Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechische Politiker verurteilen scharf Terroranschlag auf Pariser Satire-Zeitschrift

Tschechische Politiker haben den Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ scharf verurteilt. Beim Anschlag kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben und zehn wurden verletzt. Die Politiker bezeichnen den Anschlag als barbarisch und ekelerregend. Sie halten ihn für einen Angriff gegen die demokratischen Prinzipien und die euroatlantische Identität. Der Vizepremier und Parteichef der Christdemokraten Pavel Bělobrádek sagte, er halte für besonders ernsthaft, dass das Ziel des barbarischen Terroranschlags gewesen sei, die Pressefreiheit anzugreifen. Sie sei eines der Grundrechte, auf die sich unsere Zivilisation stütze, so der Christdemokrat. Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) verurteilte scharf den Terroranschlag. Er sagte, dass der Anschlag in Paris deutlich macht, dass "wir in der Bekämpfung des Terrorismus und der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich nicht nachlassen dürfen". Der Vizevorsitzende der Oppositionspartei Top-09 Marek Ženíšek sagte, das, was sich in Paris abgespielt habe, solle eine Warnung für alle Sicherheitskräfte im Rahmen der EU sein. Europa müsse viel mehr darüber nachdenken, wie es mehr Informationen über ihre Bürger bekommen kann, die von den IS-Terrormilizen zurückkommen.

Präsident Zeman über Terroranschlag in Paris entrüstet

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman ist über das „blutige Verbrechen“ in Paris entrüstet. Mit diesen Worten verurteilte der Präsident den Terroranschlag gegen die französische Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“. Zeman schickte seinem französischen Amtskollegen François Hollande ein Beileidstelegramm. Er erklärte, er halte den Anschlag für einen Angriff auf die Pressefreiheit und die Grundwerte, auf die sich die europäische Gesellschaft stützt. Zeman brachte im Namen der tschechischen Öffentlichkeit sowie in seinem eigenen Namen sein tiefes Beileid den Familien der Opfer des Terroranschlags zum Ausdruck.

DSSS fordert zur Auflösung islamischer Verbände auf

Die rechtsradikale Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit (DSSS) hat zur Auflösung der islamischen Verbände in Tschechien aufgefordert. Damit reagierte sie auf den Terroranschlag, bei dem in Paris mindestens zwölf Menschen starben. Die Partei halte die Drohung der Islamisierung der Tschechischen Republik für sehr ernsthaft und fordere die Regierung von Premier Sobotka auf, Schritte zur Auflösung der Zentrale der moslemischen Gemeinden und der Moslemischen Union zu unternehmen, hieß es in einer Erklärung der Arbeiterpartei.

Der Vorsitzende der Oppositionsbewegung Úsvit, Tomio Okamura, erklärte am Mittwoch, dass es radikale Islamisten auch in Tschechien gibt.

Moslemische Gemeinde in Tschechien verurteilt Terroranschlag in Paris

Die Zentrale der moslemischen Gemeinden in der Tschechischen Republik (ÚMO) hat den Terroranschlag auf die französische Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris scharf verurteilt. Die Zentrale bezeichnete den Anschlag als eine Schande und brachte ihr tiefes Beileid den Familien der Opfer zum Ausdruck. Die Tat habe mit dem Islam nichts gemeinsam, sagte der ÚMO-Vorsitzende Muneeb Alrawi.

Tschechischer Geheimdienst reagiert auf Terroranschlag von Paris

Der tschechische zivile Geheimdienst BIS hat aus seinen Informationsquellen sowie von seinen ausländischen Partnern keine Informationen darüber, dass Tschechien eine unmittelbare Gefahr drohen würde. Dies sagte der BIS-Sprecher Jan Šubert gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK in einer Reaktion auf den Terroranschlag von Paris, bei dem mindestens zwölf Menschen starben. Šubert zufolge besteht jedoch auch weiterhin das Risiko, dass es auch hierzulande zu Gewalttaten kommen könnte, weil Tschechien Bestandteil einer internationalen Antiterrorkoalition ist. Der Geheimdienst informierte bereits zuvor darüber, dass es in Tschechien Fälle gibt, in denen Islamisten aus dem Ausland radikale Islamisten unterstützen.

