Täglicher Nachrichtenüberblick

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Zeman will Visumpflicht für Chinesen abschaffen

Tschechien wird sich bei der Europäischen Union für eine Vereinfachung der Visaregeln für Chinesen einsetzen. Das Ziel der EU soll es laut Präsident Miloš Zeman sein, die Visumspflicht völlig abzuschaffen. Das tschechische Staatsoberhaupt sagte es auf dem tschechisch-chinesischen Wirtschaftsforum in Peking am Sonntag. Zeman kam des Weiteren mit der Firmenleitung der Bank of China zusammen. Nach dem Treffen gab er bekannt, die Bank werde spätestens im Jahr 2015 ihre Zweigstelle in Tschechien eröffnen.

Rychetský: Verfassungsgericht wird erst im nächsten Jahr über Beamtengesetz entscheiden

Das Verfassungsgericht wird sich mit dem Beamtengesetz höchstwahrscheinlich erst im kommenden Jahr befassen. Das sagte der Vorsitzende des Verfassungsgerichts Pavel Rychetský am Sonntag gegenüber dem Tschechischen Fernsehen. Präsident Miloš Zeman kündigte an, eine Beschwerde wegen des Beamtengesetzes beim Gericht einzulegen. Er kritisiert unter anderem die Funktion der Staatssekretäre in Ministerien, die in der umstrittenen Gesetzesnovelle verankert ist. Zeman legte sein Veto gegen die Novellierung ein. Dieses wurde allerdings am Freitag vom Abgeordnetenhaus überstimmt und das novellierte Beamtengesetz trotz dem Unwillen des Staatsoberhauptes bestätigt.

Rychetský erklärte gegenüber dem Fernsehen weiter, er werde das Plenum über seine Voreingenommenheit entscheiden lassen. Er war 2000 Mitglied der Regierung unter Miloš Zeman gewesen und hatte sich an der Verabschiedung der früheren Fassung des Gesetzes beteiligt.

Schulinspektion: Schule in Žďár nad Sázavou hat keinen Fehler begangen

Die Schule in Žďár nad Sázavou, in der jüngst eine geistesgestörte Frau einen Schüler getötet hat, hat keinen Fehler begangen. Zu diesem Schluss gelangte die Tschechische Schulinspektion bei ihrer Untersuchung in der Schule. Darüber informierte Bildungsminister Marcel Chládek (Sozialdemokraten) am Sonntag in einer Diskussionssendung des TV-Senders Prima. Dem Minister zufolge sei die Schule gut gesichert worden sein: „Die Schule ist eine jener, die überdurchschnittlich gut ausgestattet und gesichert sind. Sie beteiligt sich sogar an einem Projekt, bei dem die Schüler lernen, wie sich in einer Krisensituation zu verhalten.“ Minister Chládek kündigte des Weiteren an, einen Staatsfonds errichten zu wollen, aus dem Schulen ihre Sicherheitsmaßnahmen finanzieren könnten.

Weitere Ausbrüche im Munitionslager in Ostmähren

Weitere Explosionen waren am Samstag und in der Nacht auf Sonntag aus dem Munitionslager in Vlachovice / Wlachowitz in Ostmähren zu hören. Das Lager ist vor einer Woche einem verheerenden Brand und einer Explosionsserie zu Opfer gefallen. Die Polizei plante, das Areal am Sonntag mit Hilfe eines Hubschraubers mit Thermovision zu untersuchen. Das war in Folge der neuen Ausbrüche nicht möglich. Sprengstoffexperten müssen nun noch einmal das ganze Areal untersuchen und feststellen, warum es dort immer wieder zu Explosionen kommt. Der Polizeistab werde am Montag über das weitere Vorgehen entscheiden, informierte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Zwei Mitarbeiter des Munitionslagers im Alter von 56 und 59 Jahren gelten weiter als vermisst. Die Ursache des Unglücks in der Gemeinde Vlachovice / Wlachowitz ist noch nicht geklärt. Eine private Waffenhandelsfirma hatte das ehemalige Armeelager gemietet.

Kriminalität sinkt seit 1999 kontinuierlich

Der politische Umbruch im Jahr 1989 hat auch Veränderungen in der Form der Straftätigkeit in Tschechien mit sich gebracht. Hauptsächlich in Folge eines sprunghaften Anstiegs der Eigentumskriminalität wuchs die Zahl der Straftaten Anfang der 1990er Jahre um fast das Vierfache. Das führte der Leiter des Instituts für Kriminologie und soziale Prävention, Miroslav Scheinost, in einem Interview gegenüber der Presseagentur ČTK an. Die Polizei habe die höchste Zahl der Straftaten, und zwar 425.000, im Jahr 1999 verzeichnet. Seitdem sinke die Kriminalität in Tschechien kontinuierlich auf derzeit 325.000 Straftaten pro Jahr. Das entspreche der Entwicklung im Rest Europas, sagte Scheinost. Ihm zufolge seien Rückfälle aktuell das brennendste Problem im Bereich der Straftätigkeit.

Komödie Osmy gewinnt goldene Stier-Trophäe beim Prix Europa 2014

Die tschechische Komödie Osmy (Eights) des Regisseurs Jiří Strach wurde bei dem Medienfestival Prix Europa 2014 in Berlin ausgezeichnet. Die schwarze Komödie, die sich in der Zeit der Normalisierung in der Tschechoslowakei abspielt, erhielt die goldene Stier-Trophäe in der Kategorie Fernsehdrama. Der Streifen wurde im Brünner Studio des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens gedreht. Die Preise wurden am Freitagabend im Haus des Rundfunks vergeben. Mit den 13 Preisen in den Bereichen Fernsehen, Radio und Internet ist der Prix Europa das wichtigste trimediale Medienfestival Europas. Dieses Jahr bewarben sich 35 Länder mit 650 Produktionen, davon schafften es 210 in den Wettbewerb.

Tschechischer Alpinist erlitt schwere Verletzungen beim Sturz in Oberösterreich

Ein tschechischer Alpinist ist bei einer Klettertour im Höllengebirge in Oberösterreich abgestürzt und schwer verletzt worden. Zum Unglück kam es am Mahdlgupf oberhalb von Steinbach am Attersee. Sein Sturz wurde zwar durch die Seilsicherung gestoppt, der 46-Jährige hatte sich aber so schwer verletzt, dass er nicht mehr allein weiterkam. Er alarmierte per Handy die Bergretter. Ein elfköpfiges Rettungsteam brachte ihn ins Tal. Daraufhin wurde der Bergsteiger ins Landeskrankenhaus Bad Ischl eingeliefert.

Zwei Autobahntunnels auf der D8 wieder geöffnet

Die Autobahntunnels Panenská und Libouchec in der Nähe von Ústí nad Labem / Aussig auf der D8 von Prag nach Sachsen wurden am Sonntag nach einer Sperrung wieder geöffnet. Sie mussten am Samstagnachmittag wegen eines Stromausfalls gesperrt werden. Die Sperrung dauerte 16 Stunden und galt zwischen dem 82. und 87. Kilometer in den beiden Richtungen.