Täglicher Nachrichtenüberblick

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Im US-Kongress wurde Havel-Büste enthüllt

Am Mittwoch wurde im US-Kongress eine Büste von Václav Havel enthüllt. An der Zeremonie anlässlich des 25. Jubiläums der Samtenen Revolution in der ehemaligen Tschechoslowakei nahmen unter anderen der tschechische Premier Bohuslav Sobotka und Havels Witwe Dagmar Havlová teil. Der tschechische Ex-Präsident ist damit nach Winston Churchill, Lájos Kossuth und Raoul Wallenberg erst der vierte Ausländer, der in das „Freedom Foyer“ im Kapitol einzieht.

Sobotka: Durchsetzung der Menschenrechte ist Pflicht Tschechiens

Die Durchsetzung der Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte seien nach Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) eine Pflicht der Tschechischen Republik. Sobotka erklärte es am Mittwoch in Washington, während seines Treffens mit Mitgliedern des einflussreichen US-amerikanischen Think Tanks 'Rat für auswärtige Beziehungen'. Er verwies in dem Zusammenhang an historische Erfahrungen seines Landes. Sobotka bezeichnete während der Debatte die Entwicklung in der Ukraine als die größte Sicherheitsaufforderung für Europa seit den Balkan-Kriegen. Ihm zufolge handle es sich um einen Zusammenstoß der geopolitischen Konzepte Russlands und der westlichen Demokratien. Jeder Staat müsse Recht haben, selbst über seine Entwicklung zu entscheiden, betonte Sobotka. Die Aufgabe der Tschechischen Republik sei es nun, der Ukraine zu helfen, eine selbständige Entscheidung treffen zu können. Der tschechische Premier sprach sich auch für einen Dialog mit Russland aus.

Tschechischer Premier trifft US-Vizepräsident Biden

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) setzt seinen Besuch in den USA fort. Am Dienstag traf er mit US-Vizepräsident Joe Biden zusammen. Biden habe die Aktivitäten Tschechiens im Bereich der Durchsetzung der Menschenrechte gewürdigt, sagte Sobotka nach dem Treffen. In letzter Zeit brachten jedoch einige US-Politiker ihre Beunruhigung über Erklärungen zum Ausdruck, in denen einige tschechische Politiker einschließlich Staatspräsident Miloš Zeman die Frage der Menschenrechte oder das Vermächtnis von Präsident Václav Havel in Frage stellten. Sobotka sprach mit Biden zudem über die Energiesicherheit. Während der Diskussion über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich würdigte Biden den Einsatz tschechischer Soldaten in Afghanistan sowie die tschechisch-amerikanische Zusammenarbeit in Syrien, wo Tschechien die Interessen der USA vertritt.

Am Mittwoch wird im US-Kongress eine Büste von Václav Havel enthüllt. An der Zeremonie wird Havels Witwe Dagmar Havlová teilnehmen.

US-Senator McCain äußert Kritik an Zeman und Orbán wegen Russland-Standpunkte

Der einflussreiche US-amerikanische Senator John McCain hat seine starke Beunruhigung durch den Standpunkt des tschechischen Präsidenten Miloš Zeman gegenüber Russland und dessen Staatspräsidenten geäußert. In einer Debatte über das Vermächtnis von Václav Havel, die am Mittwoch in der Kongress-Bibliothek in Washington ausgetragen wurde, bezeichnete McCain Zemans Äußerungen und Taten als sehr bemerkenswert. Er kritisierte auch die Standpunkte des ungarischen Premiers Viktor Orbán. Der Westen sollte dem US-Senator zufolge wesentlich rasanter auf die russische Aggression in der Ukraine reagieren, Waffen nach Kiew liefern und sich gegen die russische Propaganda stellen.