Regierung billigt Nominierung von Josef Bečvář für Generalstabschef der Tschechischen Armee

Das Regierungskabinett hat am Mittwoch die Nominierung von Josef Bečvář für den Posten des Generalstabschefs der Tschechischen Armee gebilligt. Dies teilte Verteidigungsminister Martin Stropnický (Ano-Partei) mit. Bečvář löst im Posten Petr Pavel ab, der zuvor zum Vorsitzenden des Militärausschusses der Nato gewählt wurde. Den neuen Generalstabschef ernennt der Staatspräsident. Bečvář ist zurzeit Petr Pavels erster Stellvertreter.

Juncker kommt zu Prager Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz nicht

Der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker wird an den Gedenkveranstaltungen, die in Prag und in Terezín / Theresienstadt anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz stattfinden, nicht teilnehmen. Dies teilte der stellvertretende tschechische Außenminister Rudolf Jindrák am Mittwoch mit. Anstelle von Juncker sollen an den Gedenkveranstaltungen der erste Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, und die Eurokommissarinnen Věra Jourová und Elžbieta Bieńkowska teilnehmen.

Am 26. Januar findet eine internationale Konferenz auf der Prager Burg statt, auf der über den anwachsenden Antisemitismus in der Welt debattiert wird. Am 27. Januar steht eine Gedenkveranstaltung in Terezín auf dem Programm.

Tschechisches Waffengeschäft wirbt mit IS-Hinrichtungsfoto

Ein Waffengeschäft in Tschechien hat mit einer Aufnahme aus einem Hinrichtungsvideo der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer Anzeige geworben. Das berichtete der Tschechische Rundfunk in seinen Inlandssendungen. Das Standbild zeigt die Tötung eines verschleppten Briten. Darüber steht der Text „Mit leeren Händen geht man schnell in die Knie“ und darunter, so wörtlich, „die größte Auswahl an Maschinenpistolen im christlichen Europa“. Die Zielgruppe der Anzeige in einem Waffenmagazin seien Sportschützen, erklärte der Besitzer des Geschäfts. Der Werberat des Landes will sich mit dem Vorfall befassen.

Hauptstadt Prag bekommt vom Kartellamt Geldstrafe für Troja-Brücke

Die Hauptstadt Prag hat vom tschechischen Kartellamt (ÚOHS) eine Geldstrafe von elf Millionen Kronen (407.000 Euro) für den Bau der Troja-Brücke, die Bestandteil des Straßentunnelkomplexes Blanka ist, bekommen. Dies teilte eine Sprecherin des Kartellamtes am Mittwoch mit. Die Strafe ist nicht rechtskräftig. Der Prager Magistrat reichte inzwischen eine Berufung ein. Dem Nachrichtenportal ihned.cz zufolge steht an der Stelle eine andere Brücke als diejenige, die Bestandteil einer öffentlichen Ausschreibung war. Der Magistrat sollte angeblich noch in der Zeit von Oberbürgermeister Pavel Bém (Bürgerdemokraten) das Vergabeverfahren ändern. Dies geschah nicht, und der Magistrat bezahlte wegen Mehrarbeiten für den Bau der Brücke um 1,3 Milliarden Kronen (48,1 Millionen Euro) mehr. Ursprünglich sollte die Brücke weniger als eine halbe Milliarde Kronen kosten. Das Kartellamt überprüft ihned.cz zufolge zudem weitere Arbeiten am Straßentunnelkomplex Blanka. Die Lieferanten führten dort Mehrarbeiten durch. Darum war der Tunnelkomplex um viele Milliarden Kronen teurer als geplant wurde.

Arbeitslosenrate im Dezember in Tschechien auf 7,5 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosenrate ist im Dezember in Tschechien auf 7,5 Prozent gestiegen. Dies schätzen die Wirtschaftsanalysten, die am Mittwoch von der Nachrichtenagentur ČTK angesprochen wurden. Im November letzten Jahres erreichte die Arbeitslosenrate 7,1 Prozent. Der Grund der steigenden Arbeitslosigkeit ist wie jedes Jahr die Beendigung der Saisonarbeiten. Die Zahlen aus dem Bereich Arbeitslosigkeiten wird das Arbeitsamt am kommenden Freitag veröffentlichen.

