Täglicher Nachrichtenüberblick

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Welt-Holocaust-Forum in Prag wird gegen Intoleranz und Extremismus appellieren

Zum vierten Welt-Holocaust-Forum, das am Montag und Dienstag auf der Prager Burg stattfindet, erwarten die tschechischen Gastgeber rund 30 internationale Parlamentschefs und weitere 500 Gäste. Das Forum hat zum Ziel, auf den wachsenden Antisemitismus und Extremismus in der Welt aufmerksam zu machen und Antworten zu finden, um die brennendsten Probleme in Bezug auf die religiöse Intoleranz zu lösen. Wegen der mit dem Forum verbundenen Sicherheitsmaßnahmen bleibt die Burg am Montag und Dienstag für den Besucherverkehr geschlossen.

Das Forum findet anlässlich des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren statt. Zu diesem Anlass werden die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern, Jan Hamáček und Milan Štěch, Außenminister Lubomír Zaorálek und zahlreiche ausländische Gäste am Dienstag an der Gedenkstätte Terezín / Theresienstadt Kränze niederlegen. Die Gedenkfeier soll an die Opfer des einstigen Konzentrationslagers Theresienstadt erinnern, in dem die Nazis etwa 33.000 Menschen ermordet haben. Von Theresienstadt aus wurden zudem mehr als 88.000 Gefangene in die Vernichtungslager Auschwitz, Treblinka, Majdanek oder Sobibor deportiert.

Premier Sobotka und drei Minister reisen zum Gedenkakt nach Auschwitz

An der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau werden für die Tschechische Republik Premier Bohuslav Sobotka, Verteidigungsminister Martin Stropnický, Arbeitsministerin Michaela Marksová Tominová und Kulturminister Daniel Herman teilnehmen. Das nationalsozialistische KZ im polnischen Oświęcim / Auschwitz wurde am 27. Januar 1945 von der sowjetischen Armee befreit. In dem KZ wurden Historikern zufolge über eine Million Menschen ermordet, die meisten davon waren Juden. Auschwitz-Birkenau gilt seitdem als ein Symbol für die Gräuel des Holocausts.

Minister Chovanec: Budgets der Geheimdienste werden aufgestockt

Das Budget für die drei Geheimdienste in Tschechien wird voraussichtlich um eine bis 1,5 Milliarden Kronen (36 bis 54 Millionen Euro) aufgestockt. Das erklärte Innenminister Milan Chovanec am Sonntag in einer Sendung des TV-Kanals Prima. Gegenwärtig müssten die Geheimdienste ihre Forderungen bei der Regierung einreichen. Minister Chovanec machte deutlich, dass beispielsweise der zivile Geheimdienst BIS sein Budget in den zurückliegenden Jahren um rund ein Fünftel habe herunterschrauben müssen, Dadurch sei auch die Anzahl der Beschäftigten geschrumpft. Der BIS wirtschaftete zuletzt mit einem Jahresbudget von 1,1 bis 1,2 Milliarden Kronen (39,5 bis 43 Millionen Euro). Wegen dieser Einsparungen habe sich der Geheimdienst daher auch nicht mehr mit der Drogenszene befasst, so Chovanec. Nun aber könnte der Haushalt des BIS um rund 20 Prozent erhöht werden. Mit dieser und weiteren Maßnahmen will die Regierung Sobotka das Land noch besser gegen die Terrorgefahr wappnen.

Jana Drápalová neue Chefin der Grünen – Partei soll wieder geeint werden

Die tschechische Partei der Grünen (SZ) hat eine neue Vorsitzende. Es ist die Stadtbezirksbürgermeisterin des Brünner Stadtteils Nový Lískovec, Jana Drápalová. Beim Wahl-Parteitag der Grünen in Brno / Brünn erhielt sie am Samstag 115 der 198 möglichen Stimmen von den Delegierten. Die zweitmeisten Stimmen bekam der Stadtbezirksbürgermeister von Prag 4, Petr Štěpánek, der im Anschluss konkurrenzlos zum ersten Vizechef gewählt wurde.

Jana Drápalová will die Grünen bei den regionalen Kreiswahlen im kommenden Jahr zum Erfolg führen. Demnach sollen Kandidaten der Partei auch wieder in die jeweiligen Kreisräte gewählt werden. Dazu will sie die Kräfte bündeln und die Parteimitglieder wieder stärker einen. Gerade die Zerrüttung innerhalb der Mitgliedschaft hat der Partei zuletzt viele Wählerstimmen gekostet. Zudem wolle sie die Menschen überzeugen, dass eine grüne Lösung durchaus Vorteile habe und nutzbringend sei, sagte Drápalová.

Österreichischer Verein verklagt Tschechien wegen geplantem Ausbau von AKW Temelín

Der oberösterreichische Verein Antiatom Szene hat eine Klage gegen den Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín erstattet. Das gab der oberösterreichische Landesrat für Umwelt, Energie, Wasser und Konsumentinnenschutz, Rudi Anschober, bekannt. Eine Klage gegen den geplanten Bau zweier neuer Reaktorblöcke in Temelín hatten zuvor auch tschechische Umweltschützer beim Verwaltungsgericht eingereicht. Es waren Vertreter des Vereins Südböhmische Mütter, der Bürgerinitiative für den Schutz der Umwelt und der Bewegung Calla. Sie kritisieren die Bewilligung der Atomsicherheitsbehörde (SÚJB) zum Bau der Reaktoren ebenso wie das Vorgehen des Umweltministeriums in der Bewertung der Umweltverträglichkeit beim Betrieb der neuen Meiler. Ihrer Meinung nach ist die Bewertung für die konkreten Reaktortypen nicht erfolgt.

