Täglicher Nachrichtenüberblick

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

In Tschechien finden Kommunalwahlen und Teilwahlen zum Senat statt

In Tschechien haben Kommunalwahlen und Teilwahlen zum Senat begonnen, die Wahllokale öffneten am Freitag um 14 Uhr. Landesweit sind dabei rund 8,5 Millionen Wähler aufgerufen, die Besetzung von Stadt- und Gemeinderäten neu zu bestimmen. In einem Drittel der Wahlkreise werden zudem insgesamt 27 Senatoren gewählt. Der Senat ist das Oberhaus des tschechischen Parlaments, aber politisch nicht so bedeutend wie das Abgeordnetenhaus. Geöffnet sind die Wahllokale am Freitag noch bis 22 Uhr und am Samstag von 8 Uhr morgens bis 14 Uhr.

Erstmals teilnehmen an den Kommunalwahlen dürfen auch EU-Ausländer, die nur eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in Tschechien haben. Dies hat ein Urteil des Kreisgerichts in Brno / Brünn von Ende September möglich gemacht. Schätzungen nach sind damit etwa 100.000 weitere Personen stimmberechtigt.

Tschechische Menschenrechtler und Politiker begrüßen Friedensnobelpreis für Yousafzai

Tschechische Menschenrechtsorganisationen und Politiker begrüßen die Vergabe des Friedensnobelpreises an die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai. Die 17-jährige Pakistani erhielt die Auszeichnung zusammen mit dem indischen Aktivisten Kailash Satyarthi. Die Ehrung von Yousafzai sei ein „Volltreffer“, weil damit das Problem der Bildung und der Rechte von Kindern größere Öffentlichkeit erfahre, sagte Tomáš Urban von Člověk v tísni (Mensch in Not). Die Leiterin von Unicef Tschechien, Pavla Gomba, bezeichnete Yousafzai als „ausgesprochen tapfer“. Auch Staatspräsident Miloš Zeman, Außenminister Lubomír Zaorálek und Bildungsminister Marcel Chládek begrüßten die Vergabe des Preises an die junge Pakistani. Er halte dies für eine Herausforderung für junge Menschen, sich aus den Fesseln intoleranter Organisationen wie den Taliban zu befreien, sagte Zeman.

Malala Yousafzai ist mit ihren 17 Jahren die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten. Das Mädchen aus Pakistan setzt sich besonders für Bildung für Mädchen ein. Weltbekannt ist sie, seit ihr die Taliban vor zwei Jahren bei einem Anschlag ins Gesicht schossen.

Entwarnung: Ebola-Fall in Prag bestätigt sich nicht

Der Mann, der mit Verdacht auf Ebola in eine Prager Klinik eingeliefert wurde, ist nicht von dem Virus befallen. Dies hat eine Laboruntersuchung in Deutschland ergeben, wie die Nachrichtenagentur ČTK in der Nacht zum Freitag mitteilte. Bei dem Patienten handelt es sich um einen tschechischen Geschäftsmann, der vor etwa drei Wochen aus der liberianischen Hauptstadt Monrovia zurückgekehrt ist. Der 56-jährige kam mit Fieber in das Prager Krankenhaus, zeigte jedoch keine weiteren Symptome für Ebola. Nach Auskunft der Ärzte leidet er möglicherweise an Malaria oder dem Denguefieber. Es ist der zweite Verdachtsfall von Ebola in Tschechien seit Beginn der Epidemie in Westafrika. Ein zweiter Rückkehrer aus Afrika war im September in Pardubice untersucht worden, der Verdacht auf Ebola bestätigte sich ebenfalls nicht.

Premier Sobotka hält Tschechien gut auf mögliche Ebola-Fälle vorbereitet

Laut Premier Bohuslav Sobotka ist Tschechien auf mögliche Ebola-Fälle gut vorbereitet. Dies hätten die Maßnahmen gezeigt, die Ärzte bei zwei Verdachtsfällen in den vergangenen Tagen vorgenommen hätten, sagte der Sozialdemokrat am Freitag. Bei beiden Patienten hat sich indes keine Infektion mit dem tödlichen Virus bestätigt. Die Ergebnisse der Tests seien schnell vorhanden gewesen, und es sei keine Panik aufgekommen, so Sobotka.

Wie der Regierungschef ergänzte, würde die Zahl der Flugverbindungen in die von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Länder sinken. Auch wenn damit das Risiko einer Ansteckung zurückgehe, ließe es sich nie ganz ausschließen. Am kommenden Mittwoch will sich der tschechische Sicherheitsrat mit dem Risiko einer Übertragung des Ebola-Virus nach Europa beschäftigen.

Tschechische Luftwaffe beginnt Überwachungsmission in Island

Soldaten der tschechischen Luftwaffe sind am Freitag zu einer neunwöchigen Überwachungsmission nach Island aufgebrochen. Für die Herbstoperation der Nato flogen fünf Kampfjets vom Typ Jas-39 Gripen nach Nordeuropa. Insgesamt 75 Soldaten der tschechischen Luftwaffe sind an der Mission beteiligt. Eigentlich sollten die Flugzeuge bereits am Donnerstag starten, wegen schlechter Wetterverhältnisse wurde die Anreise jedoch verschoben.