Älteste Bewohnerin Tschechiens im Alter von 109 Jahren gestorben

Am Mittwoch ist die älteste Bewohnerin der Tschechischen Republik, die 109-jährige Vlastimila Češková aus Jarcová bei Vsetín, gestorben. Darüber informierte das Nachrichtenportal Deník.cz. Vlastimila Češková stammte aus einer Lehrerfamilie und arbeitete selbst auch als Lehrerin. Sie hatte fünf Enkelkinder und zwölf Großenkel. Auch im hohen Alter war sie aktiv und interessierte sich für das Geschehen. Ihre Schwiegertochter Hana Češková erzählte über die älteste Bewohnerin Tschechiens vor einem Jahr, die Großmutter lese viel und sehe oft fern.

Festival iranischer Filme startet in Prag

Ein Festival iranischer Filme startet am Mittwoch in Prag. Im Mittelpunkt stehen dabei Rebellen der Filmkunst aus dem Iran. Gezeigt werden Streifen, die bei renommierten Festivals wie in Cannes, Berlin, Karlovy Vary / Karlsbad, Rotterdam oder dem Sundance-Festival bereits Erfolge feiern konnten. Die Veranstaltungsorte in Prag sind die Kinos Světozor und Bio Oko. Das Festival läuft in der tschechischen Hauptstadt bis zum Sonntag, am Dienstag kommender Woche zieht es dann nach Brno / Brünn weiter.

Biathlon: Tschechische Staffel der Frauen siegt beim Weltcup in Oberhof

Tschechische Biathletinnen haben nach mehr als 17 Jahren in der Staffel beim Weltcup gesiegt. Die Staffel in der Zusammensetzung Eva Puskarčíková, Gabriela Soukalová, Jitka Landová und Veronika Vítková hat am Mittwoch den Weltcup in Oberhof gewonnen. Auf Rang zwei lag die französische Staffel, auf Rang drei die Weißrussinnen. Er habe eine große Freude und sei zufrieden, glücklich und begeistert, sagte der Trainer der Biathletinnen, Zdeněk Vítek, gegenüber dem Tschechischen Fernsehen. Er wolle niemanden hervorheben, es sei eine hervorragende Teamleistung gewesen, so der Trainer.

Eishockey: Eliáš erreicht als zweiter Tscheche 1000 Scorerpunkte in NHL

Eishockeyspieler Patrik Eliáš hat als zweiter Tscheche in der nordamerikanischen Profiliga NHL die Marke von 1000 Scorerpunkten erreicht. Der Stürmer der New Jersey Devils schoss beim 4:1-Sieg seines Vereins gegen Buffalo am Dienstag ein Tor und gab zwei Assists. Insgesamt hat der 38-jährige Eliáš damit in der NHL 399 Tore erzielt und 601 Treffer vorbereitet. Als erster Tscheche hatte Superstar Jaromír Jágr die Marke von 1000 Scorerpunkten geknackt.

Tennis: Smitková in Shenzhen im Viertelfinale

Die tschechische Tennisspielerin Tereza Smitková ist beim WTA-Turnier im chinesischen Shenzhen ins Viertelfinale eingezogen. Smitková besiegte ihre Landsfrau Kateřina Siniaková mit 6:3, 2:6 und 6:1. Die 20-Jährige trifft im Viertelfinale auf eine weitere Landsfrau, die zweifache Wimbledon-Siegerin Petra Kvitová.

Tennis: Záhlavová-Strýcová in Auckland im Viertelfinale

Die tschechische Tennisspielerin Barbora Záhlavová-Strýcová ist beim WTA-Turnier im neuseeländischen Auckland ins Viertelfinale eingezogen. Die 28-jährige Tschechin besiegte die Neuseeländerin Marina Erakovic mit 6:0, 2:6 und 6:4. In der nächsten Runde trifft Záhlavová-Strýcová auf Coco Vandeweghe aus den USA. Eine weitere Tschechin - Lucie Hradecká – erreichte das Viertelfinale nicht. Sie unterlag Julia Görges aus Deutschland mit 3:6 und 5:7.

Das Wetter am Donnerstag, 8. Januar

Am Donnerstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt, vereinzelt leichter Schneefall und Schneeregen. In Böhmen liegen die Tageshöchsttemperaturen bei 1 bis 5 Grad Celsius, in Mähren und Schlesien ist es kälter bei -3 bis +1 Grad. In Höhenlagen ab 1000 Meter bewegen sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt, in den Beskiden und im Altvatergebirge sinken die Temperaturen auf -4 Grad Celsius.