief zu einer vereinten Militäroperation gegen den „Islamischen Staat“ auf. Dieser Einsatz solle unter der Führung des UN-Sicherheitsrats stehen und möglichst alle Mitgliedsländer einschließen. Ziel sollten die Ausbildungslager der Dschihadisten sein, so Zeman.

Außenminister Zaorálek lehnt Zemans Idee einer Militäraktion gegen Islamisten ab

Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) hat eine vereinte Militäraktion gegen radikale Islamisten abgelehnt, diese hatte Staatspräsident Miloš Zeman am Dienstag empfohlen. Zaorálek verglich Zemans Idee mit der Ausrufung eines Kreuzzugs und fragte, gegen wen dieser gerichtet sein solle. Nur die Muslime selbst könnten mit der radikalen Auslegung des Islam aufräumen, so der Außenminister. Vor allem die Araber sollten zeigen, dass Mord und Terror nicht das wahre Gesicht ihrer Religion seien. Zeman hatte in seiner Rede zum vierten Welt-Holocaust-Forum vor einem „Super-Holocaust mit mehreren Hundert Millionen Toten“ durch den islamistischen Terror gewarnt.

Tschechien begeht Holocaust-Gedenktag in Terezín und Prag

Mit einem Gedenkakt in Terezín / Theresienstadt ist am Dienstag in Tschechien der internationale Holocaust-Gedenktag zu Ende gegangen. Mit der Niederlegung von Kränzen am Ort des früheren Ghetto und KZ wurde daran gedacht, dass dort während der Nazi-Besatzung rund 33.500 Menschen starben und mehr als 80.000 in Vernichtungslager deportiert wurden. Vor dem Gedenkakt hatten in Prag die Teilnehmer des vierten Welt-Holocaust-Forums appelliert, Judenfeindlichkeit und Extremismus nicht hinzunehmen. Der Vorsitzende des Europaparlaments, Martin Schulz, sagte, wo immer Antisemitismus und Rassismus aufkämen, müsse man sich dem entgegenstellen. Anlass der zweitägigen Konferenz des Europäisch Jüdischen Kongresses war der 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gewesen.

Außenhandelskammer DTIHK kritisiert deutsches Mindestlohngesetz

Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) kritisiert das deutsche Mindestlohngesetz, das auch für Beschäftigte ausländischer Firmen bei Arbeitsaufenthalten gelten soll. So müssen beispielsweise Spediteure ihren Fahrern für die Fahrt in Deutschland den Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde zahlen. Die DTIHK halte das deutsche Mindestlohngesetz „mit all seinen administrativen und finanziellen Auswirkungen auf ausländische Unternehmer für bedenklich“, sagte der Geschäftsführer der Kammer, Bernard Bauer. Der DTIHK-Chef verwies darauf, dass die tschechische Transport- und Logistikbranche gerade durch die Nähe zu Deutschland wachse. Die neuen Regelungen seien daher „keine gute Nachricht für die deutsch-tschechische Wirtschaft“, so Bauer.

Der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer gehören rund 600 Firmen an, sie ist damit die größte bilaterale Außenhandelskammer in Tschechien.

Industrieminister: keine Ausschreibung zu AKW Temelín in diesem Jahr

Zum Ausbau des Atomkraftwerks Temelín wird es in diesem Jahr noch keine Ausschreibung geben. Dies teilte Industrie- und Handelsminister Jan Mládek am Dienstag mit. Eine Ausschreibung für einen oder zwei weitere Reaktorblöcke am Meiler in Südböhmen sei eher eine „Sache mehrerer Jahre“, so Mládek vor Journalisten.

Der staatliche Energiekonzern ČEZ als Temelín-Betreiber hatte im Frühling vergangenen Jahres eine Ausschreibung für zwei neue Reaktorblöcke abgebrochen. Grund war die Weigerung der Mitte-Links-Regierung, eine staatliche Preisgarantie für den Strom aus dem Atomkraftwerk zu geben.

Kartellamt bestätigt Strafe für Tschechische Bahnen wegen ÖBB-Vertrag

Wegen der Miete einer Lokomotive von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) müssen die Tschechischen Bahnen eine Kartellstrafe zahlen. Der Leihvertrag für die Lok vom Typ Taurus war ohne vorherige Ausschreibung abgeschlossen worden. Der Chef des Tschechischen Kartellamts, Petr Rafaj, bestätigte am Dienstag die Strafe in Höhe von einer Million Kronen (36.000 Euro). Diese Summe war von der Wettbewerbsbehörde bereits im Juni vergangenen Jahres festgelegt worden. Die Tschechischen Bahnen verweisen jedoch darauf, gemäß dem „Übereinkommen über den internationalen Eisenbahnverkehr“ (COTIF) vorgegangen zu sein. Weil das Kartellamt auch noch weitere Verträge mit der ÖBB prüft, wollen die Tschechischen Bahnen nun eine Verwaltungsklage einreichen.

