Täglicher Nachrichtenüberblick

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Israelischer Präsident nennt Beziehungen zu Tschechien „außergewöhnlich“

Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat die Beziehungen seines Landes zu Tschechien als „außergewöhnlich“ bezeichnet. Er sehe in den Tschechen wirkliche Freunde Israels, sagte Rivlin bei einem Treffen mit dem tschechischen Premier Bohuslav Sobotka in Jerusalem. Der Regierungschef aus Prag wurde bei der Zusammenkunft von sieben Ministern seines Mitte-Links-Kabinetts begleitet. Sobotka nannte die Beziehungen zum israelischen Staat „sehr wichtig“. In Anspielung auf die gemeinsame israelisch-tschechische Regierungssitzung vom Dienstag sagte der Sozialdemokrat, dass ein solch breiter Austausch ansonsten nur noch mit dem slowakischen Parlament bestehe. Mit dem Besuch bei Rivlin beendet die tschechische Delegation am Mittwoch ihre dreitägige Israel-Reise.

Außenminister Zaorálek kritisiert Zemans „Empfehlungen“ für Ukraine

Nach Meinung des tschechischen Außenministers Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) darf die Tschechische Republik der Ukraine nicht empfehlen, welchen zukünftigen Weg sie einschlagen solle. Damit reagierte der Außenminister auf eine Erklärung von Staatspräsident Miloš Zeman. Dieser hatte zuvor verlauten lassen, dass die Ukraine nicht der Nato beitreten und neutral bleiben solle; Zeman empfahl eine sogenannte „Finnlandisierung“. Zaorálek erklärte am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit seinem litauischen Amtskollegen Linas Linkevičius in Prag, über den künftigen Weg der Ukraine müssten die ukrainischen Bürger selbst entscheiden. Auch Linkevičius stimmte Zaoráleks Meinung zu. Er hoffe, die Zeit sei vorbei, dass ein Land einem anderen anordne, was es machen müsse.

Der Nato-Staat Litauen hat diese Woche mit Kiew einen Vertrag über militärische Hilfe für die ukrainische Armee unterzeichnet. Die Lage in der Ukraine war auch eines der Hauptthemen, über die beide Außenminister in Prag sprachen. Zaorálek betonte die Notwendigkeit, die territoriale Integrität nicht nur der Ukraine, sondern aller Länder Europas zu respektieren.

Präsident Zeman spricht mit tadschikischem Staatsoberhaupt über islamischen Terrorismus

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman ist am Mittwoch in Duschanbe mit seinem tadschikischen Amtskollegen Emomali Rachmon zusammengetroffen. Thema des gemeinsamen Gesprächs war der islamische Terrorismus, diesen hält Zeman für die größte Bedrohung der heutigen Welt. Der tschechische Präsident bezeichnete dabei den tadschikischen Bürgerkrieg als erfolgreichen Kampf gegen den Terrorismus, wie Journalisten berichteten.

Anlässlich des Staatsbesuchs von Zeman findet in Duschanbe am Mittwoch auch ein bilateraler Wirtschaftskongress statt, an dem 70 tschechische Unternehmer teilnehmen. Dabei sollen mehrere Verträge für Wirtschaftsaufträge geschlossen werden.

NGOs fordern von Regierung, die Aufnahme syrischer Flüchtlinge zu ermöglichen

Mehrere Nichtregierungsorganisationen fordern Premier Bohuslav Sobotka auf, die Behandlung kranker syrischer Flüchtlinge in Tschechien zu ermöglichen. In einem offenen Brief kritisieren die NGOs den Beschluss des Kabinetts vom Oktober, das sogenannte Medevac-Programm auszusetzen. Die Regierung hatte es als Gefahr bezeichnet, dass sich unter die Kranken auch islamische Terroristen mischen könnten. Es sei sehr unglücklich, dass sich das Kabinett gegen die ursprünglichen Pläne des Innenministers zur Aufnahme von Flüchtlingen gestellt habe, heißt es in dem Brief, den insgesamt 18 Organisationen unterschrieben haben. Die NGOs schließen sich damit der Tschechischen Bischofskonferenz an. Diese hatte vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass zum Beispiel Deutschland ohne Sicherheitsbedenken weiterhin syrische Flüchtlinge aufnehme.

Rundfunkrat kritisiert Live-Ausstrahlung von Präsident Zemans Obszönitäten

Der Rat des Tschechischen Rundfunks hat die Ausstrahlung obszöner Äußerungen von Staatspräsident Miloš Zeman in einem Live-Interview des öffentlich-rechtlichen Senders als Gesetzesbruch bezeichnet. Der Rundfunk habe damit zudem gegen seinen eigenen Kodex verstoßen, kritisierte das Aufsichtsorgan bei seiner Sitzung am Mittwoch. Indirekt empfahlen die Ratsmitglieder, die regelmäßige Interviewreihe mit dem Staatsoberhaupt nicht mehr live auszustrahlen. Diese sogenannten „Gespräche aus Lány“ sendet der Tschechische Rundfunk alles Vierteljahr. Beim Gespräch am 2. November hatte Zeman unter anderem die russische Punkband Pussy Riot mit vulgären Worten bedacht. Laut Rundfunkgeneraldirektor sei der Gebrauch solcher Ausdrücke durch den Staatspräsidenten schwerlich vorhersehbar gewesen.

