Täglicher Nachrichtenüberblick

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Premier Sobotka begrüßt Entscheidung der Schotten zum Verbleib im Vereinigten Königreich

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hat es begrüßt, dass Großbritannien auch nach dem Referendum über die Zukunft Schottlands eine Einheit bleibt. Die Mehrheitsentscheidung der Schotten, weiter Bestandteil des Vereinigten Königreichs zu bleiben, sei eine gute Nachricht nicht nur für Schottland und Großbritannien, sondern auch für die gesamte Europäische Union. Eine Abspaltung Schottlands hätte nämlich eine Welle des Nationalismus auslösen und so auch die Stabilität weiterer Staaten erschüttern können, meint Sobotka. Nach Auffassung des tschechischen Außenministeriums trage das Ergebnis des Referendums dazu bei, dass die bedeutende Position Großbritanniens auf der internationalen Bühne gewahrt bleibe.

Gericht: EU-Bürger mit vorübergehender Aufenthaltsgenehmigung dürfen an Kommunalwahl in Tschechien teilnehmen

Bei der bevorstehenden Kommunalwahl in Tschechien dürfen auch Bürger anderer EU-Staaten ihre Stimme abgeben, falls sie eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung hierzulande haben. Es folgt aus dem Beschluss des Kreisgerichts in Brünn vom Freitag. Bisher war die Teilnahme an der Kommunalwahl nur für Ausländer mit einer Daueraufenthaltsgenehmigung möglich. Gegen das Gerichtsurteil ist keine Berufung möglich. Das Kreisgericht befasste sich mit einer konkreten Klage eines Slowaken, der die Eintragung in die Wahlliste in Brünn beantragt hatte und zurückgewiesen worden war.

Ein EU-Grundsatz ermöglicht, dass EU-Bürgern, die in einem anderen Mitgliedstaat der Union leben, sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht an ihrem ausländischen Wohnort bei Kommunalwahlen einzuräumen ist. Eine tschechische Regelung, die für Ausländer strengere Bedingungen für die Erteilung der Daueraufenthaltsgenehmigung als für tschechische Bürger stelle, sei diskriminierend und widerspreche diesem Grundsatz, stellte das Gericht in Brünn fest.

Abgeordnetenhaus billigt verlängerte Mission tschechischer Abfangjäger in Island

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat am Montag einer Verlängerung der Mission tschechischer Abfangjäger in Island von fünf auf neun Wochen zugestimmt. Die Verlängerung hänge mit der russischen Annexion der Krim und der Lage in der Ukraine zusammen, führte Verteidigungsminister Martin Stropnický dazu an. Der Senat hatte bereits im Juli die längere Mission gebilligt. An der Herbstoperation der Nato werden sich vier Kampfjets der Tschechischen Armee vom Typ Jas-39 Gripen und 75 tschechische Soldaten beteiligen. Die Kosten belaufen sich auf 33,2 Millionen Kronen (1,19 Millionen Euro). Tschechien soll vom Oktober bis Dezember den Luftraum über Island schützen, das über keine eigene Armee verfügt. In der Vergangenheit war die Tschechische Republik in das Nato-Projekt zum Schutz des baltischen Luftraums eingebunden.

Abgeordnetenhaus unterstützt novelliertes Bildungsgesetz in erster Lesung

Das Abgeordnetenhaus hat am Freitag eine Regierungsnovelle des Bildungsgesetzes in erster Lesung unterstützt. Ziel der Novellierung ist es unter anderem, individuelle Programme der Schulausbildung für Kinder mit Spezialbedürfnissen einzuführen. Mit der Vorlage werden auch Zentralabschlussprüfungen in Berufsschulen eingeführt. Ein neues Lehrerregister soll eine gute Vorbereitung qualifizierter Lehrkräfte in allen Fächern sichern. Mit dem Gesetz werden sich nun der Bildungs- und der Sozialausschuss der Abgeordnetenkammer beschäftigen.

CzechInvest meldet Rekordzahl an Investitionsprojekten

Die Agentur CzechInvest hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 116 Investitionsprojekte vermittelt. Das ist nahezu das Dreifache im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Der Gesamtwert der Investitionen hat 78 Milliarden Kronen (2,84 Milliarden Euro) erreicht. Ihr Interesse, in Tschechien zu investieren, zeigen Firmen aus dem In- und Ausland. Die Projekte sollen mehr als 14.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Tschechische Republik wird immer häufiger zum Zielstandort ausländischer Firmen, die ihre Produktionsbetriebe hierher verlagern. Sie biete nämlich eine günstige strategische Lage mitten in Europa sowie relativ billige Arbeitskräfte und eine gute Infrastruktur, bestätigte CzechInvest-Generaldirektor, Ondřej Votruba. Als Standortnachteile seien indes die ständig sinkende Zahl an technisch gut ausgebildeten Arbeitskräften als auch die ziemlich lang dauernde Zeit für Genehmigungsverfahren im Baugewerbe zu nennen, so Votruba. Die größte Investition in Höhe von 23 Milliarden Kronen (ca. 840 Millionen Euro) plant der südkoreanische Reifenhersteller Nexen Tire in Nordböhmen. Von den einheimischen Unternehmen hat die Firma Brose CZ die größte Investition angekündigt. Sie will ihre Produktion von verstellbaren Sitzen und Schlosssystemen erweitern.

