Täglicher Nachrichtenüberblick

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Österreich droht wegen tschechischer Pläne für Atommüll-Endlager mit Rechtsschritten

Österreich droht wegen der möglichen Errichtung eines tschechischen Atommüll-Endlagers nahe seiner Grenze mit rechtlichen Schritten. Man werde frühzeitig das Gespräch suchen sowie „alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten ausloten und in Angriff nehmen“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann am Dienstag nach der Sitzung des Ministerrats in Wien. Österreich sei klar gegen die Nutzung von Atomkraft und auch gegen ein Atommüll-Endlager in Grenznähe, so Faymann.

Das tschechische Umweltministerium prüft derzeit sieben mögliche Orte für ein solches Lager. Einige davon liegen unweit der Grenze zum südlichen Nachbarn. Čihadlo in Südböhmen wäre zum Beispiel nur 30 Kilometer von Österreich entfernt. Bisher wird der Atommüll in Zwischenlagern bei den Meilern in Temelín und Dukovany aufbewahrt. Ab 2065 möchte Prag jedoch ein Endlager betreiben.

Staatspräsident Zeman will sich nicht für vulgäre Worte in Radiointerview entschuldigen

Staatspräsident Miloš Zeman sieht keinen Grund, sich für den Gebrauch von vulgären Worten in einem Radiointerview am Sonntag zu entschuldigen. Dies sagte ein Sprecher des Präsidenten bei einer extra anberaumten Pressekonferenz am Dienstag. Zeman hatte bei dem Gespräch mehrfach sehr ordinäre Ausdrücke gebraucht und war dafür von weiten Kreisen der Öffentlichkeit heftig kritisiert worden. Laut dem Sprecher sei es jedoch wichtig, dass Zeman mit seiner drastischen Ausdrucksweise eine Diskussion über die Verwendung von Obszönitäten durch Politiker eröffnet habe.

Tschechien erinnert mit hundert Veranstaltungen im Ausland an Samtene Revolution 1989

Die Tschechische Republik wird weltweit mit rund 100 Veranstaltungen an den 25. Jahrestag der Samtenen Revolution erinnern. Organisatoren der Feiern im Ausland sind die jeweiligen tschechischen Botschaften und Kulturzentren. Das Programm wurde am Montag von Außenminister Lubomír Zaorálek in Prag präsentiert. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten soll die Enthüllung einer Václav-Havel-Büste im Kapitol in Washington sein. An der entsprechenden Veranstaltung am 19. November nehmen Spitzenpolitiker Tschechiens sowie die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright teil. In Washington kommen zudem Wissenschaftler bei einer Konferenz über Havels Vermächtnis zusammen, und die Tschechische Philharmonie wird ein Konzert geben.

Außenminister Zaorálek startet Nahost-Reise mit Besuch in Israel

Außenminister Lubomír Zaorálek hat zu Beginn seiner dreitägigen Nahost-Reise in Israel Station gemacht. Bei einem Treffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin lud Zaorálek diesen für kommendes Jahr nach Tschechien ein. Anlass ist die Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers Terezín / Theresienstadt 70 Jahre zuvor. Der tschechische Außenminister versicherte zudem der israelischen Seite, dass Prag weiter an engen gemeinsamen Beziehungen festhalten wolle. Zugleich äußerte Zaorálek seine Beunruhigung über die Siedlungspolitik Israels.

Tschechien gilt traditionell als einer der engsten Verbündeten Israels weltweit. Die neue Regierung in Prag bemüht sich aber auch um bessere Beziehungen mit den arabischen Ländern der Region. So sollen wieder Kontakte mit dem Iran angeknüpft werden. Aus Israel wird der tschechische Außenminister nach Palästina weiterreisen. Auf dem Programm stehen dort ein Treffen mit seinem palästinensischen Amtskollegen Riad al-Maliki und der Besuch in einem Flüchtlingslager.

Prag in der engeren Auswahl als neuer Sitz der Unicef

Prag steht in der engeren Auswahl als neuer Sitz der Unicef. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ist derzeit noch in New York beheimatet. Die tschechische Hauptstadt gehöre aber zu vier Bewerbern um den zukünftigen Sitz der Unicef, wie Finanzminister Andrej Babiš twitterte. Babiš und die Führung des Außenministeriums verhandelten am Dienstag mit Uno-Vertretern über die Bedingungen, die Prag bieten könnte. Die Unicef will ihren Sitz aus Kostengründen verlagern. Die weiteren Bewerber sind Budapest, Nairobi und Kuala Lumpur.

