Täglicher Nachrichtenüberblick

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Präsident Zeman kritisiert auf Rhodos erneut antirussische Sanktionen

Präsident Miloš Zeman hat ein weiteres Mal die Sanktionen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union gegen Russland kritisiert. Als Forum seiner Kritik nutzte das tschechische Staatsoberhaupt diesmal die internationale Konferenz „Dialog der Zivilisationen“ auf der griechischen Insel Rhodos, die am Freitag begann. In seiner Rede, die er in Russisch hielt, betonte Zeman unter anderem, dass es auch noch heute im „Dialog der Zivilisationen“ Hindernisse gebe. Als ein solches Hindernis bezeichnete er nach Angaben des Internetportals ParlamentníListy.cz „Sanktionen jedweden Typs“. Auf den Seiten des Portals wird er des Weiteren zitiert mit den Worten: „… diejenigen, die Sanktionen unterstützen, werden benutzt als ein Mittel des politischen Kriegs und stellen sich gegen den eingeführten Dialog der Zivilisationen. Und anstelle des Dialogs tritt Stille ein, nicht mehr.“

Die Konferenz wird am Samstag fortgesetzt. Am Sonntag feiert Miloš Zeman seinen 70. Geburtstag.

Tschechischer Staat erkennt 38 Persönlichkeiten als Widerstandskämpfer an

Verteidigungsminister Martin Stropnický (Partei Ano) hat am Freitag weiteren 38 Personen offiziell bescheinigt, am Widerstandskampf gegen den Kommunismus teilgenommen zu haben. Zu den Persönlichkeiten, die nun auch den Status eines Widerstandskämpfers haben, gehören unter anderem die ehemalige Journalistin und Charta 77-Anhängerin Otta Bednářová, der frühere Dissident und spätere Offizier des nach der Wende komplett umstrukturierten Geheimdienstes BIS, Vladimír Hučín, und der Hilfsagent des französischen Geheimdienstes Zdislav Zima. Hučín und Zima wurde zudem die geschätzte Stellung eines Kriegsveteranen zuerkannt.

Kämpfer des sogenannten dritten Widerstands haben während der kommunistischen Epoche entweder Menschen versteckt, die vom diktatorischen Regime verfolgt wurden, oder regimekritisches Material verbreitet. Insgesamt hat der tschechische Staat bereits rund 660 Menschen, die in den Jahren von 1948 bis 1989 besonderen Mut bewiesen haben, mit der Bescheinigung, ein Widerstandskämpfer zu sein, gewürdigt. Die Mehrheit von ihnen bekommt Abfindungen und erhält im Alter höhere Renten.

Umfrage: 62 Prozent der Tschechen wollen zur Wahl gehen

In knapp zwei Wochen, am 10. und 11. Oktober, finden in Tschechien die Kommunalwahlen und die Ergänzungswahl zum Senat statt. Dann aber wollen nur 62 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM, die jetzt veröffentlicht wurde. Den weiteren Ergebnissen der Umfrage zufolge aber haben sich bisher nur 52 Prozent derjenigen, die zur Wahl gehen wollen, fest entschieden, wen sie wählen werden. Aus den Erfahrungen früherer Umfragen weiß man indes, dass die tatsächliche Wahlbeteiligung noch um einiges niedriger sein wird. Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2010 hatten 61 Prozent der Befragten zuvor erklärt, dass sie ihre Stimme abgeben wollen. Letztlich aber traten nur 49 Prozent der Wahlberechtigten auch an die Wahlurne.

Zehnter Prager Stadtbezirk beendet Stichwahl zum Senat

Im zehnten Prager Stadtbezirk wurde am Samstagnachmittag um 14 Uhr die zweite Runde der Ergänzungswahl zum tschechischen Senat beendet. Es handelte sich dabei um eine Stichwahl der beiden Top-Kandidatinnen aus der ersten Wahlrunde, die am Freitag und Samstag vergangener Woche stattfand. In dieser ersten Wahlrunde hatten sich die stellvertretende Bürgermeisterin des Stadtbezirks, die Grünen-Politikerin Ivana Cabrnochová, die auch von den Sozialdemokraten unterstützt wird, und die Ärztin Jana Dušková von der Ano-Partei mit jeweils knapp 16 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Auch für die Stichwahl wurde daher ein enges Ergebnis erwartet. Die Wahlsiegerin ersetzt den ehemaligen Senator Jaromír Štětina (Top 09), der bei der Europawahl im Mai in das europäische Parlament gewählt wurde. An der Wahl des Nachfolgers für Štětina nahm auch der ehemalige populäre Fußballer Antonín Panenka teil, der für die unabhängige Bürgerbewegung Für ein besseres Prag 10 kandidierte. Panenka erhielt in der ersten Wahlrunde jedoch nur die vierthöchste Zahl der Stimmen.

Sehr schwach war indes die Wahlbeteiligung. Zur ersten Wahlrunde traten nur rund 11 Prozent der etwas über 80.000 Wahlberechtigten an die Wahlrunde, zur Halbzeit der Stichwahl am Freitagabend lag die Wahlbeteiligung sogar nur bei ganz mäßigen fünf Prozent.