Nach 20 Jahren Grundstückstreit: Staat kann Autobahn D11 weiterbauen

Nach 20 Jahren Streit um ein Grundstück ist der Weg frei für den Ausbau der Autobahn D11 in Richtung Hradec Králové / Königgrätz. Am Mittwoch unterschrieb die Besitzerin des letzten für den Bau notwendigen Grundstücks mit dem Staat einen Vertrag über einen Tausch ihres Hofes. Sie erhält 16,5 Hektar Land in der näheren Umgebung von Hradec Králové. Die Einigung zwischen der Landwirtin und dem tschechischen Staat war bereits 2011 zustande gekommen.

Mit dem Bau der Autobahn D11 zwischen Prag und Hradec Králové war 1978 begonnen worden. Das letzte Teilstück von 2,5 Kilometer Länge bis in die ostböhmische Stadt soll nun bis 2017 fertig gestellt werden.

Krankenschwester im Verdacht, sechs Patienten ermordet zu haben

Eine Krankenschwester könnte insgesamt sechs Patienten im Krankenhaus von Rumburk / Rumburg ermordet haben. Die Taten seien besonders verwerflich, weil es sich meist um alte und kranke Menschen gehandelt habe, sagte der zuständige Staatsanwalt dem Nachrichtenserver Idnes.cz. Der Anklage nach soll die mittlerweile entlassene Krankenschwester die Patienten mit Kalium getötet haben.

Zunächst hatten die Behörden nur im Todesfall einer 70-jährigen bettlägerigen Frau ermittelt. Diese war am 6. Juni dieses Jahres gestorben. Ein Arzt machte die Polizei danach auf die ungewöhnlichen Umstände des Todes aufmerksam. Nun werde auch der Tod von fünf weiteren Patienten untersucht, teilte eine Polizeisprecherin am Mittwoch mit. Laut der Sprecherin empfiehlt die Polizei nach der Ausweitung der Ermittlungen, die Verdächtige in Untersuchungshaft zu nehmen. Die 50-jährige Frau befindet sich bisher noch auf freiem Fuß.

Verurteilter Gewalttäter bei Krankenhausbesuch entkommen

Ein verurteilter Gewalttäter ist am Dienstagnachmittag trotz Polizeieskorte entflohen, dies geschah bei einer Krankenhausuntersuchung in Prag. Der 24-jährige Mann könne gefährlich für seine Umgebung sein, teilte eine Polizeisprecherin mit. Deswegen warnen die Behörden davor, den entflohenen Häftling selbst zu stellen. Wegen des Vorfalls traten am Mittwoch der Leiter des betreffenden Prager Gefängnisses und der Leiter der zuständigen Polizeiabteilung zurück.

Der Täter saß seit 2009 wegen eines bewaffneten Raubüberfalls in Haft. Für seine Tat ist er zu 7,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er floh aus dem Thomayer-Krankenhaus in Prag, wo ihn eine Polizeieskorte für eine Untersuchung hingebracht hatte.

Komponist Petr Hapka im Alter von 70 Jahren gestorben

Im Alter von 70 Jahren ist am Dienstag in Okoř bei Prag der Komponist und Sänger Petr Hapka gestorben. Hapka schrieb vor allem Lieder und Filmmusik. Seit den 1960er Jahren komponierte er viel für die Sängerin Hana Hegerová, seine Lieder sangen aber auch der Rockmusiker Michael Kocáb und der Liedermacher Richard Müller. Hapka schrieb zudem Musik für mehr als 80 Filme. Dazu gehören Märchenfilme des Regisseurs Juraj Herz oder auch Juraj Jakubiskos Film „Die tausendjährige Biene“.

Studentische Filme – in Prag beginnt das 31. Famufest

Am Mittwochabend startet das Festival der Prager Filmhochschule Famu. Bis Sonntag werden beim sogenannten Famufest insgesamt 160 Filme von Studierenden gezeigt, Veranstaltungsort ist das Prager Kino Světozor. 40 der Streifen wurden zudem für den Wettbewerb in acht unterschiedlichen Kategorien ausgewählt. Die Sieger des 31. Festivaljahrgangs werden bereits am Samstag bei einer Gala verkündet.

Die Famu ist die Fakultät für Film und Fernsehen an der Akademie musischer Künste in Prag und wurde 1946 gegründet. Zu den Absolventen der dortigen Studiengänge gehören zum Beispiel die tschechischen Oscar-Preisträger Miloš Forman und Jiří Menzel oder auch der bosnische Regisseur Emir Kusturica.

Das Wetter am Donnerstag, 27. November

Auch am Donnerstag hält in Tschechien die Inversionswetterlage an. Dabei ist es überwiegend hochnebelartig bedeckt, mit vereinzelt Sprühregen. Nur selten kommt die Sonne durch. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 1 bis 5 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter wird maximal -1 Grad Celsius erreicht, im Böhmerwald bis zu 3 Grad.