Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechien führt Ebola-Kontrollen am Flughafen ein

Der Sicherheitsrat der Tschechischen Republik hat am Mittwoch den geplanten Vorsorgemaßnahmen gegen die Bedrohung durch den Ebola-Virus zugestimmt. Demzufolge wird im Militärkrankenhaus im ostböhmischen Těchonín eine Aufnahmestation für eventuelle Ebola-Patienten errichtet. Außerdem werden medizinische Kontrollen am Václav-Havel-Flughafen in Prag eingeführt. Alle Ankömmlinge am Flughafen müssen demnach ab kommendem Montag einen Fragebogen ausfüllen. Reisenden aus Westafrika soll die Temperatur gemessen werden, um Ebola-Verdachtsfälle schneller identifizieren zu können. Das gab Premier Bohuslav Sobotka nach der Sitzung des Rates bekannt.

Prager Oberbürgermeister tritt nach Wahlniederlage aus Partei Top 09 aus

Der Prager Oberbürgermeister Tomáš Hudeček ist nicht mehr Mitglied der Partei Top 09. Am Mittwoch legten er und der bisherige Prager Parteivorsitzende Jiří Vávra wegen gemeinsamer Streitigkeiten ihre Parteimitgliedschaft nieder. Die konservative Partei hatte bei den Kommunalwahlen am vergangenen Wochenende ihre Vormachtstellung in der tschechischen Hauptstadt verloren, sie wurde aber knapp zweitstärkste Kraft hinter der Partei Ano. Vávra machte darauf Hudeček für die Niederlage verantwortlich.

Tschechien und Deutschland einigen sich auf neues Polizeiabkommen

Tschechien und Deutschland wollen ihren Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität verstärken, dafür haben sie sich auf ein neues Polizeiabkommen verständigt. Das teilte der tschechische Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) nach einem Treffen bei seinem deutschen Amtskollegen Thomas de Maizière am Dienstag in Berlin mit. Ein Ziel ist es, intensiver gegen Produktion, Vertrieb und Konsum der Droge Crystal Meth vorzugehen, die vor allem in Tschechien hergestellt wird. Es handele sich aber nicht um ein tschechisches, sondern um ein „gemeinsames Problem“, betonte de Maizière. Das Abkommen soll unter anderem Polizeieinheiten des einen Landes ermöglichen, auch im weiteren Grenzgebiet des anderen Landes tätig zu werden. Die Vereinbarung soll Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres unterzeichnet werden.

Zeman will Opfer der Messerattacke gedenken

Präsident Miloš Zeman wird am Freitag Žďár nad Sázavou besuchen. Dort will er der Opfer der tödlichen Messerattacke vom Dienstag gedenken. Eine geistesgestörte Frau hat dabei einen 16-jährigen Schüler getötet und weitere Menschen verletzt. Der Staatspräsident erwägt außerdem, dem Jungen im kommenden Jahr eine Staatsauzeichnung posthum zu verleihen. Zeman äußerte sein Bedenken darüber, dass eine Frau, die bereits in der Vergangenheit eine ähnliche gefährliche Straftat begangen hatte, ambulant behandelt wurde. Der Arzt, der sie aus der stationären Behandlung entlassen habe, habe zu liberal gehandelt, meint Zeman. Laut Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) sei ein Versagen des Systems staatlicher Institutionen möglich.

Geistesgestörte Angreiferin wird Mordes und Geiselnahme beschuldigt

Die Frau, die am Dienstag in Žďár nad Sázavou einen Schüler mit einem Messer getötet hat, wurde des Mordes und der Geiselnahme beschuldigt. Dafür droht ihr eine Haftstrafe von 15 bis 20 Jahren beziehungsweise die lebenslange Strafe. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt. Das gab die Kreisstaatsanwaltschaft in Brno / Brünn am Mittwoch bekannt.

Nach tödlicher Messerattacke einer Geistesgestörten: Psychiatriechef stellt Posten zur Verfügung

Nach dem tödlichen Messerangriff durch eine offenbar geistesgestörte Frau in einer Schule hat der Leiter der psychiatrischen Klinik in Opava / Troppau seinen Posten zur Verfügung gestellt. Dies teilte Gesundheitsminister Svatopluk Němeček (Sozialdemokraten) am Mittwoch mit. Laut dem Minister habe der Klinikleiter einen Teil der Schuld dafür auf sich genommen, dass die Angreiferin im Februar aus der stationären Behandlung in seinem Krankenhaus entlassen wurde. Die Frau war vor zwei Jahren bereits in eine Gewalttat verwickelt. Damals verletzte sie in einer Grundschule in Havířov eine Lehrerin mit einem Messer und nahm ein siebenjähriges Mädchen als Geisel.

Am Dienstagvormittag war die 26-Jährige in eine Fachschule in Žďár nad Sázavou eingedrungen und tötete einen der Schüler mit einem Messer. Drei weitere Menschen wurden verletzt.