Theologe Halík erhält Ehrendoktorwürde der Universität Erfurt

Der tschechische Theologe Tomáš Halík erhält die Ehrendoktorwürde der Universität in Erfurt. Der Wissenschaftler wird am 13. November für seine herausragenden Verdienste um die Theologie in einer säkularen Welt ausgezeichnet. An der Zeremonie nehmen auch deutsche Bischöfe teil, so unter anderem der emeritierte Weihbischof Hans-Reinhard Koch, der 1978 Halíks geheimer Priesterweihe beiwohnte. Die Weihe fand in Erfurt statt. Danach war Halík als Mitglied der Untergrundkirche in der Tschechoslowakei tätig.

Halík wurde im Mai bereits als erster Tscheche mit dem prestigeträchtigen Templeton-Preis geehrt, in dieser Woche soll zudem eine Aula an der Universität in Oxford nach ihm benannt werden. Aus diesem Anlass hält der Theologe am Donnerstag einen Vortrag über die Rolle von Václav Havel und Johannes Paul II. in der Geschichte.

Tschechien bei Kaufkraft auf Rang 26 in Europa

Die Tschechische Republik liegt bei der Kaufkraft auf Platz 26 innerhalb Europas. Dies geht aus dem neuesten Ranking der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Im vergangenen Jahr lag Tschechien noch auf Platz 24, nun sind Estland und Litauen vorbeigezogen. Der Abwärtstrend habe bereits 2011 begonnen, wie Šimon Dvorský von der tschechischen GfK-Filiale erläuterte. Die Deviseninterventionen der tschechischen Nationalbank seit November vergangenen Jahres hätten diesen Trend weiter verstärkt, so Dvorský. An der Spitze des Ranking stehen Liechtenstein, die Schweiz und Norwegen. Hinter Tschechien positioniert sind unter anderem Polen und Ungarn.

Polizei nimmt mögliche Täter eines Brandanschlags auf Roma fest

Die tschechische Polizei hat zwei Männer festgenommen, die vor drei Jahren einen Brandanschlag auf ein von Roma bewohntes Haus verübt haben sollen. Zu dem Angriff mit einer Brandbombe war es im August 2011 in einem Ort nahe der Stadt Rakovník / Rakovnitz in Mittelböhmen gekommen. Die Hausbewohner konnten den Brandsatz sofort löschen, eine Person erlittt dabei leichte Verletzungen. Die beiden möglichen Täter sind 22 und 28 Jahre alt. Ihnen drohen bei einem Schuldspruch bis zu zwölf Jahre Haft, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Umweltministerium lehnt Seilbahnbau im Böhmerwald ab

Das Umweltministerium hat den umstrittenen Bau einer Seilbahn auf den Berg Hraničník / Reischelberg an der Grenze zu Österreich abgelehnt. In einem Gutachten wurden alle vier vorgelegten Varianten des Bauprojekts zurückgewiesen. Das hat das Ministerium auf seinen Webseiten bekannt gegeben. Demnach widerspreche die Seilbahn dem europäischen Naturschutzsystem Natura 2000 und dem tschechischen Gesetz über Natur- und Landschaftsschutz.

Dem Plan zufolge sollte die Seilbahn die tschechische Seite mit dem Skigebiet Hochficht in Österreich verbinden. Wegen der Eingriffe in den Nationalpark Böhmerwald wird das Projekt seit vielen Jahren von Ökologen und Wissenschaftlern kritisiert. Der südböhmische Kreishauptmann Jiří Zimola (Sozialdemokraten) kündigte allerdings an, sich weiter für die Durchsetzung des Bauplans einzusetzen.

Schlesien: 500 Menschen wegen Bergung von Fliegerbombe evakuiert

Wegen der Bergung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat die tschechische Polizei am Dienstnachmittag im schlesischen Ort Dolní Lutyně / Deutsch Leuten etwa 500 Menschen in Sicherheit gebracht. Auch die wichtige Verbindungstraße nach Bohumín / Oderberg wurde gesperrt. Die Bombe hatte ein Baggerfahrer gefunden. Sie befand sich nur wenige Meter entfernt vom Fundort einer weiteren Fliegerbombe, die bereits am Samstag geborgen wurde.

Das Wetter am Mittwoch, 5. November

Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es am Mittwoch in Tschechien zunächst meist heiter. Nur vereinzelt hält sich auch den Tag über hochnebelartige Bewölkung. Gegen Abend werden von Westen her die Wolken dichter mit vereinzelt leichtem Regen. Die Höchsttemperaturen liegen bei 14 bis 18 Grad Celsius, unter der Nebeldecke nur bis zu 9 Grad. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden maximal 12 Grad Celsius erreicht, im Böhmerwald auch 16 Grad.