Tschechien soll von Oktober bis Dezember den Luftraum über Island schützen, das als einziges Nato-Mitgliedsland über keine eigene Armee verfügt. Die Kosten belaufen sich auf 33,2 Millionen Kronen (1,19 Millionen Euro) und werden von Island übernommen. Ursprünglich sollte die Mission fünf Wochen dauern. Aufgrund der Ukraine-Krise wurde der Einsatz auf neun Wochen verlängert. In der Vergangenheit war die Tschechische Republik bereits am Nato-Projekt zum Schutz des baltischen Luftraums beteiligt.

Staatsschulden auch im dritten Quartal des Jahres gesunken

Die tschechischen Staatsschulden sind auch im dritten Quartal dieses Jahres gesunken. Sie verringerten sich um 297 Millionen Kronen (10,6 Millionen Euro), wie das Finanzministerium am Freitag bekanntgab. Die Gesamtschulden lagen bei 1,683 Billionen Kronen (60 Milliarden Euro). Auf jeden Bewohner Tschechiens kommen damit 161.00 Kronen (5750 Euro) an staatlichen Außenständen. Nicht eingerechnet sind dabei die Schulden von Kreisen und Gemeinden.

Im Juni 2012 hatten die tschechischen Staatsschulden erstmals die Marke von 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) überschritten. Zu Ende vergangenen Jahres erreichten sie dann einen Höchststand. Seitdem sind die Schulden um 332 Millionen Kronen (11,8 Millionen Euro) zurückgegangen.

Kinderbuchautor Rudolf Čechura im Alter von 83 Jahren gestorben

Der Kinderbuchautor Rudolf Čechura ist Anfang der Woche im Alter von 83 Jahren in Prag gestorben. Dies teilte seine Familie über den Nachrichtenserver Idnes mit. Bekannt ist Čechura vor allem als Schöpfer der Figur Maxipes Fík. Der sprechende Hund ist seit 34 Jahren regelmäßig beim Sandmännchen „Večerníček“ im Tschechischen Fernsehen zu sehen.

Čechura, der aus Nordböhmen stammte, arbeitete zunächst als Lehrer und Buchhalter. In den 1960er Jahren wurde er Redakteur beim Tschechischen Rundfunk sowie für die Zeitschrift „Věda a technika mládeži“. Aus politischen Gründen wurde er 1969 entlassen. Der große Erfolg der Figur des Maxipes Fík ermöglichte es ihm, auch in der Zeit nach dem Prager Frühling weiter zu publizieren. Seit 1973 arbeitete Čechura als freier Schriftsteller. Für seine Kinderbücher und Detektivgeschichten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Tschechische Bauten des Jahres: Seilbahn, Museum und Einkaufszentrum

In Prag sind die Preise für die tschechischen Bauten des Jahres vergeben worden. Gewinner für 2014 sind das Mitteleuropäische Technologische Institut Ceitec in Brno / Brünn, die neue Kabinenbahn auf die Schneekoppe, das Einfamilienhaus „LF“ im Prager Außenbezirk Nebušice, das Fliegermuseum in Mladá Boleslav / Jungbunzlau und das Einkaufszentrum Šantovka in Olomouc / Olmütz. Die Jury aus Architekten traf ihre Wahl aus insgesamt 58 eingereichten Projekten in Tschechien. Zudem wurde erstmals ein ausländischer Sieger gekürt. Der Preis ging an das Uni-Krankenhaus im slowakischen Košice / Kaschau. Ausgerichtet wird der Wettbewerb von der tschechischen Stiftung für die Entwicklung von Architektur und Bauwesen.

Fußball: Tschechien bestreitet EM-Qualifikationsspiel in der Türkei

Die tschechische Fußballnationalmannschaft bestreitet am Freitagabend in der Türkei ein Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft. In der Begegnung im Stadion von Fenerbahçe in Istanbul möchten die Schützlinge von Trainer Pavel Vrba an den erfolgreichen Auftakt zur Qualifikation anknüpfen. Anfang September gewann Tschechien mit 2:1 gegen die favorisierten Niederlande. Die Türkei verlor wiederum ihr erstes Spiel mit 0:3 in Island.

Tennis: Berdych scheitert im Viertelfinale von Shanghai

Tennisspieler Tomáš Berdych ist beim ATP-Masters-Turnier im chinesischen Shanghai im Viertelfinale gescheitert. Der Tscheche verlor am Freitag gegen den Franzosen Gilles Simon in drei Sätzen mit 6:7, 6:4 und 0:6. Damit gingen Berdych weitere Punkte für die Teilnahme am Finale der ATP World Tour in London. Der 29-Jährige hätte sich bei einem Sieg am Kroaten Marin Čilić vorbei auf den sechsten Platz schieben können. Damit wären Berdychs Chancen gestiegen, zum fünften Mal in Folge am Saisonabschluss an der Themse teilzunehmen.

Das Wetter am Samstag, 11. Oktober

Am Samstag ist es in Tschechien meist hochnebelartig bewölkt, nur im Osten und Südosten kann zwischenzeitlich auch die Sonne durchkommen. In den Nebelgebieten ist vereinzelt leichter Regen möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 19 bis 23 Grad Celsius, unter der Nebeldecke nur bis zu 16 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden etwa 18 Grad Celsius erreicht, im Erzgebirge nur bis 13 Grad.