Zeman hält Demonstrationen am 17. November 2014 für Schande Tschechiens

Die Demonstrationen am 17. November sind nach der Meinung von Präsident Miloš Zeman eine Schande der Tschechischen Republik. Das Staatsoberhaupt sagte es vor Journalisten am Mittwoch in Prag. Er werde die Organisatoren der Demos in einem Jahr zu einem Dialog auf die Prager Burg einladen, kündigte Zeman an. Er betrachtet die gegen ihn gerichteten Proteste als eine Fortsetzung der Präsidentenwahlkampagne.

Am Montag haben massive Proteste gegen Präsident Zeman die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Samtenen Revolution überschattet. Unter anderem wurde Zemans Aussage kritisiert, dass die Sicherheitskräfte am 17. 11. 1989 nicht härter als sonst vorgegangen seien. Den Eingriff gegen Demonstranten am 17. November 1989 bezeichnete er nun als sehr brutal. Allerdings sei es kein Massaker gewesen, eine solche Übertreibung würde die Geschichte fälschen, so Zeman auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Am Mittwochnachmittag kamen einige hundert Menschen auf der Prager Berg zusammen, um erneut gegen Zeman zu protestieren. Die Demo wurde von Studenten organisiert.

Sozialdemokrat Milan Štěch als Senatsvorsitzender bestätigt

Der bisherige Senatsvorsitzende Milan Štěch (Sozialdemokraten) wurde am Mittwoch erwartungsgemäß als Chef der Oberen Parlamentskammer bestätigt. Er war der einzige Kandidat auf den Posten. In geheimer Wahl stimmten 70 der insgesamt 78 anwesenden Senatoren für ihn. Der 61-Jährige ist seit der Errichtung des Senats im Jahr 1996 sein Mitglied. Er hat seit 2010 die Funktion des Senatspräsidenten inne.

Der Senat kam am Mittwoch zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. 26 neue Senatoren, die im Oktober gewählt wurden, haben den in der Verfassung verankerten Eid abgelegt und ihr Mandat übernommen.

Rundfunkrat weist auf Gesetzesverstoß im Radio-Interview mit Präsident Zeman hin

Der Rundfunk- und Fernsehrat (RRTV) hat auf einen Gesetzesverstoß in den Sendungen des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks hingewiesen. Die Mahnung betrifft die bisher letzte Ausgabe der Sendung „Hovory z Lán“ (Gespräche aus Lány), in dem Präsident Miloš Zeman mehrere vulgäre Ausdrücke benutzte. Für den Inhalt der Sendungen sei die Anstalt verantwortlich, teilte der Ratsvorsitzende Ivan Krejčí gegenüber der Presseagentur ČTK mit. Der Rundfunk muss ergänzende Informationen vorlegen, ob der Moderator des live gesendeten Interviews alle seine Kompetenzen nutzte, um die Vulgarismen vorzubeugen. Der Medienrat erhielt mehr als 200 Beschwerden.

E-Book-Verkauf verdoppelt sich

Der Verkauf elektronischer Bücher hat im vergangenen Jahr in Tschechien massiv angezogen. Der Anteil elektronischer Bücher am Gesamtumsatz des Buchhandels in Tschechien verdoppelte sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr: Insgesamt wurden 450.000 elektronische Bücher verkauft, im Jahr 2012 waren es nur noch 200.000 E-Books. Das wird in einem Bericht des Verbands tschechischer Buchhändler und Verleger angeführt. Nach den im Bericht veröffentlichten Schätzungen sollen im laufenden Jahr 2014 bis zu eine Million elektronische Bücher verkauft werden. Trotzdem bleibt aber ihr Anteil am Buchhandel gering und lag im letzten Jahr bei 1,67 Prozent. Ungefähr 220 Verlage gaben im Jahr 2013 elektronische Bücher heraus, die Gesamtproduktion erreichte bis 2013 ungefähr 10.000 elektronische Bücher.