Gemeinsam mit dem Verein Antiatom Szene werde er alle nur möglichen Schritte unternehmen, um den Ausbau des AKW Temelín zu verhindern, schreibt Landesrat Anschober in seiner Erklärung. Zudem stuft er die Atomenergie als unwirtschaftlich ein.

Kursverlust der Krone führt zu Teuerungen bei Reisen und Elektronik-Importen

Der starke Kursverlust der Tschechischen Krone gegenüber dem US-Dollar hat viele Teuerungen für die Tschechen zufolge. So werden Urlauber und Geschäftsleute, die in den nächsten Wochen in exotische Länder verreisen wollen, dafür sieben bis zehn Prozent mehr zahlen müssen als bisher. Die Preise der bereits verkauften Reisen sollten sich indes nicht erhöhen, teilten tschechische Reisebüros der Nachrichtenagentur ČTK auf Anfrage mit. Der Kursabfall der Krone wird sich ebenso beim Kauf von Computern und Elektronikwaren aus Asien bemerkbar machen. Schon im Februar dürften die Preise für diese Produkte gleichfalls um zehn Prozent höher liegen als derzeit. Darüber informierten Händler die Presseagentur ČTK.

Die tschechische Währung hatte am Freitag eine psychologische Marke in ihrem Wechselkurs zum Dollar durchbrochen, als sie kurzzeitig am Devisenmarkt mit einem Kurs von 25,01 Tschechischen Kronen für einen US-Dollar gehandelt wurde. Das war die niedrigste Taxierung der Krone zum Dollar seit dem Sommer 2005. Zum Geschäftsschluss am Freitagnachmittag stand der Kurs bei 24,68 Kronen je Dollar.

Skispringen: Tscheche Koudelka siegt beim zweiten Sprunglauf in Sapporo

Skispringer Roman Koudelka ist in der Form seines Lebens. Nach seinem dritten Platz beim Weltcupspringen von der Großschanze in Sapporo am Samstag setzte er tags darauf noch einen drauf. Mit zwei Sprüngen über 130 Meter (133 m und 132 m) gewann er am Sonntag das zweite Weltcupspringen in Sapporo. Diese Marke bezwang außer ihm im zweiten Durchgang keiner seiner Konkurrenten, von denen der Pole Kamil Stoch als Zweiter und der Slowene Peter Prevc als Dritter mit ihm auf das Siegerpodest stiegen. Für Koudelka ist es der vierte Weltcupsieg der Saison und in der Karriere sowie der erste in diesem Jahr. Zum Ende des vergangenen Jahres hat der 25-jährige Tscheche die Springen in Klingenthal, Lillehammer und Engelberg gewonnen. In der Weltcup-Gesamtwertung schob sich Koudelka auf Rang vier vor. Der vor ihm liegende Österreicher Michael Hayböck hat 59 Punkte Vorsprung, der hinter ihm liegende Deutsche Severin Freund 63 Punkte Rückstand.

Tennis: Berdych im Viertelfinale der Australien Open – Gegner ist Nadal

Tennisspieler Tomáš Berdych hat das Viertelfinale der Australien Open erreicht. Am Sonntag bezwang er in Melbourne den australischen Lokalmatador Bernard Tomic souverän in drei Sätzen mit 6:2, 7:6 und 6:2. Berdych ist damit auch nach dem vierten Match weiter ohne Satzverlust und zum fünften Mal in Folge unter den besten Acht des Grand-Slam-Turniers in Down under. Im Viertelfinale wartet nun indes mit dem Spanier Rafael Nadal ein äußerst unbequemer Gegner auf den 29-jährigen Tschechen. Gegen den Weltranglisten-Dritten hat Berdych die letzten 17 Duelle allesamt verloren und eine Bilanz von 3:18 Siegen. Linkshänder Nadal, der schon 14 Grand-Slam-Turniere gewonnen hat, bezwang im Achtelfinale den Südafrikaner Kevin Anderson mit 7:5, 6:1 und 6:4.

Handball-WM: Tschechien trotz Sieges gegen Algerien nur um Platz 17-20

Die tschechische Handball-Nationalmannschaft hat ihr letztes Vorrundenspiel bei der WM in Katar am Samstag mit 36:20 gegen Algerien gewonnen, den Einzug in das Achtelfinale jedoch verpasst. Dazu hätte Ägypten gegen Island nicht verlieren dürfen, doch die Nordeuropäer triumphierten mit 28:25. Nach zwei Siegen und drei Niederlagen landeten die Männer um Kapitän Filip Jícha in der Gruppe C nur auf dem fünften Platz, so dass sie jetzt zur Platzierungsrunde um Rang 17 bis 20 antreten. Dort trifft Tschechien am Montag auf Russland und am Dienstag entweder auf Weißrussland oder Bosnien-Herzegowina. Rang 18 war die bisher schlechteste WM-Platzierung einer tschechischen Mannschaft. Sie geht auf die Weltmeisterschaft im Jahr 2001 zurück.

Das Wetter am Montag: bewölkt mit Schauern, später Schneefall, bis 4 Grad

Am Montag ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, vereinzelt treten Schneeschauer auf. Am späten Nachmittag ziehen von Westen her Wolken auf und in weiten Teilen des Landes wird es schneien. In Lagen unter 400 Meter wird es aber eher Schneeregen geben. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 0 und 4 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal -3 Grad Celsius erreicht.