Täglicher Nachrichtenüberblick

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Frau ersticht 16-Jährigen an Fachschule

Eine junge Frau hat in einer tschechischen Fachschule einen Schüler erstochen und weitere Menschen mit einem Messer verletzt. Laut Polizeiangaben drang die Frau am Dienstagmorgen in die Schule in Žďár nad Sázavou ein. Eine Sondereinheit der Polizei habe die 26-Jährige überwältigen können. Der 16 Jahre alte Schüler starb kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die vermutlich geistesgestörte Angreiferin hatte laut Polizei keine Beziehung zu der Schule. Augenzeugen berichteten, die Frau habe laut geschrien und wie im Drogenrausch gewirkt. Eine Schülerin wurde den Rettungskräften zufolge mit Stichverletzungen auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt. Verletzt wurden außerdem eine weitere Schülerin und ein Polizist.

Diskussion über Ursachen für tödliche Messerattacke an Fachschule entbrannt

Nach dem tödlichen Messerangriff durch eine offenbar geistesgestörte Frau in einer Schule wird in Tschechien über die Ursachen für die Tat diskutiert. Bei dem Angriff am Dienstagvormittag wurden ein Fachschüler getötet und drei weitere Menschen verletzt. Nach Presseinformationen war die 26-jährige Angreiferin schon einmal in eine Gewalttat verwickelt. Demnach verletzte die Frau vor zwei Jahren in einer Grundschule in Havířov eine Lehrerin mit einem Messer und nahm ein siebenjähriges Mädchen als Geisel. Aus der stationären Behandlung in einer psychiatrischen Klinik sei sie im Februar entlassen worden.

Gesundheitsminister Svatopluk Němeček sagte, er wolle überprüfen, warum die psychiatrischen Ärzte die Frau aus der Klinik entlassen hatten. Der Sozialdemokrat kritisierte zudem, dass das zuständige Bezirksgericht damals diesem Schritt zugestimmt hat. Bildungsminister Marcel Chládek (Sozialdemokraten) ordnete an, die Sicherheitsvorkehrungen an den Schulen zu testen. Er sprach sich für eine Videoüberwachung der Zugänge aus.

Forum 2000: Michail Chodorkowski warnt vor Isolierung Russlands

Der Putin-Gegner und Unternehmer Michail Chodorkowski hat davor gewarnt, Russland wie im Kalten Krieg völlig zu isolieren. In Europa könne sich niemand ein Russland wünschen, dass an Nordkorea erinnere, sagte der Kremlkritiker am Montagabend bei der Konferenz Forum 2000 in Prag. Es gelte Russland als – wenn auch schwierigen – Nachbarn zu sehen und den Dialog mit reformbereiten Kräften zu suchen. Zugleich appellierte Chodorkowski, der Ukraine wirtschaftlich zu helfen. Der 51-Jährige sprach sich gegen weitergehende Visa-Restriktionen aus. Die russische Mittelschicht und Jugend müssten die Möglichkeit haben, nach Europa zu reisen. Die Lage in seinem Heimatland beschrieb der Unternehmer in ernsten Tönen. In der Frage der Menschenrechte wie auch der Redefreiheit konstatierte er „beinahe einen Rückfall in Sowjetzeiten“. Michail Chodorkowski war Ende 2013 nach jahrelanger Haft in Russland freigelassen worden und lebt seither in der Schweiz.

Forum 2000: Abschlussredner rufen zu Stärkung der Demokratie auf

Zum Abschluss der Konferenz „Forum 2000“ in Prag haben die Redner dazu aufgerufen, demokratische Werte zu stärken. Der spanische Ex-Premier José María Aznar betonte dabei die Bedeutung von Demokratie vor allem in Europa. Ohne sie drohe ein Anwachsen von Populismus und Nationalismus, sagte der liberale Politiker am Dienstag. Der indische Politologe Yogendra Yadav merkte an, dass viele Menschen von der Demokratie enttäuscht seien. Der Fehler liege aber nicht im System, sondern in der Vorstellung von Demokratie als Idealzustand. Yadav empfahl, den Blick auf sie zu ändern. Nur so werde die Demokratie gestärkt, damit sie auch im 21. Jahrhundert führend sein könne, sagte der Politologe aus Neu-Delhi.

Schauspieler wegen Dreh mit versteckter Kamera zu Bewährungsstrafen verurteilt

Wegen der Beteiligung an Dreharbeiten mit versteckter Kamera, bei dem ein Autofahrer eine Herzattacke erlitt, sind zwei tschechische Schauspieler zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Petr Čtvrtníček und Jan Potměšil waren bei den Aufnahmen in Polizeiuniformen verkleidet und stoppten den Mann wegen angeblicher Geschwindigkeitsüberschreitung. Die Herzattacke erlitt der Fahrer, als die beiden Schauspieler ihm mitteilten, dass er mit versteckter Kamera gefilmt worden sei. Die Aufnahmen entstanden 2012 für einen Werbe-Clip zu einer Benefizveranstaltung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens.

Das Amtsgericht für den sechsten Prager Stadtbezirk verurteilte Čtvrtníček und Potměšil am Dienstag zu 1,5 Jahren Gefängnis auf Bewährung. Čtvrtníček ging vor Ort in Berufung.