Polizei schließt Ermittlungen gegen Alkoholmafia in Mähren ab

Die Polizei in Olomouc / Olmütz hat Ermittlungen im Fall der so genannten Alkoholmafia abgeschlossen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe mit dem Zlíner Unternehmer Radek Březina an der Spitze, die mit dem nichtversteuerten Alkohol gehandelt hat. Die Polizei schlägt eine Anklage gegen sieben Personen wegen der Beteiligung am organisierten Verbrechen und der Steuerhinterziehung vor. Der Schaden, der durch den Verkauf von nicht versteuerten Spirituosen entstanden sei, liege bei mehr als drei Milliarden Kronen (109 Millionen Euro), führte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Zwei Freitag-Flüge von Prag nach Paris wegen Pilotenstreiks gestrichen

Wegen des Pilotenstreiks bei der Fluggesellschaft Air France sind zwei der drei Flüge von Prag nach Paris am Freitag gestrichen worden. Das teilte die Sprecherin des Prager Václav-Havel-Flughafens gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK mit. Die Piloten von Air France protestieren seit Beginn der Woche gegen die geplante Verlagerung ihrer Arbeitsplätze auf Billig-Fluglinien. Nach Information der französischen Pilotengewerkschaft könne ihr Streik noch bis zum kommenden Montag andauern.

Geiger Jan Mráček siegt beim Fritz Kreisler Wettbewerb in Wien

Der junge tschechische Geiger Jan Mráček hat am Donnerstag den ersten Preis beim 8. Internationalen Fritz Kreisler Wettbewerb in Wien gewonnen. Der 23-jährige Tscheche aus Pilsen studiert zurzeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und wirkt als Solist des Prager Rundfunksymphonieorchesters. Am Donnerstagabend überzeugte er mit einem Violinkonzert von Johannes Brahms die Jury. Im Wiener Konzerthaus spielte er mit dem ORF Radio-Symphonieorchester unter Johannes Wildner. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Außerdem bekommt der Sieger nun die Gelegenheit, als Solist mit der Wiener Philharmonie ein Konzert zu geben.

Fußball – Europa League: Sparta Prag unterliegt in Neapel mit 1:3

In ihrem Auftaktspiel zur Gruppenphase der Europa League unterlagen die Fußballer von Sparta Prag am Donnerstagabend dem SSC Neapel auswärts mit 1:3. Dabei begann die Partie für den tschechischen Meister sehr verheißungsvoll – schon in der 14. Minute traf Josef Hušbauer zur 1:0-Führung für die Gäste. Dann aber übernahmen die Platzherren klar das Kommando und drehten das Ergebnis nach Toren von Higuain und zweimal Mertens zu ihren Gunsten. Zu ihrem zweiten Spiel empfangen die Prager in zwei Wochen das Schweizer Team von Young Boys Bern, das nach dem deutlichen 5:0-Heimsieg gegen Slovan Bratislava erster Spitzenreiter der Gruppe I ist.

Tennis: Zum Davis-Cup-Auftakt 2015 trifft Tschechien auf Australien

In der ersten Runde der nächsten Saison in der Weltgruppe des Davis Cups müssen die tschechischen Tennisspieler gegen Australien antreten. Das tschechische Team hat gegen den 28-maligen Cupgewinner Heimvorteil. Das hat die Auslosung auf der Tagung der Internationalen Tennis-Föderation (ITF) am Donnerstag in Dubai ergeben. Die Duelle der ersten Runde im Jahr 2015 finden vom 6. bis 8. März statt. Gegen die „Aussies“ hat Tschechien eine negative Bilanz – von bisher sieben Begegnungen wurden sechs verloren. Der einzige Sieg über die Australier liegt schon fast 40 Jahre zurück. Er wurde 1975 in Prag errungen, als das Team der damaligen Tschechoslowakei mit 3:1 gewann.

Tennis: Tschechin Karolína Plíšková steht im Halbfinale von Seoul

Tennisspielerin Karolína Plíšková hat zum fünften Male in dieser Saison das Halbfinale eines WTA-Turniers erreicht. Im Viertelfinale des Turniers von Seoul bezwang die 22-jährige Tschechin am Donnerstag die US-Amerikanerin Nicole Gibbs in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:4. In der Vorschlussrunde trifft sie nun auf die Siegerin des Duells zwischen der Russin Maria Kirilenko und der Estin Kaia Kanepi. Plíšková hat sich in den bisherigen vier Halbfinals dieses Jahres dreimal durchgesetzt, jedoch anschließend keines ihrer drei Endspiele gewinnen können.