Schriftsteller Němec erhält in Brüssel Literaturpreis der EU

Der tschechische Schriftsteller Jan Němec hat am Dienstag in Brüssel den Literaturpreis der EU entgegengenommen. In seiner Dankesrede ging der Schriftsteller auf den 25. Jahrestag der Samtenen Revolution und das Andenken von Präsident Václav Havel ein. Němec wurde mit dem Preis für seinen Roman „Dějiny světla“ (Geschichte des Lichts) über Fotograf František Drtikol ausgezeichnet. Der Literaturpreis der EU ist mit 5000 Euro dotiert.

Gedenktafel vor Haus der Charta 77-Unterzeichner in Ostrava installiert

Vor dem Haus des Ehepaars Šavrda in Ostrava – Zábřeh, wo vor der Wende von 1989 die Charta 77-Unterzeichner zusammentrafen, wurde am Dienstag eine Gedenktafel installiert. Die Gedenktafel, die die Bildhauerin Šárka Mikesková schuf, entstand auf Initiative des Vereins „Za krásnou Ostravu“ (Für ein schönes Ostrau) sowie weiterer Vereine. Das Treffen vor dem Haus der bedeutenden Ostrauer Dissidenten war Bestandteil der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Zusammenbruchs des kommunistischen Regimes.

Das Ehepaar Šavrda gehört zu den führenden Persönlichkeiten der Dissidentenbewegung in Ostrava. Der Schriftsteller und Charta 77- Unterzeichner Jaromír Šavrda wurde einige Mal ins Gefängnis geschickt. Er starb an den Folgen der Aufenthalte im Gefängnis im Alter von 55 Jahren im Jahre 1988. Seine Frau Dolores unterzeichnete auch die Charta 77. Nach dem Tod ihres Mannes lud sie die Ostrauer Dissidenten in ihre Wohnung regelmäßig ein.

In Prag beginnt Festival französischer Filme

Mit der tschechischen Premiere des Films „3 Herzen“ von Regisseur Benoit Jacquot wird am Mittwoch im Prager Kino Lucerna das Festival französischer Filme eröffnet. Bis 26. November werden im Rahmen des Festivals über 50 Filme nicht nur in Prag, sondern auch in Brno / Brünn, České Budějovice / Budweis, Ostrava / Ostrau und Hradec Králové / Königgrätz gezeigt.

Gasaustritt gilt als Explosionsursache in Paskov

Der Gasaustritt aus einer undichten Leitung gilt als Ursache einer Explosion im Zollamt von Paskov im Nordosten Tschechiens. Dort wurden am Dienstagmorgen neun Personen verletzt, vier von ihnen schwer. Aus den bisherigen Messungen und Expertisen folge, dass aus der Leitung, die nahe der Explosionsstelle führe, Methan ausgetreten sei, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Leitung gehöre der Förderungsfirma Green Gas DPB, informierte er weiter.

Eishockey: Ehemaliger kanadischer Torwart vergleicht Hašek mit Gretzky

Der ehemalige kanadische Eishockeytorwart Chris Osgood hat den legendären tschechischen Goalie Dominik Hašek mit der größten Persönlichkeit der Eishockeygeschichte Wayne Gretzky verglichen. Das sagte Osgood, nachdem Hašek am Montag in die Hall of Fame der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL in Toronto aufgenommen worden war. Osgood war Hašeks Mitspieler bei den Detroit Red Wings in den Jahren 2006 bis 2008. Hašek sei eine Art Wayne Gretzky unter den Torwarten gewesen, erklärte Osgood. Der ehemalige US-amerikanische Stürmer Pat LaFontaine, der gemeinsam mit Hašek in den Jahren 1992-1997 bei den Buffalo Sabres unter Vertrag war, ist derselben Meinung. Hašek sei imstande gewesen, das Spiel zu verlangsamen und abzuschätzen, wohin der Puck fliegt, so LaFontaine. Diese Fähigkeit sowie Hašeks Arbeitsmoral trugen dem Spieler zufolge dazu bei, dass der tschechische Torwart in die Hall of Fame eingeführt wurde.