Innenminister Chovanec informiert sich beim DFB über Umgang mit Fußball-Rowdys

Der tschechische Innenminister Milan Chovanec hat sich am Dienstag in Berlin über den Umgang mit gewaltbereiten Fußballfans in deutschen Stadien informiert. Für den tschechischen Fußball müsse der erste Schritt sein, die technische Ausrüstung in den eigenen Arenen zu verbessern, sagte Chovanec nach einem Treffen mit Spitzen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im Nachbarland seien die Vereine technisch viel besser ausgestattet, aber auch in der Kommunikation mit ihren Fans seien die Klubs deutlicher weiter. Als weiteren Schritt sieht der Innenminister, nach Beispiel der Bundesrepublik zwei Dateien über gewaltbereite Fans zu erstellen – eine bei der Polizei und die andere beim Fußballverband. Zudem appellierte Chovanec an die Führungen der Vereine: Sie sollten sich überlegen, ob es sich wirklich lohne, „100 Eintrittskarten an problematische Fans“ zu verkaufen.

Verkehrsministerium will Segways auf Bürgersteigen verbieten

Das tschechische Verkehrsministerium will Segways von den Bürgersteigen verbannen. Dafür soll eine neue Kategorie für diese Fahrzeuge erstellt werden, wie aus einem Gesetzentwurf des Ressorts hervorgeht. Noch gelten für Segways die gleichen Regeln wie für Fußgänger. Dem Entwurf nach könnten die Gefährte auf Fahrradwegen oder an Orten gefahren werden, die von der jeweiligen Kommune festgelegt werden. Der Grund sind die steigenden Unfallzahlen mit Passanten. Die meisten Segways werden von Touristen in Prag gemietet, und diese unterschätzen oft die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. In Großbritannien wurden Segways deswegen bereits aus der Öffentlichkeit verbannt, dort darf man nur noch auf Privatgrundstücken damit fahren.

Vier Verletzte bei Gasexplosion in Pilsen – 26 Personen evakuiert

Vier Verletzte hat eine Gasexplosion in einem Wohnhaus in Plzeň / Pilsen am Dienstagmorgen gefordert. 26 Personen, darunter auch Kinder, mussten in Sicherheit gebracht werden. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, ging in den frühen Morgenstunden ein Notruf mit dem Hinweis ein, in dem Haus rieche es nach Gas. Ein Feuerwehrmann und ein Angestellter der Gaswerke suchten daraufhin in dem Gebäude nach der Quelle für den Gasgeruch, als es im dritten Stock des Hauses zu der Explosion kam. Neben dem Angestellten und dem Feuerwehrmann wurden dabei auch ein Polizist und der Mieter der Wohnung verletzt. Drei der Verletzten wurden in ein Krankenhaus vor Ort eingeliefert, eine Person wurde in eine Spezialklinik nach Prag gebracht.

Tschechische Astronomen lösen das Rätsel des Boliden Benešov

Tschechische Astronomen haben das Rätsel des Boliden Benešov gelöst, der vor 23 Jahren an einem damals unbekannten Ort in Tschechien niederging. Die Experten von der Akademie der Wissenschaften berechneten die Flugbahn des Meteoriten in der Atmosphäre neu. Dadurch kamen sie auf eine Einschlagstelle, die 330 Meter entfernt liegt vom ursprünglich angenommenen Ort. An der Stelle fanden sie auch vier Meteoritensplitter.

Der Bolid Benešov war in den späten Abendstunden des 7. Mai 1991 über tschechischem Boden wahrgenommen worden. Laut der Bilderanalysen ging er als Meteoritenregen nieder. Trotz größter Anstrengungen konnte aber keines der Teile gefunden werden. Deswegen haben der tschechische Astronom Pavel Spurný und sein Team mit neuen Methoden die Bilder von damals noch einmal untersucht.

Fußball: Tschechien besiegt Kasachstan in der EM-Qualifikation

Die tschechische Fußballnationalmannschaft hat ihr EM-Qualifikationsspiel in Kasachstan am Montagabend mit 4:2 gewonnen. Damit gelang der Mannschaft unter Trainer Pavel Vrba der dritte Sieg in der dritten Begegnung um die Teilnahme an der Europameisterschaft. Auf dem Kunstrasen in der kasachischen Hauptstadt Astana brachten Bořek Dočkal und David Lafata die Gäste in Führung. In der zweiten Halbzeit erhöhte Ladislav Krejčí auf drei Tore, ehe Juri Logwinenko in der 84. Minute den Anschlusstreffer für Kasachstan erzielte. In der Schlussphase des Spiels traf Tomaš Necid zum 4:1, das 4:2 für Kasachstan erzielte erneut Juri Logwinenko in der Nachspielzeit der Partie.

Tschechien liegt in der Gruppe A nun mit neun Punkten auf Platz zwei. An der Spitze der Gruppe steht Island, das am Montagabend die Niederlande mit 2:0 besiegte.

Das Wetter am Mittwoch, 15. Oktober

Am Mittwoch ist es in Tschechien meist stark bewölkt, mit Regen oder Regenschauern vor allem im böhmischen Landesteil. In Mähren und Schlesien nur vereinzelte Niederschläge. Im Laufe des Tages kommt von Westen her zeitweise auch die Sonne durch. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 14 bis 18 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 12 Grad erreicht.