Uni Pardubice setzt wegen Bombendrohung Unterricht am Dienstag aus

Aufgrund einer anonymen Bombendrohung werden die Studenten der Universität Pardubice sowie die Schüler der an sie angrenzenden Schulen am kommenden Dienstag keinen Unterricht haben. Die Polizei durchsucht die Uni-Gebäude seit Dienstag nach Sprengstoff, bisher jedoch ohne Ergebnis.

Der anonyme Anrufer habe die vermeintliche Explosion mit einem zeitlichen Vorlauf angekündigt, informierte der Chef des Kreispolizeiamtes Pardubice, Jan Švejdar, am Samstag. Wegen des Ausmaßes und der Vielzahl der Hochschulgebäude sei eine relativ große Anzahl an Polizisten mit den Durchsuchungen beschäftigt. Die Kosten für diesen Großeinsatz wage er daher noch nicht zu beziffern, sagte Švejdar.

Das Rektorat der Universität und die Leitungen der nahe gelegenen Grund- und Fachschulen haben den Unterricht am 30. September abgesetzt. Der jeweilige Schulbetrieb soll aber schon am 1. Oktober wieder aufgenommen werden.

Jackson-Stele in Prager Kinderheim errichtet

Der einstige Weltstar Michael Jackson hat nun auch einen festen Platz in Prag gefunden. Im Garten des Kinderheims Charlotte Masaryková im Stadtteil Zbraslav wurde am Samstag eine zwei Meter hohe Stele mit der Büste der großen Pop-Legende enthüllt. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt, denn bei seinem einzigen Konzert in der tschechischen Hauptstadt im Jahr 1996 hat Jackson unter anderem auch dieses Kinderheim besucht.

Das Jackson-Monument wurde von der Bildhauerin Daniela Kartáková geschaffen. Es wurde durch eine öffentliche Spendensammlung finanziert. Ursprünglich sollte es schon im Jahr 2010 – zum ersten Todestag des Sängers – errichtet werden. Dieser Versuch scheiterte aber.

Tennis: Kvitová gewinnt Turnier in Wuhan und sichert Masters-Teilnahme

Die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová hat das WTA-Turnier im chinesischen Wuhan gewonnen. Im Finale bezwang die 24-Jährige am Samstag die Kanadierin Eugenie Bouchard in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:4. Ähnlich wie bei ihrem diesjährigen Finalsieg in Wimbledon ließ sie der jungen Gegnerin keine Chance. Für Kvitová ist der finale Erfolg zugleich der dritte Turniersieg in dieser Saison und der vierzehnte ihrer Karriere. Mehr Turniersiege unter ihren (auch ehemaligen) Landesfrauen haben lediglich Martina Navrátilová (167), Hana Mandlíková (27) und Jana Novotná (24). Durch den Triumph in Wuhan hat sich die Weltranglisten-Dritte zudem die vierte Teilnahme in Folge am WTA Masters gesichert, das am 20. Oktober in Singapur beginnt.

Fußball: In Tschechiens Top-Liga wird erstmals Freistoß-Spray eingesetzt

In der höchsten tschechischen Fußball-Spielklasse, der Synot-Liga, wurde am 9. Spieltag zum ersten Male das bei der WM in Brasilien erprobte Freistoß-Spray eingesetzt. Durch die Verwendung des löslichen Schaumsprays soll sichergestellt werden, dass bei einem Freistoß sowohl der Schütze als auch die gegnerische Abwehr die ihnen vom Schiedsrichter zugewiesenen Markierungen auf dem Platz einhalten. Die Premiere des Sprays erlebte das Freitagspiel zwischen Teplice und dem 1. FC Slovácko. Die Partie wurde von den Gastgebern mit 4:0 gewonnen.

In den fünf Nachmittagsbegegnungen am Samstag fielen 16 Tore. Dabei konnte Spitzenreiter Pilsen durch einen 3:2-Auswärtssieg in Brünn seine Tabellenführung festigen. Auch Verfolger Jablonec nad Nisou gewann in der Fremde – mit 2:0 bei Aufsteiger Hradec Králové. Außerdem spielten: Dukla Prag – Jihlava 4:1, Ostrava – Bohemians 1905 Prag 1:0, Budweis – Příbram 0:3.

Am frühen Samstagabend stand das große Hauptstadt-Derby zwischen den Traditionsvereinen Slavia Prag und Sparta Prag auf dem Programm. Der Spieltag wird am Sonntag mit dem Duell Liberec – Mladá Boleslav abgeschlossen.

Das Wetter am Sonntag: sonnig-heiter, örtlich Frühnebel, bis 22 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend heiter bis wolkenlos, nur morgens und am frühen Vormittag ist es örtlich trüb oder neblig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 18 und 22 Grad Celsius. In Höhenlagen ab 1000 Meter werden bis zu 15 Grad erreicht, im Böhmerwald und im Erzgebirge sind auch bis zu 19 Grad Celsius möglich.