Zoll beschlagnahmt über 1000 Kakteen auf dem Prager Flughafen

Zollbeamte auf dem Prager Flughafen haben am Montag 1293 Kakteen beschlagnahmt. Wie eine Zollsprecherin mitteilte, hatten sechs Personen aus dem bolivischen La Paz die stachelige Fracht im Gepäck. Die Kakteen waren in Papiertüten eingewickelt, es soll sich um Arten handeln, die vom Aussterben bedroht sind. Die erforderliche Ausfuhrgenehmigung lag nicht vor. Wie die Sprecherin der tschechischen Umweltinspektion mitteilte, könnten sich unter den Kakteen auch einige botanisch äußert wertvolle Arten befinden. Bestimmt werden können sie jedoch erst, wenn sie etwas größer sind. Die Kakteen befinden sich nun vorerst im Botanischen Garten in Prag.

Prag: Erster Stadtbezirk vermietet Werich-Villa an Mládek-Stiftung

Der erste Prager Stadtbezirk vermietet die Villa Werich an die Stiftung von Jan und Meda Mládek. Dies entschied eine Mehrheit von 23 der 25 Stadtteilvertreter. In dem Barockgebäude soll nachfolgend ein Kulturzentrum entstehen, benannt nach den surrealistischen Schauspielern Voskovec und Werich. Zuvor muss das Haus jedoch für 30 Millionen Kronen (1,07 Millionen Euro) restauriert werden. Beim Hochwasser von 2002 war es beschädigt worden. Zwei weitere Interessenten hatten sich ebenfalls um die Villa beworben. Dies waren die NGO Post Bellum, die die Lebensgeschichten von Zeitzeugen sammelt, und Stiftung der „Charta 77“.

Umfrage: Dreiviertel der Tschechen zufrieden mit ihrem Leben

Dreiviertel der Tschechen (76 Prozent) sind mit ihrem Leben zufrieden. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem hervor. So positiv haben die Menschen hierzulande ihre Lage zuletzt im Jahr 2007 bewertet und damit vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise. 64 Prozent gaben zudem an, dass für sie 2014 ein erfolgreiches Jahr gewesen sei.

Tomáš Berdych steht bei den Australian Open im Halbfinale

Bei den Australian Open ist Tomáš Berdych wie im Vorjahr in die Runde der besten Vier eingezogen. Im Viertelfinale in Melbourne besiegte der tschechische Tennisprofi den Spanier Rafael Nadal mit 6:2, 6:0 und 7:6 (7:5). Nach 2:13 Stunden verwandelte Berdych im Tiebreak seinen vierten Matchball, nachdem er die ersten drei nicht nutzen konnte. Für den 29-Jährigen war es der erste Sieg gegen Nadal seit 2006. Im Kampf um den Einzug ins Finale trifft Berdych nun auf Andy Murray aus Schottland.

Tennis: Tschechien bei Fed Cup in Kanada ohne Kvitová und Šafářová

Das tschechische Tennis-Frauenteam wird zum Auftakt des Fed Cup in Kanada ohne seine besten beiden Spielerinnen antreten. Sowohl Petra Kvitová als auch Lucie Šafářová blieben zu Hause, gab Fed-Cup-Kapitän Petr Pála bekannt. Auch in veränderter Besetzung sei sein Team aber genügend stark, um die Kanadierinnen zu bezwingen, so Pála. Für die Begegnung in Québec nominiert sind Lucie Hradecká sowie die drei Debütantinnen Karolína Plíšková, Tereza Smitková und Denisa Allertová. Die erste Runde des Wettbewerbs wird am 7. und 8. Februar ausgetragen.

Das Wetter am Mittwoch, 28. Januar

Am Mittwoch ist es in Tschechien überwiegend bewölkt mit gelegentlichen Schneeschauern. Unter 500 Metern Schneeregen oder Regen. Am Abend werden im böhmischen Landesteil die Wolken dichter und die Niederschläge nehmen zu. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 0 und 4 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter leichter Frost.