Streit um Wolhynien-Tschechen geht weiter

Präsident Miloš Zeman wünscht sich einen Austausch des tschechischen Botschafters in der Ukraine, falls sich erwiesen würde, dass der Botschafter Ivan Počuch über das Repatriierungsgesuch der Wolhynien-Tschechen falsch informiert hat. Zeman führte es in einem Interview gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK an. Das Staatsoberhaupt ist überzeugt, dass den Tschechen in der Ukraine eine unmittelbare Gefahr drohe. Nach Meinung des Staatspräsidenten erhalten die Wolhynien-Tschechen hierzulande zu wenig Unterstützung. Die Schuld dafür gibt er dem tschechischen Botschafter in Kiew.

Streik der deutschen Lokführer betrifft Verbindungen aus und nach Tschechien

Der Streik der deutschen Lokführer betrifft auch die Verbindungen aus und nach Tschechien. So enden am Mittwoch alle Eurocity-Züge aus Prag nach Berlin beziehungsweise aus Brno / Brünn nach Hamburg bereits in Dresden, wie aus den Informationen der Tschechischen Bahnen (ČD) hervorgeht. Für die Verbindungen aus Deutschland nach Tschechien werden ab Dresden Ersatzzüge eingesetzt. Der Streik betrifft auch die Regionalverbindung zwischen dem nordböhmischen Liberec / Reichenberg und Dresden. Die Züge in Richtung Sachsen werden in Zittau enden, in umgekehrter Richtung muss mit einer halbstündigen Verspätung gerechnet werden. Die genauen Informationen finden sich auf der Webseite der ČD: http://www.cd.cz/omezeniprovozu/mimoradnost.php?mimo=14251. Der Streik beginnt am Mittwoch um 14 Uhr und soll bis 4 Uhr am Donnerstag dauern.

Pkw-Produktion in Tscheichen wächst um 12,2 Prozent

Die Pkw-Produktion in Tschechien ist von Januar bis September 2014 um 12,2 Prozent gewachsen. Insgesamt 936.151 Personenkraftwagen liefen hierzulande in den ersten drei Quartalen vom Band. An der Gesamtproduktion war Škoda Auto mit 60 Prozent beteiligt, gefolgt von Hyundai mit knapp 25 Prozent und TPCA mit fast 15 Prozent. Die Zahlen wurden am Mittwoch vom tschechischen Autoindustrieverband veröffentlicht. Sollte die bisherige Entwicklung bei allen drei Autoherstellern hierzulande im gleichen Tempo auch in den nächsten drei Monaten fortgesetzt werden, sei ein neuer Rekord bei der Pkw-Herstellung zu erwarten, führte der Verbandspräsident Martin Jahn an.

Biochemiker Emil Paleček erhält Nationalen Wissenschaftspreis

Der Nationale Wissenschaftspreis Tschechiens wird in diesem Jahr an den Biochemiker Emil Paleček verliehen. Die Regierung habe über den Preisträger auf ihrer Sitzung am Mittwoch entschieden, sagte Vizepremier Pavel Bělobrádek (Christdemokraten) vor Journalisten in Prag. Paleček hat die Grundlagen für Elektrochemie der Nukleinsäuren gelegt, die in der Medizin genutzt wird. Der 84-jährige Forscher studierte an der Masaryk-Universität in Brünn. Seit 1955 arbeitet er im Institut für Biophysik der Akademie der Wissenschaften. Er hat mehr als 300 Arbeiten publiziert und ist Gründungsmitglied der Bioelectrochemical Society.

„Zeit der Kannibalen“ eröffnet Das Filmfest in Prag

Im Prager Kino Lucerna beginnt am Mittwochabend Das Filmfest 2014. Das Filmfestival findet zum neunten Mal hierzulande statt und präsentiert die neuesten Spiel- und Dokumentarfilme aus dem deutschsprachigen Raum. In seinem Rahmen werden etwa vierzig Filmproduktionen in Prag und Brünn präsentiert. Feierlich eröffnet wird das Festival durch den deutschen Streifen „Zeit der Kannibalen“, der von dem Drehbuchautor Stefan Weigl persönlich eingeleitet wird. Das Filmfest spezial, Enthüllung, Retrospektive: Haneke, Die Doku, und 300‘ Shorts sind Programmreihen des Filmfestes. Veranstaltet wird das Festival vom Goethe-Institut, dem Österreichischen Kulturforum Prag und der Schweizerischen Botschaft in Zusammenarbeit mit dem Prager Kino Lucerna und dem Brünner Kino Art.

Emmanuel Villaume wird Chefdirigent von Prague Philharmonia

Der international anerkannte französische Dirigent Emmanuel Villaume wird ab nächster Saison neuer Chefdirigent und Musikdirektor des Prager Orchesters PKF – Prague Philharmonia. Darüber informierte eine Sprecherin der Philharmonie am Mittwoch. Die Leitung des Orchesters habe sich nach einer mehrjährigen Suche für Villaume entschieden, steht in einer Presseerklärung. Villaume hat mit der Prague Philharmonia in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet, unter anderem an der CD Souvenirs mit der weltberühmten russischen Sopranistin Anna Netrebko. An der Spitze des renommierten Prager Orchesters löst er den tschechischen Dirigenten Jakub Hrůša ab.