Täglicher Nachrichtenüberblick

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Innenminister erwägt Volksbefragung über Aufnahme syrischer Flüchtlinge

Die Bürger Tschechien selbst sollten laut Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) über eine eventuelle Aufnahme der Flüchtlinge aus Syrien entscheiden. Der Innenminister sprach sich in einer Diskussionssendung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens für die Ausschreibung einer Volksbefragung zu dieser Frage aus. Die Tschechische Republik sei im Moment sehr zurückhaltend. Über das Thema müsse eine detaillierte Diskussion geführt werden. Er sei sogar der Meinung, dass es eine Frage für ein Referendum sein könnte, betonte Chovanec. Ihm Zufolge stehe im Moment nicht fest, wie viele Flüchtlinge in die Tschechische Republik kommen sollten. Bei seinem Treffen mit dem deutschen Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Oktober in Berlin war über die Aufnahme von 5000 bis 10.000 syrischen Flüchtlingen die Rede. Darüber werde in der Europäischen Union noch diskutiert werden, führte Chovanec am Sonntag an.

Regierung behandelt Aktionsplan zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung

Die Regierung wird sich auf ihrer Sitzung am Montag mit dem Plan zur Förderung des Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung befassen. Der Plan sieht unter anderem höhere Investitionen in die Infrastruktur, in den Wohnungsfonds und in öffentliche Bauprojekte vor. Außerdem werden Exportförderung, Hilfe an langfristig Arbeitslose, Reduzierung des bürokratischen Aufwands für Unternehmer und Vereinfachung des Baugenehmigungsverfahrens darin vorgeschlagen. Das Material wurde vor etwa einem Monat von den Sozialpartnern behandelt. Die Maßnahmen sollen im kommenden Jahr beziehungsweise im Jahr 2016 umgesetzt und hauptsächlich aus den EU-Förderfonds finanziert werden.

Justizministerium empfiehlt drei Begnadigungen, Präsident lehnt sie ab

Die Bearbeitung von Begnadigungsgesuchen an das Staatsoberhaupt erfolgt seit genau einem Jahr nicht mehr in der Präsidialkanzlei, sondern im Justizministerium. Überdiese Kompetenzübertragung hatte Miloš Zeman nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten entschieden. Das Justizministerium erhielt seitdem 1200 Gesuche, von denen bisher etwa ein Drittel erledigt wurde. In 450 Fällen wurden die Gesuche zurückgewiesen. In drei Fällen empfahl das Ministerium dem Staatsoberhaupt, die Personen zu begnadigen. Präsident Zeman hat jedoch keinem Antrag stattgegeben, mit der Begründung, es habe sich nicht um bereits verurteilte beziehungsweise um todeskranke Menschen gehandelt. Zeman lehnt es prinzipiell ab, nach einer Abolition zu greifen, das heißt ein noch laufendes Strafverfahren einzustellen.

Weihnachtsmärkte in vielen Städten Tschechiens werden eröffnet

In zahlreichen Städten Tschechiens wurden an diesem Wochenende die Weihnachtsbäume angeleuchtet und Adventsmärkte eröffnet. Am Samstagabend fand das feierliche Anleuchten des Baumes auf dem Altstädter Ring in Prag statt. Die neugewählte Prager Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová schaltete die Glühbirnen des Weihnachtsbaumes auf dem Altstädter Ring an. Den Prager Adventsmarkt schmückt eine 26 Meter hohe Fichte aus einem Privatgarten im mittelböhmischen Nespeky. In 110 Verkaufsbuden werden Weihnachtsartikel und Erfrischung angeboten.

Umfrage: Drei Viertel Tschechen gehen krank zur Arbeit

Drei von vier Tschechen gehen zur Arbeit, auch wenn sie krank sind. Das zeigen Ergebnisse einer Untersuchung, die auf dem Internetportal Prace.cz veröffentlicht wurden. Etwa 3500 Tschechen wurden dabei befragt. 39 Prozent der Befragten geben an, sie würden mit dem Krankengeld nicht auskommen können. 28 Prozent der Tschechen finden für sich keine Ersatzkraft an der Arbeitsstelle und sieben Prozent befürchten, die Kündigung zu erhalten. Nur elf Prozent der Arbeitnehmer lassen sich während der Krankheit krankschreiben, acht Prozent nehmen wegen der Erkrankung den Urlaub. Das Krankengeld wird hierzulande erst ab dem vierten Krankheitstag ausgezahlt. Für die ersten drei Tage der Krankheit erhalten die Arbeitnehmer keinen Lohnersatz.

Karel Gott gewinnt zum 39. Mal Publikumspreis „Tschechische Nachtigall“

Am Samstagabend wurden die Preise „Tschechische Nachtigall“ (Český slavík) in der Staatsoper in Prag verliehen. Dabei handelt es sich um die bekanntesten Publikumsmusikpreise im Bereich der Pop-Musik, die auf Grund einer Umfrage verliehen werden. Zum 39. Mal wurde Karel Gott zum besten Sänger und gleichzeitig zum absoluten Sieger gekürt. Die Fans gäben ihm Kraft, bedankte sich Gott bei der Preisverleihung am Samstagabend. Zu Beginn eines Konzerts gehe er langsam auf die Bühne, aber am Ende, nach drei Stunden, tanze, springe und schwebe ich, sagte er. Die populärste Sängerin ist zum 17. Mal Lucie Bílá. In der Kategorie Bands geht die „Nachtigall“ an die Band „Kabát“. Die Entdeckung des Jahres ist die Sängerin Ellis.

Janáček-Festival in Brünn geht mit der Glagolitischen Messe zu Ende

Das Internationale Musik- und Theaterfestival Janáček Brno ist am Samstagabend mit der Aufführung von Janáček Glagolitischen Messe zu Ende gegangen. Die Messe wurde in ihrer Originalfassung gespielt, und zwar im Stadion-Saal, in dem sie 1927 uraufgeführt worden war. So wie bei der Uraufführung, beteiligten sich auch diesmal das Brünner Theaterorchester und der Chor Beseda brněnská an der Aufführung. Als Solistin sang unter anderen die weltberühmte Mezzosopranistin Magdalena Kožená im Konzert. Das Janáček-Festival in Brünn fand diesmal im Jahr des 160. Geburtstags des Komponisten statt.